Wo soll den das Geld herkommen? (Allgemeines Forum)

agw, NRW, Samstag, 02.02.2019, 09:42 (vor 2664 Tagen) @ Henrik

Butter bei die Fische. Woher soll denn soviel Geld bei einer Unternehmensgründung kommen? Ein neues Unternehmen bekommt ja auch ohne große Probleme eine Kreditlinie wie die DB oder andere großen Unternehmen.

Ohne Investitionen und unternehmerisches Risiko kein Gewinn. So läuft das nunmal im Kapitalismus ...

Wo ist denn das unternehmerische Risiko der DB? Die wäre doch im Kapitalismus schon längst pleite. Das sieht im Moment nur so gut aus, weil die Zinsen historisch niedrig sind.
Wenn die DB mal für 25 Mrd Euro jedes Jahr 2 Mrd Zinsen abdrücken muss, war's das. Kannste dir ja überlegen, wie das aussähe, wenn die DB AG in Deutschland 2 Mrd an Personalkosten etc. jedes Jahr sparen müsste.


das unternehmerische Risiko der DB liegt u.a. darin, große Investitionen zu tätigen, um Unternehmensziele zu erreichen.
Werden derlei Ziele deutlich verfehlt, rollen bei der Bahn oben & ganz oben ganz schnell die Köpfe, wie ja auch aktuell im großen Stil, wie wir diese Woche lesen konnten.

Dass oben Köpfe rollen können, ist kein unternehmerisches Risiko.

Mit dem Unternehmensziel der Fahrgastzahlen im Fernverkehr (darum gehts hier ja?) läuft es ja so gut wie noch nie zuvor: Fahrgastrekord mal wieder.

Ich dachte, der "Rekord" wäre Fakenews gewesen?
Aber gut, wenn es da einen Rekord gab, der irgendwie wichtig ist fürs Unternehmen, wurden letztes Jahr sicher Schulden abgebaut und dieses Jahr sicher noch mehr, oder?
In der freien Wirtschaft kann man auch mit Absatzrekorden pleite gehen. Bzw. gerade dann, wenn man seine Ware verschleudert. Das würde die DB AG natürlich nie machen.


Wir leben nicht im Kapitalismus hier? In was für einem System denn dann? nun gut, kein reiner freier Kapitalismus, aber eben doch klar kapitalistisches System und die DB ist hier nicht pleite, sondern erhält gar die höchsten Ratings der Agenturen, also das komplette Gegenteil von pleite.

Hast du auch mal überlegt, warum? Das ist ja gerade meine Kritik. Aber schön, dass du mir hier zustimmst.

Die Bundesbahn und Reichsbahn - die wären komplett pleite, doppelt und dreifach hoch zehn, wenn sie als Unternehmen bestunden hätten und nicht als Behörden bei deren katastrophalen Zahlen. Nicht umsonst sprachen auch viele ernsthaft davon, das Bahnsystem als solches komplett einzustampfen.

Richtig. Stattdessen hat mein alles beim alten gelassen und ein neues Logo erfunden.

Die Zinsen sind so historisch niedrig, weil wir nicht in einem kapitalistischem System leben würden? Der Zusammenhang mit den Zinsen besteht doch nur, weil wir in einem kapitalistischem System leben.
Noch vor paar Jahren sah der Schuldenstand der DB um einige Milliarden geringer aus, das EBIT um Milliarden höher - die Zinsen waren deutlich niedriger als heute. Einen Zusammenhang lässt sich da also nicht erkennen. Und Zinsen in Höhe von 10% wird es in nächsten 30 Jahren nicht geben, gab es die letzten 70 Jahre auch nicht.

Ich rede von 8% Zinsen. Oder denkst du, die DB friert ihre Schulden jetzt bei 20 Mrd ein?
Und 8% Zinsen auf Unternehmensanleihen waren in den letzten 70 Jahren durchaus üblich. Genauso wie 8.5% Zinsen p.A. auf's Sparkassensparbuch.

Die DB AG kann in unterer und mittlerer Ebene nicht an Personalkosten sparen, ganz im Gegenteil, sie stockt auf. Das sind fixe Kosten, die kann sie nicht streichen. Ganz oben ja, da ist sie ja auch aktuell bei, gründlich zu säubern. Aber das macht sie eh, aktuell, jetzt - nicht bei 20% Zinsen. Sollte sie eh, aber gewiss ist genau das unternehmerische Risiko, also die Investitionen eine deutliche Motivation, mit dem Druck des größten Anteilseigners.

