Prioritierung der Verkehre. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 17.05.2019, 14:34 (vor 2525 Tagen) @ Aphex Twin

Celestar:

Ich glaube auch, dass eine Verlagerung des 50-250km Verkehrs auf die Schiene wesentlich mehr bringt, als Leute von Flieger abzuziehen, die 600-1200km unterwegs sind. Der infrastrukturelle Aufwand ist immens, der Landverbrauch sehr hoch (was reichlich CO2 freisetzt) und der Effekt eher gering.

Beispiel 1: Amsterdam-Köln. Das sind 260 km, Fahrzeit 2:40, vdurch 97,5 km/h. Das ist geringfügig schneller als mit dem Auto (Google behauptet 3 Stunden). Nur schade dass der Zug nur zweistündlich verkehrt während das Auto jederzeit zur Verfügung steht. Hier würde man den Takt also verbessern müssen.

Beispiel 2: Amsterdam-Brüssel. Das sind 203 km, Fahrzeit 2:42 (AmBrüx) oder 1:51 (Thalys), vdurch 75,1 bzw. 109,7 km/h. Fürs Auto wird 2:39 gerechnet. Hier ist nur der Thalys wesentlich schneller, aber dafür muss man dann auch ordentlich bezahlen.

Würde ich 130 km/h Reisegeschwindigkeit nachstreben (Tempolimit Autobahn in NL), dann wären die Reisezeiten 2:00 bzw. 1:33. Sogar der Thalys könnte noch 18 Minuten schneller sein.

Mit 200 km/h Reisegeschwindigkeit (ICE-Fan, Normalchinese) wären die Reisezeiten 1:18 bzw. 1:01. Man könnte sagen: unnötige Schienenraserei, denn man ist bei vdurch 130 km/h schon schneller als das Auto. Aber auf der Langstrecke (Amsterdam-München bzw. Amsterdam-Marseille) gewinnt man 2:40-1:18 = 1:22 bzw. 1:51-1:01 = 0:50.

Frage ist nun, wieviele Reisende Amsterdam-Marseille fliegen und wieviele mit dem Auto fahren. Selbe Frage für Amsterdam-München.

Aphex Twin:

Sicher sollte die Verlagerung des 50-250 km Verkehrs die erste Priorität sein.

Wenn ich bei Google fürs Auto vdurch < 100 km/h finde, dann macht HGV nicht viel Sinn. Eine Taktverbesserung dagegen schon. Gut, man kann sagen, Deutschland ist mit dem Deutschland-Takt auf den richtigen Weg. Nun mal sehen ob die Darstellung klappt.

Als zweite Priorität kann man aber durchaus auch 300-400 km Strecken angehen. Die Schliessung einer HGV-Lücke hilft ja erst einmal besonders Verbesserung der Verbindung über genau diese neue Strecke, trägt aber auch dazu bei die Bahn für längere Strecken attraktiv zu machen.

Problem ist nur dass die Lücken relativ kurz sind. Bei Amsterdam-Brüssel ist der Limitfaktor z.B. Antwerpen-Brüssel. Das sind nur 50 km. Da muss man recht heftig beschleunigen (z.B. mit einer 300er Strecke) um dort nog einige Minuten rauszuholen.

Die Konsequenz aber wäre dass z.B. Bypässe eine niedrigere Priorität haben als HGV-Lückenschlüsse auf heute relativ langsamen Streckenabschnitten (aber natürlich auch dort mehr Kapazität benötigt wird wie Frankfurt-Mannheim).

Zu Frankfurt-Mannheim betrachten wir drei Ansätze:

1. (wie geplant?) nur F-MA, ohne irgendwelchen Bypass
2. mit Mannheim-Bypass (Bestandteil von Frankfurt-Stuttgart nonstop Highspeed)
3. mit Flughafen- und Mannheim-Bypass (Bestandteil von Köln-Stuttgart nonstop Highspeed)

Wieviel Zeitgewinn würden die drei Varianten bringen für Frankfurt-Mannheim, Frankfurt-Stuttgart und Köln-Stuttgart?
Ich vermute, ein Bypass könnte auch die Strecke erheblich verkürzen und somit die Reisezeit erheblich verkürzen. Und ein Bypass durfte weniger kosten als 70 km Strecke.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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