Luxemburg (Allgemeines Forum)

Zugreisender, Freitag, 24.09.2010, 17:42 (vor 5759 Tagen) @ Thalyseo

Ich bedanke mich zunächst einmal für die Blumen mit dem Lob meiner Sprachkenntnisse, dies obwohl ich ja gegenüber dir noch kein einziges Beispiel abgeliefert habe. Du vermutest grundsätzlich richtig, ich selbst halte mein Englisch heute aber für grottenschlecht, es wird einfach zu selten genutzt. Damit bin ich aber immer noch weit über den durschnittlichen Fähigkeiten eines Franzosen sich dieser Sprache zu bedienen.

Versteh´ das jetzt nicht falsch, man sollte so viele Sprachen wie möglich lernen, aber irgendwann sind die Kapazitäten erschöpft. Deswegen sollte auch eine Kosten-Nutzen-Erwägung gemacht werden; so würde ich bspw. nie Russisch oder Chinesisch lernen wollen, da mir der Zeitaufwand und mein persönlicher Nutzen zu hoch wäre.

Da stimme ich dir zu. Du würdest wohl nicht auf die Idee kommen eine dieser Sprachen zu lernen wenn wir in Deutschland nun einen grossen Bevölkerungsanteil aus Zuwanderern dieser Länder haben würden. Aber gerade deshalb ist es doch ein kleiner Widerspruch das du den Luxemburgern empfehlen willst gerade dies zu tun!

Es sollte auch nicht vergessen werden das Deutsch weltweit von mehr Menschen gesprochen wird als Französisch.


Das wusste ich wirklich nicht! Die Zahl der Muttersprachler fällt dann aber wieder zu Gunsten des Französischen aus, oder?

Doch, an Muttersprachlern gibt es mehr Deutsch- als Französischsprachige. An Fremdsprachlern vermute ich mal überwiegt Französisch. Hierzu muss man wissen das es gerade in Afrika viele Staaten gibt in denen Französisch Amtsprache ist, die Menschen dies aber nur in der Schule lernen. Und in Europa verhält es sich gerade im Fall von Luxemburg ja nicht ganz unähnlich.

Wie Du richtig schreibst, ersetzt Deutsch die fehlenden (schriftlichen) Passagen des Luxemburgischen. Interessant ist jedoch, dass die Beziehung (Hoch)Deutsch <-> Luxemburgisch(= Dialekt) eigentlich zur Folge hätte, dass das Hochdeutsche die Stellung einnimmt, die heute das Französische einnimmt, gleichzeitig würde das Luxemburgische zum Dialekt "degradiert", so das Französisch die Stellung des Hochdeutschen einnimmt (= so wird zumindest in der Arbeit argumentiert); ein persönliches Urteil kann ich mir dazu nicht erlauben.

Die Luxemburger haben eben zwei Schriftsprachen zur Wahl - Wobei die amtliche Seite sich für Französisch entschieden hat und der Rest eher in Deutsch erfolgt.

Aber wenn Luxemburg sich wirklich so viel mehr für unsere Sprache einsetzt, verstehe ich nicht, warum Luxemburg seine Beteiligung an der Rechtschreibeform - respektive deren Ausarbeitung - abgeleht hat. Ich glaube, die Begründung war offiziell, dass man sich nicht als Teil des deutschrachigen Sprachraums sehe; aber das kann ich jetzt nicht mit Gewissheit behaupten!>

Man kann aber nicht sagen das Luxemburg sich generell der deutschen Sprachfamilie nicht zugehörig fühlt. Schau einfach mal hier (wo du auch ersehen kannst das die Regierungspartei mit ihren Bürgern am liebsten auf Deutsch kommuniziert):

http://csv.lu/lb/actualites/5522.html


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