Züge für 320 -> keine Strecken für 320 (Allgemeines Forum)

Henrik, Mittwoch, 15.07.2020, 17:48 (vor 2093 Tagen) @ Oscar (NL)

@Henrik: Danke fürs Teilen.

:)

Ab 2022 verstärken 30 neue Hochgeschwindigkeitszüge die DB-Fernverkehrsflotte. Den Auftrag im Volumen von einer Milliarde Euro vergibt die Deutsche Bahn an die Siemens Mobility. Die DB hat die Ausschreibung Ende 2019 gestartet, nachdem der Bund angekündigt hatte, die Mehrwertsteuer auf Fernverkehrstickets ab Anfang 2020 zu senken.
Die Fahrzeuge sollen zuerst auf Linien zwischen Nordrhein-Westfalen und München zum Einsatz kommen, die über die Schnellfahrstrecke Köln/Rhein-Main führen.

Laut DB Reiseauskunft dauert ICE 611 Dortmund-München 6:37; Fahrt via Stuttgart. Inklusive Reserven braucht man für einen Umlauf in Stundentakt 15 Kompositionen (1x oder 2x Achtteiler). Ich nehme an, DO-N-M ist gleich schnell wie DO-S-M. Also auch hier 15 Kompositionen für einen Stundentakt.
Dann sind die ersten 30 Triebwagen in der Tat Verstärkung.

Stuttgart 21 sowie die NBS nach Ulm gehen in der Zeit dann auch in Betrieb,
..mit Fahrzeitverkürzung und erhöhter Nachfrage.

Wenn man, wie in Deutschlandtakt dargestellt, E-N-M und DO-S-M beide in Halbstundentakt fahren möchte, dann braucht man

+ für E-N-M: 2 * 5:22 (ICE 722) -> 6:30 / 0:30 = 2*6,5/0,5 = 26 Kompositionen
+ für DO-S-M: 2 * 6:37 (ICE 611) -> 7:30 / 0:30 = 2*7,5/0,5 = 30 Kompositionen

Anzahl Triebwagen liegt also zwischen 56 (alles 1x) und 112 (alles 2x).

Wird der ICE3neu ein Erfolg, dann werden vermutlich mehr als 90 Triebwagen benötigt sein (z.B. für die Strecken nach Basel und Berlin-NRW); noch mal abgesehen von den evtl. Internationalen, insbesondere "Franzosen" (die ihre 320 Sachen dann auch tatsächlich ausfahren können).

Dieser Vertrag läuft nur über 90 Züge.
Ich vermute nicht, dass man diese voll ausschöpfen wird.
Die Verkehre nach Frankreich werden durch die 407 abgedeckt.

Das Platzangebot für die Fahrgäste im Fernverkehr der DB wächst mit den neuen Zügen um 13.000 Sitze.

433 Sitzplätze pro Zug, das deutet auf ein Halbzugkonzept = zwei Einheiten bilden einen Ganzzug; zudem kann man Zugteile flügeln/trennen.

440 Sitzplätze sind es.

Faktenblatt - Der neue ICE

Auch wenn die Nachfrage aufgrund der Corona-Pandemie stark zurückgegangen ist, spricht auf längere Sicht alles für die klimafreundliche Schiene. Deshalb bleiben wir auf Wachstums- und Investitionskurs!

Ich weiss nicht wie das in DE aussieht, aber bei uns in NL macht man in diesen COVID-19 Zeiten Urlaub im eigenen Land. Nun ist Deutschland ein bisschen grösser als NL, also durfte die Fernverkehrsnachfrage nach wie vor gut sein.

Die Fernverkehrsnachfrage ist nach wie vor schlecht, sehr schlecht. Die ICE sind leer, die Hauptbahnhöfe verlassen - Geisterstätte.
Im Sommer ist zudem die Nachfrage grundsätzlich geringer aufgrund der Urlaubszeit.
Diese Coronazeit wird aber auch irgendwann sein Ende haben, sehr wahrscheinlich spätestens in 2 Jahren und vorher sollen diese neuen ICE eh nicht in Betrieb gehen.
Diese Pandemie hatte keinerlei Auswirkungen auf die laufende Ausschreibung und Auftragsvergabe - das ist sehr gut.

...auch weil leistungsstarke Hochgeschwindigkeitszüge neben der Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des Deutschlandtakts sind.

Interessant wäre zu wissen, ob es nebst Züge für 320 auch Strecken für 320 geben wird. Also: ist der Deutschlandtakt so konzipiert, dass für die erwünschten Systemzeiten 320 km/h nötig sind? Z.B. Würzburg-Nürnberg 30 Minuten? Stuttgart-Ulm 30 Minuten?
Von den Entfernungen her würde ich sagen: 300 reichen schon, bin aber nicht vor Ort bekannt.

Man kann aber auch sagen: egal, ob 320 in DE nötig sind oder nicht; wenn man für den 300-Preis auch die 320-Variante haben kann, dann beschafft man die 320-Variante. Sollte DB dann doch mal ICE International nach Bordeaux, Montpellier oder Marseille fahren, dann braucht man bei Siemens nur eine Variante mit FR-Paket zu bestellen. Hätte man einen 300 km/h Zug, dann muss eine Unterbaureihe her die komplett für Tempo 320 getestet werden muss.

Den Entwürfen des Deutschlandtaktes liegen keinerlei Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h zugrunde.
Auch ansonsten gibt es keine ernsthaften Ansätze, höhere Geschwindigkeiten als 300 km/h für den Betriebseinsatz zuzulassen bzw. als Entwurfsparameter heranzuziehen.
Rein technisch möglich wäre das ja heute schon, man müsste nur die Regularien anpassen. Die DB hat ja nur ICE 3 im Einsatz, die auch erheblich schneller als 300 km/h fahren können.
Hin und wieder gibt es leichte sanfte Anstöße in der Wissenschaft.
Aber sowas.. die Infrastrukturplanung, die Planung des Bahnbetriebs läuft ja auch nicht im luftleeren Raum ab. Das ist eingebunden in die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese sehen heute ganz anders aus als vor zehn Jahren, wiederum als vor 20 Jahren und vor 30 Jahren. Das kann in 10 Jahren wieder ganz anders aussehen. Will die Politik und Gesellschaft, dass der ICE-Verkehr mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h stattfinden soll, dann könnte das kommen.


Für den Verkehr nach Frankreich werden diese neuen ICE wohl eher nicht vorgesehen.
in die Niederlande und nach Belgien steht da eher im Raum.

[image]

Der Fliegervergleich ist nettes Marketing.
Interessanter: wieviel Ersparnis liefert der Neuling in Vergleich zu einem ICE 3?

gewiss auch einiges, am meisten zu den ersten ICE 3 (403 & 406).
Relevant ist aber ja die Ersparnis durch Substitution von Flugverkehr und Autoverkehr.


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