NL: Zug vs Flug: lieber langsam+direkt, als schnell+Umstieg. (Allgemeines Forum)

oska, Dienstag, 03.12.2019, 00:15 (vor 5 Tagen) @ Oscar (NL)

zuerst mal dies: wir ICE-Fans sollen uns bewusst sein, dass wir Bahnkenntnisse haben, die bei Otto/Bärbel nicht vorhanden sind, und erst recht nicht bei Jan/Petra.

Die Eltern von Jan und Petra haben sich Wochen vorher einige Bücher und Reiseführer gekauft, wenn sie solch entfernte Desitinationen wie Holland bereist haben. Freunde befragt, sich im Reisebüro die nötigen Unterlagen besorgt und spätestens vor Ort einen Stadtplan gekauft.

Die Kinder von Jan und Petra gucken in die App und wissen wo sie umsteigen müssen. Wird der Anschluß verpasst haben sie keine Ahnung wo sie sind, aber die App findet die nächste Verbindung.

Und wenn inner-NL umsteigen schon schwer ist, dann erst recht in einem Land wo Jan und Petra das Bahnsystem nicht verstehen.

Bahnfahren muss so einfach werden, dass man das System nicht verstehen muss. Ich gucke nie auf Abfahrtzeiten bei der U-Bahn, sondern nehme einfach die nächste. Welches die nächste Bahn im FV ist zeigt mir entweder meine Reiseverbindung bei einer geplanten zuggebundenen Fahrt oder die App auf dem Smartphone oder am Fahrkartenautomat bei einer spontanen Fahrt.

Das wissen wir ICE-Fans. Nicht aber Jan. Für Jan ist die Bahn erst interessant wen man umsteigefrei fahren kann.

Bei den langlaufenden umsteigefreien Zügen bin ich bei Dir. Ich hatte nur die Züge am Beispiel von OS genannt. Von Amsterdam in den Süden geht es durchs Ruhrgebiet.

1x Amsterdam-München via Nürnberg

Amsterdam-Nürnberg-Wien
Amsterdam-Augsburg-München-Salzburg

1x Amsterdam-München via Stuttgart
1x Amsterdam-Basel
Dazu Stundentakt Amsterdam-Köln, wahlweise mit DB-IC, NS-IC200+DE oder Talgo230.
Hier müssten eigentlich noch 1-2 Zugpaare Amsterdam-Frankfurt hinzu, an geschäftlich interessanten Zeitpunkten.

Das schöne ist, das die o.g. Züge ja alle in Köln halten. Die Züge über Nürnberg auch in Frankfurt (Süd).

Takt ist vor allem wichtig im Geschäftsverkehr. Wenn eine Geschäftstermin sich verzögert, kann man mit einem dichten Takt ohne viel Zeitverlust eine Verbindung später nehmen. Für den Tourismusverkehr (Reisegruppen, viel Gepäck dabei) kann ein dichter Takt hilfreich sein, aber eine Direktverbindung die man zuvor buchen kann, ist besser.

Takt ist wichtig bei spontanen Fahrten. Ob freiwillig oder unfreiwillig. Für den Monate im Voraus geplanten Jahresurlaub, wo das Ziel umsteigefrei erreicht werden kann, ist der Takt egal. Doch sobald ein Umstieg verpasst werden kann, bietet ein dichter Takt Sicherheit. Auch sind die Kinder von Bärbel und Klaus nicht nur spontaner als ihre Großeltern, auch das System Bahn schränkt Fahrkarten immer weiter ein. FV-Fahrkarten sind heute keinen Monat mehr gültig. Also lieber gleich spontan planen.

Mit Takt meine ich übrigens immer den Takt zwischen zwei Städten, nicht den einer Linie. Ein 15-Minuten-Takt zwischen Amersfoort und Osnabrück, zwei Städte wo niemand hin will, ergibt sich daraus das alle z.B. nach Amsterdam, Hamburg, Berlin, Halle/Leipzig/Dresden wollen.

Wenn jemand von Kassel nach Celle will, ist es egal ob der Zug aus Basel, Zürich, München oder sonstwo kommt. Wichtig ist nur das der Zug in Celle hält. Nicht alle Züge halten in Celle. Der Kunde kann entscheiden ob er eine Direktverbindung wählt oder in Hannover umsteigen möchte. Wo der Zug herkommt, wo der Zug später hinfährt, wie oft die Linie bedient wird, all das ist dem Kunden egal. Er will wissen wann 'sein' Zug fährt.

Die Chinesen haben in etwa ein Autobahnnetz kopiert, inklusive "Autobahnkreuze". Nur haben die Chinesen auf "Ausfahrten" verzichtet und stattdessen die "Rasthöfe" als Umsteigeknoten gebaut. Die Italiener haben stattdessen "Ausfahrten" (IT:

Das ist eine sehr schöne Beschreibung.

Für Dortmund-Hamburg ist meine Vision in etwa eine ununtebrochene Rennbahn mit

Vom Prinzip teile ich Deine Vision. Wichtig sind mir dabei drei Dinge. Die neuen Bahnhöfe sollen auch ein Zentrum des ÖPNV für die Umgebung sein, die Anbindung an den ursprünglichen Hbf - z.B. per U-Bahn - muss gewährleistet sein und es sollten keine Umsteigeverbindungen wegfallen, z.B. Dortmund-Hildesheim/Braunschweig/Laatzen.
Lehrte im Osten von Hannover wäre ein ähnlich toller Standort wie Langenhagen im Nordwesten, nur ist man dann schwups im Paris-Dilemma.

Lüneburg), Bahnhof "Walsrode ICE" (Anbindung Heidekreis +

Die Rennstrecke muss ja nicht an der alten Bahnstrecke entlanglaufen. Etwas weiter östlich an der Autobahn, mit Bad Fallingbostel ICE als Bahnhof.

Trennung Zugteil nach Bremen),

Vom Ruhrgebiet wäre auch über Münster-Osnabrück-'Bremen ICE'-Hamburg denkbar. Warum der Umweg über Hannover?


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