Sammelantwort (Allgemeines Forum)

LimburgSüd, D, Mittwoch, 20.01.2016, 14:35 (vor 3729 Tagen) @ ICETreffErfurt

Ich bin ehrlich gesagt schockiert.

Hier weiß niemand mehr als im Artikel steht. Und (fast) jeder hier schreibt, dass man nicht spekulieren sollte.

Trotzdem wird hier
* spekuliert
* einer Person eine Straftat unterstellt (falsche Beschuldigung)
* darauf verwiesen, dass man ja wüsste, dass falsche Beschuldigungen häufig vorkommen (natürlich ohne Quelle)
* das Geschehen in eine Reihe gestellt ("nicht das erste Mal, dass..."), ohne dass überhaupt etwas feststeht.
* potenzielles Opfer als Täter und umgekehrt dargestellt, natürlich ohne Anhaltspunkt, dass dem so ist.


Natürlich weiß auch ich nicht, wer von beiden Wahrheit spricht und wer lügt.
Aber ich maße mir auch nicht an, einen von beiden zu be- oder entlasten.

Wenn ihr also zu meinen wisst, warum wer von beiden was getan hat und etwas nicht getan haben kann, solltet ihr dazu zur Polizei gehen und eine Aussage tätigen, weil ihr ja anscheinend wichtige Informationen für die Aufklärung des Sachverhalts habt.


Übrigens: Was viel häufiger vorkommt als falsche Beschuldigungen, sind übrigens tatsächliche Vergewaltigungen. Ich meine, mal was von einem Verhältnis von 1:200 gelesen zu haben, finde aber auf Anhieb keine genauen Angaben. Aber das ist natürlich nur eine Statistik und die spielt im konkreten Fall keine Rolle.
Der Wahrheitsgehalt der Aussagen geht nicht nach der Häufigkeit von Vorwürfen anderer Personen in der Vergangenheit (die Aussage des Mädchens ist nicht 200mal glaubwürdiger als die des Mannes).

Und auch die Aussage, dass es in einem ICE3 unwahrscheinlich ist, dass niemand etwas mitbekommt, ist ziemlich blöd, wenn man nicht mal weiß, welcher Zug zu welcher Tageszeit betroffen war. Ich saß schon oft genug in ICEs, in denen ein Wagen fast komplett leer war. Ich habe zumindest keinen Hinweis auf Tageszeit/Zugnummer gefunden.
Aber die Ermittler haben ja diese Infos und werden nach Widersprüchen und Zeugen suchen.
Wir aber hier könnnen daraus weder eine Bestätigung noch eine Ablehnung der Vorwürfe ableiten.


Und ob ihr's glaubt oder nicht, Vergewaltigungen finden verdammt häufig statt. Und manchmal kann man es nicht fassen, mit welcher Dreistigkeit TäterInnen vorgehen (ja, auch Frauen können vergewaltigen) (Die lokale Presse hat immer mal wieder Berichte). In meiner Verwandtschaft arbeitet jemand in einer Beratungsstelle. Nur ein Bruchteil der Personen, die nach einer Vergewaltigung dort Hilfe suchen, bringen die Kraft auf, das auch zur Anzeige zu bringen. Und nicht jedes Opfer bringt die Kraft auf zu einer Beratungsstelle zu gehen.
Wilde Spekulationen darüber, dass eine Anzeige ja nur eine falsche Verdächtigung sein kann, wird tatsächliche Opfer in Zukunft davon abhalten eine legitime Anzeige zu tätigen, aus Angst als LügnerIn dazustehen.


Egal wie hier die Karten gemischt sind, die Ermittler müssen mit viel Gefühl vorgehen. Ich vertraue darauf, dass sie das tun.


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