Köln (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 21.01.2016, 14:01 (vor 3720 Tagen) @ Gambrinus
bearbeitet von Colaholiker, Donnerstag, 21.01.2016, 14:02

Ich habe auch einmal zwei Monate in Frankfurt gelebt. Da gibt´s auch schöne und häßliche Ecken. Ansonsten ist mir die Stadt einfach nur egal.

Ich hab in dem halben Jahr Köln (okay, es war jede Woche von Donnerstagnachmittag bis Dienstagvormittag) halt abgesehen vom Rheinpark keine schönen Ecken gesehen. Aber ja, Frankfurt hat auch einige üble Ecken!

Ich denke da vor allem an das Liedgut. Es gibt zig Songs, in der die Liebe zu Köln thematisiert wird. In meiner neuen "Arbeits"-Heimat München gibt es den Kölner Abend. Eine Diskothek wo einmal im Monat ausschließlich kölsche Musik gespielt und Kölsch getrunken wird. Wo ich das erste Mal dort war hatte ich erwartet, hier trifft man ja nur Rheinländer, die im bayerischen Exil ein bisschen Heimatgefühl pflegen wollen. Weit gefehlt! Der Laden ist - obwohl Dienstag also mitten in der Woche - gerammelt voll. Und es liegen sich Kölner, Berliner, Münchner und aus welchen Landesteilen sie auch immer kommen in den Armen und singen gemeinsam "Meine Liebe, meine Stadt und mein Verein". Ich war einfach nur baff, dass es Bayern gibt, die bei reinen Kölsch-Songs textsicher mitsingen können. Auf die Frage, was einen Bayern dazu treibt regelmäßig zum Kölner Abend zu gehen kam die Antwort "Hier trifft man endlich mal normale Leute und nicht den typischen versnobten, arroganten, hochnäsigen Münchner". Donnerwetter dachte ich, sogar in fernen München gibt es Köln-Fans.

Erstaunlich und für mich vollkommen unverständlich. Zumal es für mich eigentlich nur zwei Lieder gibt, die man mit Köln verbindet, die mir auch zusagen. "Verdammt lang her" (sorry, wenn ich es Hochdeutsch schreibe), und "Niemals geht man so ganz". Wobei beides ja nicht wirklich mit der Stadt Köln zu tun hat, sondern die Verbindung nur über die dahinterstehenden Personen gegeben ist.

Komisch, dass mir der Frankfurter Dom überhaupt kein Begriff ist, egal!

Frankfurt hat eben anders als Köln mehr als eine Sehenswürdigkeit, die zudem noch direkt vorm Bahnhof steht. ;-) Vielleicht liegt es aber auch am größeren Zeitlichen Abstand seiner Relevanz im Vergleich beispielsweise zur Paulskirche, die Dir hoffentlich eher ein Begriff ist.

Der Frankfurter ruft narri-narra oder helau oder wie? Ist natürlich viel besser als alaaf!

Offiziell werfen die Frankfurter, die damit etwas zu tun haben, wohl mit "Helau" um sich. Aber, auch wenn es in der Innenstadt einen "großen" (kein Vergleich zu Köln) und im Stadtteil Heddernheim auch einen bekannten Zug gibt, ist das ganze Treiben hier in Frankfurt im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine Randerscheinung. Wer an den "närrischen Tagen" frei haben will, muß eben seinen Urlaub passend planen, verkleidet im Büro ist ein absolutes no-no (eine Kollegin, die aus dem Rheinland hierher gezogen ist, hat im ersten Jahr an Weiberfastnacht mächtig Ärger bekommen, als sie einem Abteilungsleiter die Krawatte gekürzt hat), und auch sonst ist hier abseits der wenigen offiziellen Veranstaltungen in der Zeit "ganz normales Leben". Einziges Zeichen, daß was anders ist, sind die vermehrten Verkehrskontrollen in der Zeit auf der Suche nach Leuten, die zu tief ins Glas geschaut haben.

Helau übrigens genauso dämlich wie Alaaf findende Grüße,
der Colaholiker

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