Sobald die Zinsen steigen wird die DB da sparen müssen, wo man am einfachsten sparen kann. Das sind betriebliche Ausgaben in Form von Personal. Ich weiß nicht, wie du auf 20% Zinsen kommst, aber schon bei der Hälfte der von mir angenommenen 8% wird man sparen müssen.

Man kann sicher klein anfangen und erstmal nur auf stark nachgefragten Relationen und zu den besten Uhrzeiten fahren. Aber dann kann man halt keine Top-Trasse erwarten. Warum sollten die anderen, die im Takt fahren, für so einen Einzelzug weichen und dadurch ihre Taktknoten aufgeben?

Weil man sonst kein Monopol aufbrechen kann und sich nicht wundern muss, dass man nach 20 Jahren immer noch bei 99% liegt.
Niemand bricht Monopole auf, in dem er sagt, "kann ja jeder klein anfangen". Denn dann bleibt man vermutlich auch klein.


welches Unternehmen hat denn nicht klein angefangen? fritz Cola? Bionade? Tito's Vodka? Chobani? Ryanair?

Welches Unternehmen hat denn gegen ein ungezügeltes staatliches Monopol gewonnen?

Hier kommt hinzu, dass der Monopolist sogar noch beim Staat die Hand aufhalten kann, damit nicht der Verkehr komplett zusammenbricht.


genau das kann er ja eben nicht.
holla.... das mach mal.
so schnell kannste gar nicht gucken, da ist die EU Wettbewerbskommission um die Ecke, unterbindet das nicht nur, sondern kommt gleich mit heftigen Strafen. Wieso? Um die Mitbewerber zu schützen!

Gibt ja keine Mitbewerber. Und die Hand wird schon seit Jahren aufgehalten.

Am einfachsten wäre es eben, die DB FV in 5-6 kleinere zu zerschlagen, so wie man das anderswo mit Monopolen erfolgreich gemacht hat.


anderswo? und zwar? bekannt ist davon keine?

Das prominenteste Beispiel ist sicher Bell. Kennt sicher jeder.

wie sollte das im Detail aussehen? schwer vorstellbar, vor allem Sinn & Nutzen leuchtet nicht ein.

Den habe ich doch einen Satz weiter schon erklärt. Einfach noch mal lesen.
Das ganze ist auch überhaupt nicht schwer vorstellbar. Die DB besteht doch eh schon aus hunderten GmbHs und AGs.
Was kannst du dir denn hier nicht vorstellen?

Der neue 7. kleine ist dann auch nicht mehr ganz so stark im Nachteil.
Langfristig gibt es dadurch besseren Service und günstigere Preise für den Fahrgast bzw. Steuerzahler.


besseren Service als heute? besseres Sushi in der DB-Lounge?

Willst du behaupten, der Service wäre heute unschlagbar? Oder wird JEDER zustimmen, wenn man sagt, der Service bei der DB ist verbesserungswürdig. Dein absurdes Beispiel sagt mir, dass du mir hier voll zustimmst.

noch günstigere Preise? beim selben Unternehmen? unrealistisch, Sinn nicht zu erkennen.

Nicht beim selben Unternehmen. Es sind ja dann verschiedene Unternehmen. Was ist daran schwer zu verstehen, dass sich verschiedenen Unternehmen anders ausrichten werden, um sich wettbewerbsvorteile zu sichern? Das ist doch die absolute Basisannahme.
Und zu den Preisen: Ich finde Essen-München und zurück für 562 Euro mit halbwegs ertragbarem Sitzabstand jetzt nicht günstig. Aber kann natürlich sein, dass du so abgehoben bist, dass du das günstig findest und keinen Spielraum nach unten siehst.

Einzig...... die ewig frustrierten, die sich hier Tag für Tag über die ach so hohen regelmäßigen wöchentlichen Preissteigerungen aufregen, regen sich dann hier noch mehr als bislang üblich über die billigen Super Billig Tarife auf.

Dazu sag ich jetzt mal nichts. Die meisten kennen ja deine Rechentricks bezüglich der Preissteigerungen.

Die Schulden der letzten Bahn musste der Steuerzahler ja schon abschreiben.


nicht musste, nicht Vergangenheitsform. Gegenwart und Zukunft. Das Thema BEV hinsichtlich Altlasten ist noch lange nicht durch.
Aber das war ein sehr wichtiger Punkt, die neue DB AG nicht mit Alt-Verbindlichkeiten der vorherigen Bahnen zu belasten.

Scheint ja viel gebracht zu haben, da man jetzt wieder am gleichen Punkt angelangt ist. Immerhin musste der Nahverkehr nicht mehr darunter leiden.

--
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- bahn.de


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