Rheinschiene Mannheim - Basel mit 250 km/h (Allgemeines Forum)

lokuloi, Sonntag, 25.09.2016, 11:28 (vor 3480 Tagen) @ ThomasK

Für eine Kantenzeit von 90 Minuten zwischen Mannheim Hbf und Basel SBB bzw. einer Kantenzeit von 120 Minuten zwischen Frankfurt (Main) Hbf und Basel SBB reichen 230 km/h keineswegs aus.

Ja. Für eine Kantenzeit von 90 Minuten von Mannheim bis Basel SBB wird das in der Tat nicht ausreichen. Mir ist jetzt aber auch nicht bekannt, dass dies in irgendeiner Form “offizielles” Projektziel ist.
Hier ist z.B. nur lapidar von 69 Minuten zwischen Karlsruhe und Basel die Rede. Ob damit SBB oder der badische Bahnhof gemeint ist, geht daraus nicht hervor. Aber so oder so: für 90 Minuten Mannheim- Basel SBB wird’s nicht reichen. Auch die “S21-Tapete” geht von um die 75 Minuten Karlsruhe – Basel SBB aus, je nach Haltepolitik.

Mit einer Kantenzeit von 90 Minuten Karlsurhe -Basel SBB, also 120 Minuten Mannheim – Basel SBB wär ich ja (fürs erste) schon zufrieden – natürlich sollte man sich den nächsten Schritt nicht verbauen.
Zudem kommt mir diese Diskussion reichlich früh vor. Es geht um eine Maßnahme die nach derzeitigem Rahmenterminplan ab 2036 (!) realisiert werden soll und 2041 in Betrieb gehen soll (7.2 -7.4 ABS). Bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter und es wird noch viel diskutiert werden.

Für den Oberrheinkorridor wird es ab 2024 durchgehend vier Gleise (davon zwei für 250 km/h) zwischen Karsruhe und Offenburg und zwischen Müllheim und Basel SBB geben. Das sollte hoffentlich – ich gehe mal davon aus – für eine Kantenzeit von 90 Minuten zwischen Karlsruhe und Basel SBB reichen - wenn auch knapp. Für eine Taktverdichtung wird das aufgrund der Zweigleisigkeit zwischen Offenburg und Müllheim nicht ausreichen.

Dann wird in den 10 darauffolgenden Jahren die Güterstrecke entlang der A5 gebaut werden. Damit sollte so ab 2035 die Kapazität zur Verfügung stehen, den Personenfernverkehr zu verdichten, ohne dass sich an den Fahrzeiten was ändert. Bis dahin sollte hoffentlich auch die NBS Rhein/Main – Rhein/Neckar in Betrieb sein. Einem echten Halbstundentakt würde dann nichts mehr im Weg stehen. Die Fahrzeit wird aber bei 90 Minuten Kantenzeit Karlsruhe – Basel SBB bleiben.

Ob man dann ab 2035 noch ein Interesse daran hat, die Bestandsstrecke auf 250 km/h auszubauen, wird sich zeigen.


Selbst 250 km/h sind extrem knapp kalkuliert. Man muss auch die Ein- und Ausfahrbereiche in Freiburg und Karlsruhe sehr gut optimieren und auch ein Leistungsgewicht von mehr als 15 kW/Mg haben, wenn der ITF mit 90 Minuten Kantenzeit zwischen Mannheim Hbf und Basel SBB bzw. 120 Minuten Kantenzeit (mit NBS Rhein/Main - Rhein/Neckar) zwischen Frankfurt (Main) Hbf und Basel SBB funktionieren soll.

Eben. Für die 90-Minuten-Kante Mannheim – Basel SBB bedarf es mehr als der aktuellen Planung. Nichtsdestotrotz ist sie natürlich Voraussetzuung dafür.

Die Frage ist, ob diese Kante überhaupt erstrebenswert ist. Denn 90 Minuten Mannheim – Basel SBB bedeuten, dass zwischen den Halten entlange der Achse ca. 20 Minuten liegen. Dadurch würde man die bestehenden und mehr und weniger gut funktionierenden Knoten in Karlsruhe, Offenburg und Freiburg zerstören.

Gerade unter ITF-Gesichtspunkten wäre eine “Knoten-Kette”:

MA <-30->KA <-30-> OG <-30-> FR <-30-> Basel SBB

optimal. Mit leicht nach vorne (aus Sicht KA) verzogenen Knoten in Offenburg und Freiburg sollte das eigentlich ab 2024 möglich sein, so man denn will.


So sehr ich die Deutsche Bahn in anderen Bereichen kritisieren muss, hier kann ich sie nur dafür loben, dass sie gegenüber den Bürgerinitiativen hart bleibt.

Prinzipielle Zustimmung. Allerdings befürchte ich, dass das Motiv nicht eine 90-Minuten-Kante Mannheim – Basel ist, sondern schlicht und ergreifend: wir haben vom Eigentümer den Auftrag 250 km/h zu planen, also machen wir das auch.

Ciao,
Uli


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