Argumente wie im Kindergarten (Allgemeines Forum)

ALR997, Samstag, 15.10.2016, 12:03 (vor 3460 Tagen) @ J-C

Sagen wir es anders: der einzige Grund, warum es manche Menschen noch erlauben können auf dem Land zu wohnen. Versuch mal, morgens aus dem Westerwald nach Köln oder Bonn mit dem ÖV zu pendeln, und da meine ich jetzt nicht Montabaur sondern eher das Hinterland, wo zwei Mal am Tag ein Schulbus fährt. Oder lokales Beispiel: Salzgitter. Auf nach Braunschweig: mit dem Auto? Kein Problem! Zwei Autobahnen, noch eine Bundesstraße und das Ganze in Rekordzeit. Mit dem ÖV? Da musst du schon Glück haben, dass in deinem Ort ein Bus fährt. Dann muss der Anschluss an den Zug passen, sonst heißt es: 1 Stunde warten. Und das jeden Tag?

Ui, das hört sich ja nach was an. Ich bin halt Stundentakte mit dem Bus vom Dorf hier gewohnt, die Busse selber haben dann auch standardmäßig WLAN.

Jetzt kenne ich natürlich nicht das lokale Verkehrskonzept, kann auch nicht einschätzen ob der Stundentakt alle Dörfer in deiner Gegend betrifft. Persönlich habe ich hier in Salzgitter mittlerweile zum Beispiel auch das Glück, an einer der qualifizierten Buslinien zu wohnen, sehr wohl gibts da aber auch Orte, besonders raus in die Landkreise, wo dann ein erheblich dünneres Angebot gefahren wird, meistens nicht einmal im Takt.

Aber das kenne ich selber, direkt bei Hamburg gibt es auch solche Ortschaften, wo fast nix läuft an Bussen, obwohl das noch tendenziell im Speckgürtel liegt...

Zum Beispiel. Und gerade da wäre es interessant, dichtere Angebote zu fahren. Vielleicht nicht bis nach Hamburg rein, aber zum nächsten Bahnhof und dann mit festem Anschluss.

Machen wir uns nichts vor: wer gerne auf dem Land wohnen möchte, aber in der Stadt arbeiten muss, hat oft nur zwei Möglichkeiten: Wochenendpendeln oder das Auto.

Nicht immer und auch nur, wenn man in ÖPNV-Wüsten zieht...

Ja, also ich bezog mich jetzt nicht auf die Situationen wo man 10 km vom Wohnort arbeitet. Aber selbst im Großraum Rhein-Ruhr gibt es eben Wochenendpendler. Man mag es kaum glauben, aber es ist so.

Da spielen jeweils auch verschiedene Faktoren rein, wie die konkrete Wohnsituation, Arbeitszeiten, Familienstand, usw. Gleichwohl sollte man in Anbetracht der Wohnraumsituation in vielen Großstädten überlegen, wie man das Pendeln aus den Billigstädten (da wären wieder mein berühmtes Salzgitter gefragt, aber mitunter auch Vororte wie Lünen, Kamen, Hürth oder nahe gelegene Städte wie Büchen oder besser Elmshorn, Hildesheim oder Dachau interessant. Es ging jetzt nur um die Lage. Ob die Wohnsituation da noch so toll ist, kann ich im Einzelnen nicht sagen) oder eben aus dem ländlichen Raum attraktiver machen kann.


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