Wo soll den das Geld herkommen? (Allgemeines Forum)

Henrik, Freitag, 01.02.2019, 19:50 (vor 2665 Tagen) @ agw

Butter bei die Fische. Woher soll denn soviel Geld bei einer Unternehmensgründung kommen? Ein neues Unternehmen bekommt ja auch ohne große Probleme eine Kreditlinie wie die DB oder andere großen Unternehmen.

Ohne Investitionen und unternehmerisches Risiko kein Gewinn. So läuft das nunmal im Kapitalismus ...

Wo ist denn das unternehmerische Risiko der DB? Die wäre doch im Kapitalismus schon längst pleite. Das sieht im Moment nur so gut aus, weil die Zinsen historisch niedrig sind.
Wenn die DB mal für 25 Mrd Euro jedes Jahr 2 Mrd Zinsen abdrücken muss, war's das. Kannste dir ja überlegen, wie das aussähe, wenn die DB AG in Deutschland 2 Mrd an Personalkosten etc. jedes Jahr sparen müsste.

das unternehmerische Risiko der DB liegt u.a. darin, große Investitionen zu tätigen, um Unternehmensziele zu erreichen.
Werden derlei Ziele deutlich verfehlt, rollen bei der Bahn oben & ganz oben ganz schnell die Köpfe, wie ja auch aktuell im großen Stil, wie wir diese Woche lesen konnten.
Mit dem Unternehmensziel der Fahrgastzahlen im Fernverkehr (darum gehts hier ja?) läuft es ja so gut wie noch nie zuvor: Fahrgastrekord mal wieder.

Wir leben nicht im Kapitalismus hier? In was für einem System denn dann? nun gut, kein reiner freier Kapitalismus, aber eben doch klar kapitalistisches System und die DB ist hier nicht pleite, sondern erhält gar die höchsten Ratings der Agenturen, also das komplette Gegenteil von pleite.
Die Bundesbahn und Reichsbahn - die wären komplett pleite, doppelt und dreifach hoch zehn, wenn sie als Unternehmen bestunden hätten und nicht als Behörden bei deren katastrophalen Zahlen. Nicht umsonst sprachen auch viele ernsthaft davon, das Bahnsystem als solches komplett einzustampfen.
Die Zinsen sind so historisch niedrig, weil wir nicht in einem kapitalistischem System leben würden? Der Zusammenhang mit den Zinsen besteht doch nur, weil wir in einem kapitalistischem System leben.
Noch vor paar Jahren sah der Schuldenstand der DB um einige Milliarden geringer aus, das EBIT um Milliarden höher - die Zinsen waren deutlich niedriger als heute. Einen Zusammenhang lässt sich da also nicht erkennen. Und Zinsen in Höhe von 10% wird es in nächsten 30 Jahren nicht geben, gab es die letzten 70 Jahre auch nicht.
Die DB AG kann in unterer und mittlerer Ebene nicht an Personalkosten sparen, ganz im Gegenteil, sie stockt auf. Das sind fixe Kosten, die kann sie nicht streichen. Ganz oben ja, da ist sie ja auch aktuell bei, gründlich zu säubern. Aber das macht sie eh, aktuell, jetzt - nicht bei 20% Zinsen. Sollte sie eh, aber gewiss ist genau das unternehmerische Risiko, also die Investitionen eine deutliche Motivation, mit dem Druck des größten Anteilseigners.

Man kann sicher klein anfangen und erstmal nur auf stark nachgefragten Relationen und zu den besten Uhrzeiten fahren. Aber dann kann man halt keine Top-Trasse erwarten. Warum sollten die anderen, die im Takt fahren, für so einen Einzelzug weichen und dadurch ihre Taktknoten aufgeben?

Weil man sonst kein Monopol aufbrechen kann und sich nicht wundern muss, dass man nach 20 Jahren immer noch bei 99% liegt.
Niemand bricht Monopole auf, in dem er sagt, "kann ja jeder klein anfangen". Denn dann bleibt man vermutlich auch klein.

welches Unternehmen hat denn nicht klein angefangen? fritz Cola? Bionade? Tito's Vodka? Chobani? Ryanair?

Hier kommt hinzu, dass der Monopolist sogar noch beim Staat die Hand aufhalten kann, damit nicht der Verkehr komplett zusammenbricht.

genau das kann er ja eben nicht.
holla.... das mach mal.
so schnell kannste gar nicht gucken, da ist die EU Wettbewerbskommission um die Ecke, unterbindet das nicht nur, sondern kommt gleich mit heftigen Strafen. Wieso? Um die Mitbewerber zu schützen!

Am einfachsten wäre es eben, die DB FV in 5-6 kleinere zu zerschlagen, so wie man das anderswo mit Monopolen erfolgreich gemacht hat.

anderswo? und zwar? bekannt ist davon keine?
wie sollte das im Detail aussehen? schwer vorstellbar, vor allem Sinn & Nutzen leuchtet nicht ein.

Der neue 7. kleine ist dann auch nicht mehr ganz so stark im Nachteil.
Langfristig gibt es dadurch besseren Service und günstigere Preise für den Fahrgast bzw. Steuerzahler.

besseren Service als heute? besseres Sushi in der DB-Lounge?
noch günstigere Preise? beim selben Unternehmen? unrealistisch, Sinn nicht zu erkennen.
Einzig...... die ewig frustrierten, die sich hier Tag für Tag über die ach so hohen regelmäßigen wöchentlichen Preissteigerungen aufregen, regen sich dann hier noch mehr als bislang üblich über die billigen Super Billig Tarife auf.

Die Schulden der letzten Bahn musste der Steuerzahler ja schon abschreiben.

nicht musste, nicht Vergangenheitsform. Gegenwart und Zukunft. Das Thema BEV hinsichtlich Altlasten ist noch lange nicht durch.
Aber das war ein sehr wichtiger Punkt, die neue DB AG nicht mit Alt-Verbindlichkeiten der vorherigen Bahnen zu belasten.


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