...Neigetechnik: Überaus sinnvoll und schmerzlich vermisst (Aktueller Betrieb)

MvG, Mittwoch, 29.08.2018, 14:11 (vor 2783 Tagen) @ gnampf
bearbeitet von MvG, Mittwoch, 29.08.2018, 14:13

Also meine derzeitige Pendelstrecke wird definitiv nicht ausgebaut werden.
Die Fahrtzeit beträgt seit Wegfall der Neigetechnik 90 Minuten. Vor 10 Jahren fuhr der Neigetechnik-Zug die selbe Strecke in 66 Minuten. Hin und Zurück kostet mich der Wegfall der Neigetechnik also eine knappe Stunde Lebenszeit jeden Tag, 5 Tage die Woche etc...

Mit Neigetechnik würden einige Anschlüsse (darunter FV) erreicht, die heute weg sind und perspektivisch auch nicht mehr erreicht werden können.

Ja, der BR612 fehlt es gewaltig an Feinfühligkeit, ich kann nachvollziehen dass manch überempfindlicher Magen da rumort (abgesehen davon hatten 99% aller Fahrgäste damit nie irgendwelche Probleme, manch einer wollte diese aber unbedingt haben um meckern zu können und hat sie sich dementsprechend eingeredet), aber andere Neigezüge, wie der 411, zeigen ja, dass das kein prinzipielles Problem der Neigetechnik, sondern der technischen Ausführung der Baureihe ist.

Das eigentliche Problem dabei im NV ist, dass nur die DB über Neigezüge verfügt und somit bei Neuvergabe von Verkehrsleitungen kein Wetbewerb stattfinden kann, sowie dass nach Ausscheiden der BR 612 bislang keine Nachfolge-Baureihe zur Verfügung stünde, weil der Industrie die Nachfrage danach zugering ist, als dass sie ein neues Fahrzeug wirtschaftlich entwickeln könnten.

Nur liegt die Lösung meiner Meinung nach auf der Hand:
die Auftraggeber der Länder, in denen Neitech-Strecken betrieben werden, müssten sich zusammentun und gemeinsam eine Bestellung auslösen und die späteren Fahrzeuge dann in landeseigenen Fahrzeugpools vorhalten. Derartige Bemühungen scheiterten bislang aber an der deutschen Kleinstaaterei.

Für einen vollständigen umfassenden Deutschlandtakt unter Einbeziehung aller Strecken kann man auf den Einsatz von Neigezügen aber nicht verzichten, sonst werden nicht alle Knoten erreicht und dass man jede Nebenlinie zur Kompensation dessen milliardenschwer über viele Jahre aufwändig ausbaut, wird schlichtweg nicht passieren. In diese Richtung gehende Argumentationen sind somit nichts als halbgar vertröstende Ausflüchte, in der Hoffnung, dass die Leute nach ein paar Jahren dann vergessen haben, dass sie mit Neigezügen mal eine halbe Stunde schneller waren und den ICE erreicht haben und damit dann die Unmutsbekundungen irgendwann abebben.


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