DB Netz und die Privaten (Allgemeines Forum)

agw, NRW, Freitag, 01.02.2019, 18:21 (vor 2665 Tagen) @ Christian_S


Natürlich. An sonst nix.


Das war die offizielle Begründung von Connex, als sie auch ihre letzte Linie Leipzig-Berlin eingestellt haben. Auch wenn Dir das nicht gefällt, aber kannst gerne mal googlen.

Ja, ja. Es lag nicht an den zufällig unterirdischen Trassen oder zufällig unpassend geänderten Stationsgebühren und was sonst noch hinter verschlossenen stören passiert ist.


Top-Trassen hatte man weder bestellt noch waren diese bei 3 Zugpaaren am Tag zu erwarten.
Vergleiche mal: die DB Fernverkehr fährt auch Einzeltrassen nach Westerland, Binz oder Oberstdorf und die sind oft langsamer, als sie sein könnten. Stichwort Einzellage ...

Ich rede auch von anderen Anbietern, die es dank toller Trassen gar nicht erst weiter versucht haben.

Die DB AG hat seine Konkurrenz immer erfolgreich aktiv verhindert. Diesen Erfolg muss man ihr zugestehen.


Also behindert die DB auch sich selbst? :-O
Anders gefragt: hätte die DB Netz Taktrassen zerschiessen sollen, nur damit andere EVU mit ihren Einzellagen top Trassen bekommen?
Ich kenne viele hier, die sich über nicht funktionierende Reiseketten sehr ärgern würden ...

Warum zerschießt man einen Takt, wenn der Takt von einem anderen Anbieter gefahren wird?
Sowas gibt es im NV doch überall. Natürlich kann man dann vielleicht nicht mehr jeden Dumping-Tarif nutzen. Beim Sparpreis hat man eh Zugbindung.

Sagt dir Call-by-call noch was?
Sagt dir pre-selection noch was? Später Bitstreaming. Alles Mechanismen, um zum Telekom-Monopol aktiv Konkurrenz zu schaffen.


Nichtsdestotrotz können auch verschiedene Mobilfunknetze nebeneinander existieren, nur sind nicht alle Anbieter gleich gut aufgestellt an allen Orten. Ich z.B. musste in meiner jetzigen Wohnung den Anbieter wechseln, weil mein vorheriger Anbieter hier nur sehr schlechten Empfang zur Verfügung stellt.

Ja, da wird der Vergleich schwierig. Ich redete ja erstmal von der Telekom als Festnetz-Monopolisten. Die letzte Meile gibt es bis heute nur einmal. Parallelität kommt nur durch den Kabelzugang.

Jede Telekom-Gebühr wurde geprüft und viele wegen Dumping gegenüber dem Kunden oder Wucher gegenüber der Konkurrenz zurückgewiesen. Bei der DB wird weder der Dumpingsparpreis noch die Vertriebswuchergebühr zurückgewiesen.


Darf denn ein Unternehmen keine Sparpreise - auch keine enorm günstigen - mehr anbieten? Ich kenne Leute, die haben Flugpreise von 13€ für 3000 km Strecke ergattert.

Bei welchem staatlichen Monopolisten gab es denn die 13 Euro Flugtickets?


Jedes FV-Unternehmen kann Leistungen der DB einkaufen, nicht nur bei Netze. Zum Beispiel Anschlusszüge auf der Fahrkarte, natürlich auch zum genehmigten Preis, nicht zum Wucherpreis.
Ggf. Können Unternehmen analog zur LH sich auch im DB-Zug einkaufen, gerade da wo Parallelfahrten wenig Sinn ergeben. Alles zu genehmigten Preisen, die Konkurrenz wirtschaftlich werden lassen.


Solche Joint-Ventures sind sicher begrüßenswert.


Auch müsste die DB der Konkurrenz ggf Infrastruktur und rollendes Material zur Verfügung stellen. Besonders nicht mehr benötigtes. Die Wartung könnte auch weiterhin durch die DB erfolgen oder die Konkurrenz mietet sich in den Werkshallen der DB ein (analog Vst). Alles zu genehmigten Preisen.


Warum sollte die DB der Konkurrenz rollendes Material zur Verfügung stellen? Habe auch noch nicht gehört, das Fluggesellschaften verpflichtet sind, ihrer Konkurrenz Flugzeuge zur Verfügung zu stellen.

Welche staatlichen Monopolisten im Flugverkehr meinst du da?
Die Telekom musste wie oben beschrieben alles mögliche zur Verfügung stellen. Die Endkundenrechnung inkl. Abbuchung z.B., m.W. den Platz in den Vst der Telekom und hätte ich eine Vodafone-Leitung, würde die bis heute vom Telekomtechniker gewartet.

Warum sollte also das rollende Material der Bundesbahn anders behandelt werden als das nicht rollende? Der Monopolist war ja auch in dem Bereich praktisch Monopolist, weil er 100% aller HGV-Züge in Deutschland bekam.
Mein Vorschlag für 1994 wäre gewesen: DB Traktion+Wagen bleibt Bundesbahnsondervermögen und stellt das Material dem Markt zu marktüblichen Preisen leihweise zur Verfügung. Vielleicht könnte alle 5 Jahre darauf geboten werden.
Oder hättest du das gegenüber der DB als nachteilig empfunden? Warum?


Jeder neue Streckenmeter seit 1994 würde nicht mehr von der DB gebaut und vertrieben, sondern (auch mit Anreizen) von einem der Marktteilnehmer.


Alles machbar, aber trotzdem gäbs dann Streit um die besten Trassen. Merke aus der Physik: wo ein Körper ist, kann kein zweiter sein.

Richtig. Das war nur ein Beispiel wo man aus dem Monopolisten weiterhin ohne Not den Monopolisten erhält.
Auch gäbe es Streit um die besten Trassen, aber auf der Nicht-DB-Strecke schon mal ohne Interessenkonflikte.


Die Telekom hat das ganze übrigens bis jetzt überlebt. Komisch, oder?


Unter ganz anderen Rahmenbedingungen und Gegebenheiten.

Meinst du die Rahmenbedingung "Konkurrenz belebt das Geschäft"? Da würde ich dir recht geben. Das ist in der Tat so.

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