NL: Zug vs Flug: lieber langsam+direkt, als schnell+Umstieg. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL) @, Eindhoven (NL), Montag, 02.12.2019, 21:59 (vor 6 Tagen) @ oska

Hallo oska, hallo ICE-Fans,

zuerst mal dies: wir ICE-Fans sollen uns bewusst sein, dass wir Bahnkenntnisse haben, die bei Otto/Bärbel nicht vorhanden sind, und erst recht nicht bei Jan/Petra. Denn Jan und Petra sind Auto und Flugzeug für Langstrecken gewöhnt und kennen die Bahn doch vor allem als ein Verkehrsmittel das ständig zu spät kommt, wo man kaum Platz findet und in der Regel nicht schneller als das Auto ist. Und wenn inner-NL umsteigen schon schwer ist, dann erst recht in einem Land wo Jan und Petra das Bahnsystem nicht verstehen.

Warum nicht? Osnabrück wäre doch ein idealer Standort zum Umsteigen. Züge nach Westen in die Niederlande, Züge nach Norden in die dortigen Hansestädte, Züge nach Osten über Hannover und Züge nach Süden ins Ruhrgebiet.

Das wissen wir ICE-Fans. Nicht aber Jan. Für Jan ist die Bahn erst interessant wen man umsteigefrei fahren kann.
Fahrgastverbund hatte mal einen Alterntivvorschlag für ICE International gemacht:

1x Amsterdam-München via Nürnberg
1x Amsterdam-München via Stuttgart
1x Amsterdam-Basel

Dazu Stundentakt Amsterdam-Köln, wahlweise mit DB-IC, NS-IC200+DE oder Talgo230.

Hier müssten eigentlich noch 1-2 Zugpaare Amsterdam-Frankfurt hinzu, an geschäftlich interessanten Zeitpunkten.

Takt spielt eine entscheidene Rolle. Wenn alle 15 Minuten ein Zug nach Hannover fährt, dann kann der Kölner in Osnabrück ganz entspannt umsteigen. Er wartet nie länger als 15 Minuten.
In den Niederlanden könnte Amersfoort so ein Umsteigepunkt sein. Von dort kann es schnelle Verbindungen nach Utrecht, Den Haag, Rotterdam und Amsterdam geben.

Takt ist vor allem wichtig im Geschäftsverkehr. Wenn eine Geschäftstermin sich verzögert, kann man mit einem dichten Takt ohne viel Zeitverlust eine Verbindung später nehmen. Für den Tourismusverkehr (Reisegruppen, viel Gepäck dabei) kann ein dichter Takt hilfreich sein, aber eine Direktverbindung die man zuvor buchen kann, ist besser.
Auch hier in NL bevorzuge ich auf Eindhoven-Amsterdam die Direktverbindungen ab '07/'27/'37/'57 anstelle der in Utrecht bahnsteiggleichen Umsteigeverbindungen um '17/'47.

Du kannst das Netz in China nicht 1:1 mit dem in Europa vergleichen. Als Du die Strecke Shanghai-Peking vorgestellt hattest, hatte ich mir die Strecke mal genauer angesehen. Teilweise liegen die Bahnhöfe auf der HGV-Strecke 20 Kilometer außerhalb der Stadtzentren.

Die Chinesen haben in etwa ein Autobahnnetz kopiert, inklusive "Autobahnkreuze". Nur haben die Chinesen auf "Ausfahrten" verzichtet und stattdessen die "Rasthöfe" als Umsteigeknoten gebaut. Die Italiener haben stattdessen "Ausfahrten" (IT: interconnessioni) eingebaut, z.B. Novara, Piacenza, Parma, Modena, Arezzo usw. Somit kann der haltende Zug vorübergehend die Rennbahn verlassen und der nicht-haltende Zug fährt mit Vollgas weiter.

Für Dortmund-Halburg ist meine Vision in etwa eine ununtebrochene Rennbahn mit Ausfahrt Bielefeld Süd/Nord, Ausfahrt Hannover West (für die Berlin-Züge), Bahnhof "Langenhagen ICE" (Anbindung Flughafen + Nordwest-Stadtteile Hannover), Ausfahrt Hannover Nord (für ICEs aus Basel und München; auch Anbinding nach Celle-Uelzen-Lüneburg), Bahnhof "Walsrode ICE" (Anbindung Heidekreis + Trennung Zugteil nach Bremen), Anschlussstelle Maschen (damit nachts auch Cargos die Strecke befahren können) und dann via Bestandnetz nach Hamburg.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Verkehrsstaus müssen etwas Tolles sein, sonst würden nicht alle mitmachen.

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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