Vielleicht selten/seltsam, aber nicht ganz ohne Grund. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Montag, 13.07.2020, 18:05 (vor 2275 Tagen) @ WbuIV

Hallo WbuIV, hallo ICE-Fans,

Mal kauft DB Züge für 250 km/h, mal für 350.

Genauso wie renfe: Alvia vs. Talgo S-102.
Genauso wie Trenitalia: ETR700 vs. ETR1000.
Genauso wie die Chinesen: CRH1E (der HGV-Nachtzug) und CRH6 vs. Fuxing Hao.
Zudem noch die CRH3X die es für 250 und 350 km/h gibt.

Welche Strecken jenseits der 300 km/h gibt es denn?

Strasbourg-Paris: 320 km/h.
Le Mans-Rennes: 320 km/h.
Mulhouse-Dijon-Lyon: 320 km/h.
Tours-Bordeaux: 320 km/h.

Sollte DB überlegen, "ICE International" nach Rennes(-Brest), Marseille und Bordeaux einzusetzen, dann kann sie die 320 km/h ausfahren. In der Ausschreibung war von Einsatz unter vier Stromsystemen (also international) die Rede. Das wurde hier im Forum schon diskutiert, z.B. in diesem Thema.

Hinzu kommt vielleicht die eine oder andere Strecke die noch gebaut wird.
So plant Schweden auch 300+ km/h Rennbahnen Stockholm-Malmö/Göteborg. Ein "ICE International" Hamburg-Kopenhagen-Stockholm wird dann interessant, und dann hat man die Fahrzeuge schon.
In Tschechien ist eine 300+ km/h Strecke Prag-Brno-Ostrava geplant. Artikel dazu (obwohl "in depth", dennoch im Moment ohne Login lesbar). Mögliche Verbindungen wären Frankfurt-Dresden-Prag und Berlin-Prag-Wien (ggf. zusammen mit CD; auf Köln-Brüssel hat man ja auch die Wahl zwischen Thalys und ICE International).

Und selbst dann enden Schnellfahrstrecken im endlosen Weichennirvana eines Bahnhofvorfeldes. Die Raserei zwischen Ingolstadt und Nürnberg geht ins gemütliche bis Aschaffenburg über. Von der Bahnhofszufahrt Frankfurt gar nicht zu reden.

Im Pariser Vorfeld fährt der TGV auch gemütlich... ;)

Gut, mal ernst.
Innerdeutsch reichen 300 km/h aus, das stimmt. Aber ins/im Ausland (vor allem FR/ES/IT) lohnen sich höhere Geschwindigkeiten.
Trenitalia und SNCF haben Tochterunternehmen die Bahnprodukte in Spanien anbieten (möchten).
Wie wäre es mit einem DB-Tochterunternehmen, das auf Barcelona-Madrid Dienstleistungen anbietet (ggf. als Billigbahn wie AvLo oder EVA)? Die Strecken kann man in Prinzip mit 350 km/h fahren.

Nach einer durchdachten Strategie schaut das nicht aus.

Bin ich mir nicht sicher.

Es gibt Flottenstrategie seitens der DB und Entwicklungsstrategie seitens Siemens.
Auf dem Grundriss (EN: "blueprint") des Velaros wurde in China eine ganze Reihe 350+ km/h Fahrzeuge gebaut (OK, Tangshan hat diese gebaut, aber Siemens ist in China s.i.w. ein Tangshan Unternehmen).
Kann es sein, dass es kosteneffektiver ist, auf diesem Grundriss weiterzumachen, als ein separates deutsches 300 km/h Platform zu entwickeln? Im ersten Fall hat man die Entwicklungskosten nicht mehr; 350 statt 300 ist dann fast ein Bonus.

Warten wir einfach ab, wie sich das ganze entwickelt.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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