Fürs Protokoll (Allgemeines Forum)

Colaholiker, Frankfurt / Hildesheim, Donnerstag, 21.01.2016, 11:03 (vor 3719 Tagen) @ Frankfurt (Main) Süd

Sollten die Beschuldigungen aber im Wesentlichen der Wahrheit entsprechen, ist die Frage, ob die Anschuldigende einen Fahrschein hatte, komplett irrelevant.

Richtig. Wobei es durch die Tatsache, daß die Anschuldigende keine Fahrkarte hatte, ein mögliches Szenario gibt, das es mit Fahrkarte nicht gegeben hätte. Hypothetisch: Fahrgästin ohne Fahrkarte bietet dem Zugbegleiter an, ihre Fahrt "in Naturalien zu bezahlen", es kommt zu einer einvernehmlichen Handlung (moralisch möchte ich das nicht bewerten, im Sinne der Fahrgeldsicherung der Bahn ist es sicher nicht, aber strafrechtlich relevant im Sinne der Anklage ist es auch nicht, da einvernehmlich), und hinterher erstattet sie Anzeige. Ich will nicht unterstellen, daß es sich so zugetragen hat, ich will nicht sagen, es hat sich nicht so zugetragen. Es ist aber eine Möglichkeit, wie es mit Zusammenhang zum Schwarzfahren passiert sein könnte. Bei nicht einvernehmlicher Handlung stellt sich die Frage nach der Fahrkarte aber in der Tat nicht.

Aber um noch mal was mit Tatsachen statt Spekulationen zu schreiben - vor einiger Zeit reiste ich in einem abendlichen IC durch's Land, an einem Unterwegshalt stiegen ein paar junge Frauen (geschätzt 18-22 Jahre alt) in den recht leeren einzigen Apmz im Zug ein. Sie nahmen an einem Tisch platz, stellten einen kleinen Lautsprecher auf selbigen und begannen lautstark ein Hörbuch laufen zu lassen. Ging mir ziemlich auf den Sack, das ganze, und mangels weiterer Wagen 1. Klasse konnte ich nicht ohne weiteres den Wagen wechseln. (1. Klasse zahlen und Bimz (Typischer Wochenendverstärker eben) fahren kommt nicht in Frage.) Also bat ich die jungen Damen höflich, doch auf Kopfhörer umzusteigen, das wäre der Örtlichkeit angemessener. Die Wortführerin schlug mir mit kesser "Berliner Schnauze" vor, sie könnte ja ihre obere Körperhälfte entblößen, wenn ich sie dafür weiter das Hörbuch über Lautsprecher hören lassen würde. Ich lehnte dankend ab - erstens weil mir dann das Hörbuch (fürchterlich monoton erzählt) trotzdem weiter auf den Keks gegangen wäre und zweitens hätte es eh nicht viel zu sehen gegeben.

Immer noch kopfschüttelnde Grüße,
der Colaholiker

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