EU: Neuanordnung klassische Bahn, Rennbahn und Flieger? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 25.02.2019, 10:26 (vor 2598 Tagen) @ Power132

Es regt sich in Bayern Wiederstand an der kürzesten innerdeutschen Flugverbindung der Lufthansa.

Tja, was wäre passiert wenn:

a. Lufthansa eine berührungsfreie Bahn Nürnberg-Ingolstadt Audiwerk-Ingolstadt Hbf-München Flughafen-München Hbf finanziert hätte
b. Land Bayern die Finanzierung einer ITF-gerecht ausgebauten Strecke Nürnberg-Augsburg auf sich genommen hätte

... dann hätte Augsburg nach wie vor ordentliche FV-Anbindung Richtung Norden und diese Kurzstreckenflüge hätte es nicht gegeben...

Gut, mal ernst.

Ich glaube, wir brauchen eine Neudefinition der Rollen der klassischen Bahn, des Hochgeschwindigkeitsverkehrs und des Luftverkehrs. Und zwar nicht nur in Deutschland sondern in ganz West-Europa.

Aktuell bei uns in NL: die Rolle von Schiphol (AMS): der Flughafen möchte nach wie vor ein interkontinentales Drehkreuz ("Hub") bleiben und weiter wachsen. Satte drei Flughäfen sollen rundum Amsterdam entstehen: nebst ein weiter ausgebauter Schiphol für innereuropäische Flüge (etwa Amsterdam-Lissabon, Amsterdam-Helsinki oder Amsterdam-Athen) kommt noch Lelystad Airport für Billigflieger und eine Insel im Nordsee für interkontinentale Flüge. Aber interkontinentales Drehkreuz sein, das möchten Brüssel (BRU), Paris (CDG), Frankfurt (FRA), Köln (CGN) und Düsseldorf (DUS) auch. Alle Städte liegen "rennbahnkompatibel" auseinander in einem quadratischen Rahmen von etwa 500 km.
Ich stelle mir die Frage: brauchen wir auf 500x500 km wirklich sechs (mit der Flughafeninsel sogar sieben) Drehkreuze? Oder reichen Paris und Frankfurt aus und können wir dafür nicht besser die Rennbahn-Anbindung von AMS/DUS/CGN/BRU mit Paris und Frankfurt verbessern?

Bei der Bahn gibt es in Grossen und Ganzen drei Verkehrskategorien: Fernstrecke, Mittelstrecke und Regio, mit zugehörigen Bahnhöfen.
Im Flugverkehr könnte man auch drei definieren:

a. interkontinental (z.B. Frankfurt-New York oder Paris-Bangkok)
b. innereuropäisch, Langstrecke (1000-2000 Meilen, z.B. Düsseldorf-Athen)
c. innereuropäisch, Mittelstrecke (500-1000 Meilen, z.B. Düsseldorf-Barcelona)
Kurzstrecken wie Amsterdam-Frankfurt sollten doch wirklich mit der Bahn absolviert werden.

Mit dazu gehörigen Flughäfen.

Ist es nicht etwa eine Idee, mit ICE (International)/TGV/Thalys/railjet usw. auch die Flughäfen besser anzubinden = bei der Rennbahnplanung auch Flughäfen zu berücksichtigen?

Eine direkte Zugverbindung, wie die Lufthansa sie etwa auf der ebenfalls sehr kurzen Strecke zwischen Köln und Frankfurt anbiete, sei hier deshalb nicht möglich.

Wie wichtig ist München Flughafen? Wichtig genug um eine Rennbahn Nürnberg-München Flughafen-Rosenheim zu rechtfertigen?

Alternative: Ausbau der S-Bahn Strecke M Hbf - MUC mit zwei zusätzlichen Gleisen für den Fernverkehr. Bei uns fahren ja auch "Sprinter" und "IC"s zum Flughafen Schiphol. Sogar Thalys hält dort. Zugegeben, der Abstand Hbf-Flughafen ist in Amsterdam kürzer als in München und der Takt vermutlich auch dichter; für eine Reisekette Oberhausen-Amsterdam-Los Angeles durfte der Umstieg in Amsterdam Centraal nach Schiphol verkraftbar sein (es gibt ja stündlich 5-6 IC Direkt und 4 "Sprinter")

"Ein paar Minuten mehr Reisezeit für die Bahnverbindung sollten der Lufthansa die internationalen Klimaziele schon wert sein", meint hingegen Grünen-Landeschef Hallitzky.

Ich denke nicht, dass die Reisezeit das Problem ist. Gestern traf ich ein Pärchen im Zug auf dem Weg von Koblenz nach Schiphol (dann mit irgendwelchem interkontinentalen Flieger weiter). Die beiden hatten sich trotz ICE International für den Reiseweg via Venlo entschieden (direkter "IC" Venlo-Schiphol sei Dank). Ich war selber unterwegs von Mainz nach Eindhoven und habe das Pärchen begleitet, auch beim bahnsteig-ungleichen Umstieg in Venlo.
ICE International hätte mehr gekostet und statt Umstieg in Venlo wäre es Umstieg in Amsterdam gewesen.

Also eher Kosten und Umsteigezwang. Wären die in München endenden ICEs zum Flughafen verlängert, wäre das Problem schon leichter. In CH und NL hat man zumindest dafür gesorgt, dass man bequem mit der Bahn zum Flughafen kommt: wie gesagt Venlo-Schiphol direkt aber von Maastricht und Heerlen aus mit bahnsteiggleichen Umstieg in Utrecht.
Aber rundum München wird ein "Satellitenflughafen" (wie Lelystad bei uns) eher wahrscheinlich sein als eine Rennbahn die den Flughafen anbindet. Dann mal hoffen, dass dieser zweite Flughafen dafür dann ICE-Anbindung bekommt.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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