Herrje... (Allgemeines Forum)

Blaschke, Donnerstag, 13.10.2016, 19:50 (vor 3456 Tagen) @ GUM

Hallo!

Ich glaube nicht, dass man sich fairerweise vergleichend und einordnend mit den Verspätungen des Autoverkehrs in den Großstädten oder auch dem negativen Zeitkontostand beim Kauf eines "Automobils" auseinandergesetzt hat. Geschweige denn der üblichen Auto-Winterverspätung beim Ausgraben des Fahrzeuges aus dem Schnee und dem Scheiben saubermachen. Da beginnt jede Fahrt mit einer Losfahrverspätung von 20 Minuten.

Viele Autokäufer fangen grundsätzlich nach dem Neukauf mit minus 960 oder 1.440 Zeitstunden an. Laufend kommen dann neue Verspätungen und Zeitverzögerungen hinzu.


Warum sollte ich beim Autokauf 60 Tage Verspätung haben? Was für ein Unsinn. Und ansonsten: Sind das GUMs THEORETISCHE Erkenntnisse oder hat all das auch einen ERLEBTEN Hintergrund? Oder spricht da der Blinde von der Farbe?

Ich bin es ja ein bißchen leid, zumal es ohnehin nicht zur Kenntnis genommen werden wird, aber dieser ewige Auto-Verspätungs-Kram ist einfach in der Pauschalität nur Unfug. Nun könnte ich GUM von 4 verknüpften Apotheken-Touren erzählen, die sich über hunderte Kilometer erstrecken in Städten und auf hochbelasteten Autobahnen, wo es aber trotzdem an 3 von 5 Tagen so war, dass ich meine Kollegin in Gegenrichtung auf dem immerselben 5 Kilometer langen Autobahnabschnitt, den wir beide befuhren, getroffen haben. Ich könnte auch berichten, wie oft ich in 2 Jahren Reisendeninterviews-Bahnfahren (und 20 Jahren Freizeitfahrten) und im Vergleich dazu in fast 6 Jahren Kurierfahren mehr als eine Stunde Verspätung hatte. Und überhaupt könnte ich erzählen, wie extrem hoch die Pünktlichkeit beim Autofahren ist, was ich tagtäglich erlebe. Und zwar auch (und gerade) ohne das Volksverblödungsgerät Nummer eins Navigationssystem. Ortskenntnis reicht - die ist durch nichts zu ersetzen. Und ich bin beim Auto nicht abhängig von fremden Mächten, die mich disponieren, meist mehr schlecht als recht. Auch ist die Zahl der Ausweichmöglichkeiten beim Auto deutlich höher als bei der Eisenbahn; zwangsweise sozusagen.

Zusammenfassend: Das Auto ist in punkto Pünktlichkeit um ein Vielfaches zuverlässiger als die Eisenbahn!

Und das gilt selbst für den Berufsverkehr und überfüllte Innenstädte. Die Bahn kann da durchaus schneller sein, aber wenn ich seriös kalkuliere und den Berufsverkehr und die "üblichen" Staus mit einkalkuliere vorab, dann kome ich auch mit dem Auto zur anvisierten Zeit ans Ziel! Das Argument "Verspätung" läuft also auch dann völlig ins Leere! Höchstens das Argument "schneller" kann in den Fällen eines sein.

Aber all das wird GUM ohnehin nicht zur Kenntnis nehmen. Weil er es nicht will. Nicht wahrhaben will. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und GUM hofft, dass Unwahres wahrer wird, wenn man es nur oft genug behauptet. Zu dem Unsinn mit dem Schnee schreibe ich mal gar nicht erst was; nur ganz nebenbei für GUM: Für Autos hat man mittlerweile auch die Standheizung erfunden.

Und an dem Vorteil für das Auto wird sich auch nichts ändern, solange wir an dem Wahnsinn "ITF" festhalten, an dem Wahnsinn "Deutschlandtakt". ITF mag in schnuckelig kleinen Netzen leidlich funktionieren, in der Fläche in Deutschland in der heutigen Form mit den im Zweifel zigfachen Umstiegsnotwendigkeiten nicht. Das auch gerade unter dem Aspekt, dass die Menge des Verkehrs auf dem Eisenbahnnetz noch weniger zum Netzzustand und -ausbau paßt wie bei der Straße. Wie am Ende Deutschland diesbezüglich bei beiden Verkehrssystemen ist, die beide halbherzig finanziert werden, läßt sich schön auf Dortmund - Hamburg beobachten: Die Autobahn ist in 50 Jahren noch nicht fertig ausgebaut; die Eisenbahn ist hier schneller und könnte eine echte Alternative sein. Aber was ist? In den letzten 30 Jahren sind keine Fernzüge dazu gekommen, während die Anzahl der Wagen pro Fernzug tendenziell eher gesunken ist. Ein Armutszeugnis. Ein Trauerspiel. Und zeigt, dass alles hoffnungslos ist. Zumindest für EINES der beiden Netze muß soviel Geld da sein, dass es ausreichend finanziert werden kann. Zur Not muß das andere Netz dann weitgehend beerdigt werden. Nun wäre es an der Zeit, sich darüber intensiv Gedanken zu machen, welches Netz welche Aufgabe übernehmen soll und hier eine intensive Grundsatzdebatte zu führen. Aber was macht GUM? Glaubt, dass die Leute sich von den Verspätungen des Autofahrens, die es in der Form gar nicht gibt, dazu bewegen lassen, auf die notorisch unpünktliche Eisenbahn umzusteigen, deren verläßlichste Eigenschaft die Unzuverlässigkeit ist.

Mir persönlich wäre es übrigens durchaus Recht, wenn mehr Leute die Eisenbahn benutzen. Vor allem wenn die Neu-Eisenbahn-Kunden aus dem Bereich der 85% der Autofahrer kommen, die mit dem heutigen Straßenverkehr überfordert sind. Dann wäre auf der Straße nämlich ENDLICH mehr Platz für die, die es können...


Schöne Grüße von

jörg


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