Luxemburg (Allgemeines Forum)

Zugreisender, Freitag, 24.09.2010, 15:22 (vor 5758 Tagen) @ Thalyseo

Anekdote am Rande:
Dort war ich mal mit einem Freund, der sich dort dann auf Deutsch etwas bestellt hat; der Mitarbeiter guckte uns groß an und ich habe dann seine Bestellung auf Französisch wiederholt. Ich glaube eher, dass dies an einer Anpassung an das Angebot der deutschen Filialen liegt; man wird nicht extra für diese Filiale französischsprachige Speisekarten(aushänge) drucken.

Wenn Deutsch dann aber so unwichtig wäre könnten sie diese Filiale rein in französischer Sprache ausstatten. Und ich bin sicher die wussten schon weshalb sie sich für Deutsch entschieden haben.

Eine gemeinsame, geteilte Sprache - die angesichts des hohen romanischen Ausländeranteils nun mal nicht Deutsch oder Luxemburgisch sein können - heißt doch nicht, dass andere Sprachen bzw. deren Kultur ausgeschlossen wird!

Das ist die typisch deutsche Einstellung sich uns seine Sprache erstmal selbst nieder zu machen und sich den Gästen anzupassen. So was würde einem Franzosen niemals einfallen, einem Ami auch nicht. Die Franzosen laufen durch das rein deutschsprachige Basel und führen sich sprachlich wie in ihrem eingenen Land auf! Das halte ich für eine Übertreibung ins andere Extrem, aber wir sollten uns davon mal eine Schreibe abschneiden. Und daher sollten Zuwandere nach L sich darum bemühen die Landessprache zu verstehen und nicht der Einheimische seine eigenen Sprache aufgeben!

Aus rein pragmatischen Gründen finde ich es nur besser, sich - zumindest in der Ausbildung auf zwei Sprachen (= primär Französisch; sekundär optional Luxemburgisch) zu konzentrieren, man zugleich jedoch der Bevölkerung die Wahl lässt, weitere Fremdsprachen zu lernen. Es sollte nicht vergessen werden, dass auch noch Englisch gelehrt werden muss, und wenn es dann um Deutsch oder Französisch geht, finde ich Französisch einfach wichtiger, ohne dabei die Deutsche Sprache degradieren zu wollen.

Ich war jetzt schon oft in Luxemburg und kann dir versichern das die Leute dort in keinster Weise verunsichert wirken aufgrund der vielen Sprachen - die haben jede der drei Landessprachen sowie Englisch als Fremdsprache so gut im Griff das man neidisch werden kann. Und das wird denen nicht etwa zuviel (man hört niemals es müsste mal eine Sprache wegfallen) sondern die sind auch noch super stolz darauf (Motto: Es gibt keinen richtigen Luxemburger der nicht perfekt Deutsch kann).

Es sollte auch nicht vergessen werden das Deutsch weltweit von mehr Menschen gesprochen wird als Französisch.

Vielmehr würde ich einen Verfall bzw. nicht weitergehende Förderung des Luxemburgischen - wie es in der Schweiz mit Rätoromanisch der Fall ist - als Degradierung der eigenen Kultur werten;>

Da hast du recht, deshalb wird diese Sprache ja auch nicht aufgegeben. Wie du aber in einem weiteren Beitrag von mir hast sehen können ist diese dem Deutschen sehr ähnlich. Somit lernt man gleichzeitig beide Sprachen, da man Deutsch viel im Fersehen und im Kino erlebt. Da Luxemburgisch in Schriftform auch nicht bis ins letzte Detail definiert ist (ist eben eine vor allem gesprochene Sprache) wird im nicht-amtlischen Schriftverkehr (der ja in Französisch ist) eben nicht selten Deutsch genutzt.

Und an dieser Stelle kommt mir der grausige Gedanke das selbst die Luxemburger unsere eigene Sprache besser zu schätzen wissen als wir Deutsche, die sie scheinbar sofort aufgeben würden und durch Englisch ersetzen zu lassen - weil uns dann die Amis vielleicht cooler finden würden? Ein Franzose würde dazu sagen das ein Volk das für seine eigene Sprache so wenig eintritt wie die Deutschen es auch nicht verdient hat eine eigenen Sprache zu haben.


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