DB Netz und die Privaten (Allgemeines Forum)

Christian_S, Freitag, 01.02.2019, 20:36 (vor 2694 Tagen) @ agw

Ich rede auch von anderen Anbietern, die es dank toller Trassen gar nicht erst weiter versucht haben.

Hätten sie einen Taktverkehr fahren wollen und dafür Trassen bestellt, hätte das Angebot möglicherweise anders ausgesehen. Aber auch das kann natürlich nicht bedeuten, das andere Unternehmen deshalb ihre Rechte plötzlich verlieren ...

Warum zerschießt man einen Takt, wenn der Takt von einem anderen Anbieter gefahren wird?
Sowas gibt es im NV doch überall. Natürlich kann man dann vielleicht nicht mehr jeden Dumping-Tarif nutzen. Beim Sparpreis hat man eh Zugbindung.

Bloss worauf fundierst Du, das plötzlich der andere Anbieter den Takt anstatt des bisherigen Anbieters fahren darf. Mit welchem Recht muss der bisherige Anbieter seinen Takt zugunsten eines neuen Anbieters aufgeben? Das geht vielleicht bei Ausschreibungen, aber eben nicht bei direktem Wettbewerb auf Kosten der Unternehmen.

Bei welchem staatlichen Monopolisten gab es denn die 13 Euro Flugtickets?

Wieso Monopolisten? Es ging um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen einer bestimmten Strecke. Da ist übrigens DB Fernverkehr auch kein Monopolist, sondern befindet sich im direkten Wettbewerb mit Fernbussen und Fluggesellschaften ...

Die Telekom musste wie oben beschrieben alles mögliche zur Verfügung stellen. Die Endkundenrechnung inkl. Abbuchung z.B., m.W. den Platz in den Vst der Telekom und hätte ich eine Vodafone-Leitung, würde die bis heute vom Telekomtechniker gewartet.

Das muss die DB auch. Sie muss andere EVU an ihren Bahnhöfen halten lassen, sie in ihren Auskunftsmedien erwähnen etc.


Warum sollte also das rollende Material der Bundesbahn anders behandelt werden als das nicht rollende? Der Monopolist war ja auch in dem Bereich praktisch Monopolist, weil er 100% aller HGV-Züge in Deutschland bekam.

Es gibt aber keine Bundesbahn mehr. Du kannst da nichts mehr herholen, da es sich längst im Besitz der DB AG befindet. Dieser Plan hätte vielleicht 1994 funktioniert, aber da war das auch gar nicht so vorgesehen ...

Mein Vorschlag für 1994 wäre gewesen: DB Traktion+Wagen bleibt Bundesbahnsondervermögen und stellt das Material dem Markt zu marktüblichen Preisen leihweise zur Verfügung. Vielleicht könnte alle 5 Jahre darauf geboten werden.

Wie gesagt, sowas hatte damals gar niemand im Sinn.

Oder hättest du das gegenüber der DB als nachteilig empfunden? Warum?

Nicht zwangsläufig, wenn man es richtig aufgezogen hätte ...

Die Telekom hat das ganze übrigens bis jetzt überlebt. Komisch, oder?


Unter ganz anderen Rahmenbedingungen und Gegebenheiten.


Meinst du die Rahmenbedingung "Konkurrenz belebt das Geschäft"? Da würde ich dir recht geben. Das ist in der Tat so.

Die Telekom hat aber auch keinen Nachteil davon in technischer Hinsicht, wenn andere Anbieter Rundfunkfrequenzen nutzen. Im Bahnwesen funktioniert das aber so nicht, es gibt nunmal nur ein Schienennetz und nicht x-beliebig viele parallele.

Das Konkurrenz das Geschäft belebt, da stimme ich Dir übrigens zu. Ich habe auch wirklich nichts gegen Konkurrenz auf der Schiene. Aber es muss den Rahmenbedingungen entsprechend zugehen und nicht das ein Unternehmen plötzlich daherkommt und sagt "ich will jetzt hier fahren, also gebt mir die besten Trassen und verkrümmelt euch ..."


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