Interessanter Wert aus einer Auto-Verkaufsstatistik (Allgemeines Forum)

GUM, Freitag, 14.10.2016, 10:02 (vor 3455 Tagen) @ Colaholiker
bearbeitet von GUM, Freitag, 14.10.2016, 10:04

Lieber GUM,

[...]

Viele Autokäufer fangen grundsätzlich nach dem Neukauf mit minus 960 oder 1.440 Zeitstunden an. Laufend kommen dann neue Verspätungen und Zeitverzögerungen hinzu.


Woher kommt dieser Wert?

Neugierig nachfragende Grüße,
der Colaholiker

Die Quelle und den damaligen Anlass für den Wert habe ich leider nicht mehr 100%-ig im Kopf. Ich versuche aber eine Annäherung mit aktuellen Zahlen:

Beim Kraftfahrtbundesamt gibt es jeden Monat eine Zulassungsstatistik aufgeteilt nach Marken und den jeweiligen Baureihen. Immer wieder wundern sich manche Hersteller, warum gerade eine Baureihe wie der Audi A 8 (im Monat nur 229 Fahrzeuge, inklusive Eigenzulassungen) sich soooo schlecht verkauft.

Wenn man dann die vergünstigt abgegebenen Fahrzeuge abzieht, dann kommt man auf einen miserablen Absatzwert in Stück. Also

Zahlen-Quelle: Kraftfahrtbundesamt, Monatsstatistik

Wenn ein Hersteller nun analysieren möchte warum das Fahrzeug nicht verkauft wird, dann wird er sogenannte Markt"forschungs"institute beauftragen, die Autokäufer bei freiwilliger Teilnahme auszuhorchen.

Die geben dann ihr Brutto-Einkommen und den Fahrzeugtyp an. Meistens ergibt sich irgendeine Korrelation zwischen 6 und 9 Bruttogehältern*, die die Menschen für Autos ausgeben.

* = Zahlenwert vor einigen Jahren.

Wer aber näher darüber nachdenkt, der weiß wie marktfern und wettbewerbsunfähig das Automobil in der Realität ist. Die Menschen geben also 6 bis 9 Monate der Lebenszeit her, nur um ein neues Blechgewand mit Motor zu kaufen.

Aus diesen 6 bis 9 Monaten multipliziert mit 160 Monatsarbeitsstunden ergeben sich die Erschreckzahlen. Die habe ich mal so deutlich geschrieben, wie es kein Markt"forscher" tun würde. Denn das visualisiert den Autowahnsinn vieler Privatkäufer.

Bei Handwerksbetrieben, Taxis etc. ist das natürlich anders, weil die Fahrzeuge ja einem Erwerbszweck dienen.

Vor der Frage der Produktqualität und ob das Design dem Fahrzeug ein hochwertiges "Facelift" spendieren soll liegt also die Frage des Marktpotenzials. Gibt es also genug Kunden im angestrebten Preissegment oder bleibt es bei einem bescheidenen Marktanteil in einem viel zu kleinen "Premium"-Markt.

So war die Zahl gemeint. Alle Firmennamen sind natürlich rein willkürlich gewählt und haben keinen Zusammenhang mit irgendwas.

Umgekehrt und für die Bahn kann dies heißen: Bei sehr guter, sujektiv wahrgenommener Produktqualität laufen die Menschen auch hochwertige, preisintensive Produkte.

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