DB Netz und die Privaten (Allgemeines Forum)

Christian_S, Freitag, 01.02.2019, 15:44 (vor 2686 Tagen) @ Power132

Connex ist "Opfer" des aufkommenden Fernbus-Booms geworden. Daran ist nicht allein Flixbus schuld. Und die Begründung lautetet damals nachvollziehbar, dass man nicht dauerhaft rote Zahlen schreiben kann. Anders als die DB haben Mitbewerber keine entsprechende Bilanzssume und können sich keine 3,8Mrd € Nettoschulden leisten. Und wie lange schiebt die DB die Verbindlichkeiten von sich her, dass kann kein anderes freies Wirtschaftsunternehmen so lange durchhalten.

Gegenfrage: Warum hat es Connex dann nur bei seinen 2 Verbindungen pro Tag belassen, statt den Takt zu erhöhen? Nachdem man in dem Markt dort einmal aktiv und bekannt war, wäre das sicher leichter gewesen als von null zu beginnen.
Aber nein, man hat aufgegeben - die Fernbusse fahren im Takt.


Du und andere werfen Flixtrain vor, dass man vom SFS Kuchen was abhaben will. Das ist doch nur legitim. Was ist daran kritikwürdig? Schliesslich ist es wichitg beim Markteintritt, dort anzugreifen, wo sich andere tummeln. Nur so kann man doch Umsatz und Ertrag generieren. Das ist schliesslich das, was im Wirtschaftskreislauf Sinn und Zweck einr Unternehmung ist. Du erbringst deine Arbeitsleistung auch nicht ohne Entlohnung und schiebst deinem Arbeitgeber monatlich noch 1000€ aus Dankbarkeit für das Arbeiten zu.

Es ist keineswegs kritikwürdig. Ich war nie einer von denen, die Flixtrain im Saaletal erwartet haben - ganz im Gegensatz zu vielen Eisenbahn-Enthusiasten hier und in anderen Foren, die in der Firma den Heiland zu sehen glaubten.

Bloss muss man eben auch auf SFS das dafür nötige Material haben. Zugangsbedingungen gelten für alle und man hat es ja selbst in der Hand, sich - bevor man große Ankündigungen macht - auf dem Markt nach dem nötigen Material umzusehen und dann zu entscheiden, ob es Sinn macht oder nicht, dort zu fahren.


Was soll ein Mitbewerber auf einer (als exemplarisches Beispieil) Strecke Gera - Leipzig - Berlin - Hamburg großartig angreifen? Der Abschnitt Gera - Leipzig ist für 120km/h ausgelegt. Beachten wir die diese Diskussion sind 160km/h nicht FV würdig, sondern sollten min 200km/h haben. Auch ist der Abschnitt Gera - Leipzig nicht elektrfiziert und es ist ein erheblicher Mehraufwand für eine solche Verbindung mehr Fahrzeuge vorzuhalten oder Fahrzeuge zu entwickeln, die Hybridtechnologie als Basis hat. Das verursacht wiederum Kosten, die nicht so einfach zu stemmen sind.
Fazit: Flixtrain an den Katzentisch zu verweisen ist keine Vorraussetzung für wirtschaftliches Arbeiten.

Das ist eine falsche Denkweise. Auch auf gut nachgefragten Strecken der Luftfahrt greifen Gesellschaften die Platzhirsche an und konkurrieren mit diesen. Warum sollte das Flixtrain nicht auf einer der top Magistralen auch tun? Aber, ich wiederhole mich: man muss sich entscheiden: will ich im Takt fahren und in entsprechendes Material investieren oder nehme ich Abstriche bei der Trasse in Kauf?

Siehe Leipzig-Berlin übrigens: Flixbus braucht etwa doppelt so lange wie die DB, beide aber fahren im Takt und haben ihren Kundenstamm. Flix weiss also, wie es geht ;)

Und nebenbei erwähnt: Die enttäuschen Eisenbahn-Enthusiasten die sich auf FV Wettberwerb gefreut haben, werden tagtäglich von der DB enttäuscht. Man muss nur hier schauen, dann sieht man das mehr als deutlich.

Mag sein, ändert aber nix daran, das bisher kaum ein anderes EVU ihnen die Erwartungen erfüllen konnte oder überhaupt bereit dazu ist, es zu versuchen.


Man kann also sehen, es ist einfach einen Vorwurf zu formulieren und zu meine, sollen die doch andere Strecken aufbauen. Aber das ist ein Spiel unter unfairen Vorraussetzungen.

Ist es also die Schuld der DB, das man ein umfangreiches Netz an Verbindungen - zumeist im Takt - betreibt? Sollte die DB sich dafür ihrer Konkurrenz gegenüber schuldig fühlen?


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