Was passiert in der Gastro-Logistik wirklich? (Allgemeines Forum)

moonglum, Hagen, Sonntag, 20.07.2014, 15:44 (vor 4493 Tagen)

Nur drei Beispiele von viel zu vielen:
-----------------------------------------

Gestern im IC 2005
-----------------------
IC 2005 kommt pünktlich in Düsseldorf an, ein voll gesperrter A-Klasse Wagen, aber im unterschied zu den Ferien-IC nach Sylt und Fehrmarn gibt es hier wenigstens ein Bistro mit Klimaanlage - aber mit defekter Kühlung, es gibt also zum Frühstück Kaffeee, Brötchen, Konfitüre, Nutella, Honig, keine Butter etc. pp. Aber die herzlich gute Laune der Gastro-Dame reisst alles wieder raus. Ausserdem - für Köln ist Nachschub bestellt. Allerdings ist das Bistro nun für Gäste praktisch gesperrt, da dort auf Hochsesselchen und im A-Teil die Gäste mit Reservierungen für den defekten A-Wagen dicht an dicht sitzen und missmutig vor sich hin starren.

In Köln kommt der neue Kollege, es kommt - hurraaaa - neue Ware, aber ein entsetzter Ruf des neune Gastro-Mannes:
Ich hab ja gar nichts für's Mittagessen dabei, nicht einmal Baguettes, es fehlt ja all das hier von der Bestell-Liste....
Oh man......

Der Gastro-Mann versucht Nerven zu behalten, bestellt für Mannheim als letzte Möglichkeit, wohlwissend, dass dort nur eine Art Notfalllogistik für den Gastrobereich existiert. Auf die Frage, ob er glaube, dass Ware dort komme, ist er sehr unsicher.
Wer weiss das schon....

Reihenweise marschieren potenziell kaufwillige Gäste wieder davon, aber mancher nimmt ein warmes Bierchen mit zum Platz....
Ich habe versucht von Köln bis zum Ausstieg in Bingen zu überschlagen, was an Umsatz entgangen ist:
C.a. 500.- Euro (Getränke gab es ja).

Andere technische Probleme überschatten dann das Thema.
Lok ab- und wieder Aufbügeln in Bonn, Wagen aussetzen in Bingen, in der Binger Sonne sich aufheizen ohne Klimaanlage dank abgestellter Stromversorgung....

Szenenwechsel zum ICE 26
--------------------------------
ICE 26 verlässt gestern das sommerliche Wien mit Ziel Nürnberg-Frankfurt-Köln-Hagen-Hamburg.
nachdem eine Weichenstörung bei Passau schon einmal für Verspätung und langes Stehen in praller Mittagssonne gesorgt hatte und die Temperaturen drastisch steigen und die Klimaanlagen drinnen nacheinander ausfallen, ist man gezwungen den ICE-T in Nürnberg aufzugeben und in einen Ersatzzug umzusteigen - ebenfalls ein ICE-T....

Wegen Ausfall der Kühlung im WR gab es bis dahin nix Gescheites zu essen, und welche Überraschung:
Auch im "neuen" ICE-T ist selbige Kühlung im Eimer - es gibt nur eine Notration, beispielsweise die insbesondere bei diesem warmen Wetter weithin gefürchtete

VOLLKORNSCHNITTE.

Immerhin: Die Klimaanlage läuft UND es gibt dieses Mal wirklich angenehm kalte Getränke. Ist wie ein 6er im Lotto.

Das Gastro-Personal bestellt konsequent neue Ware, zumindest Sandwiches, Baguettes etc. für Frankfurt.
ICE 26 erreicht FFM mit etwa plus 50.
Es wird keine bestellte Ware geliefert.

ICE 26 verlässt FFM mit plus 70. Das Gastro-Personal bestellt nun selbige Ware für Köln. Köln wird mit nur noch plus 56 erreicht.
Es wird keine bestellte Ware geliefert.

Das Gastro-Personal fährt von Wien bis EDO, und es hat einiges erlebt und vor Allem:
Sie haben selbst noch nichts gegessen seit Wien, da sie das Wenige, was vorrätig war, an die Reisenden verkauft haben.

Es gab gestern sehr nette Gespräche mit dem Personal, allen war heiss, alle waren abends fix und alle....
aber eines bestätigten ALLE:

Es ist definitiv NIEMANDEM klar, wieso oft, eigentlich IMMER ÖFTER, bestellte Ware an den entsprechenden Bahnhöfen einfach nciht da ist, nicht abgeliefert werden konnte, fehlerhaft abgeliefert worden ist, etc. pp. Keiner versteht es....

EC9 vor einigen Tagen:
---------------------------
Der APS-Mann aus Basel hat am Morgen in Hamburg keinerlei Kaffee/Heisswasser/Ware geliefert bekommen, zum wieder- wieder- wiederholten Male. Was in Basel IMMER klappt, klappt in Hamburg IMMER ÖFTER NICHT.

Er bestellt via Zugchef neu für Dortmund.
Er bekommt Nichts geliefert.

Er bestellt via Zugchef neu für Köln.
Er bekommt Nichts geliefert.

Er gibt es auf und hilft mittags im SBB-Speisewagen aus.

------------

Was würde in meiner alten Firma geschehen, wenn wir vergleichbar fehlerhaft gearbeitet hätten:
Vorladung der Mitarbeiter und der entsprechenden Vorgesetzten, intensives Gespräch.
Projektgruppe TECHNIKVERBESSERUNG wäre unter größten Erfolgszwang geraten.
Projektgruppe Gastro-Logistik hätte ebenfalls mächtig Nachsitzen dürfen, denn dahinter steht das, was üblich ist:
Sofortige Entlassung in Wiederholungsfall....

Beschäftigt die DB vorsätzlich Nieten und Nullen im Gastrobereich?
Ist das DB eigene Gastrocontrolling so unendlich schlecht oder/und nachlässig?
Ist die Organisation im Backoffice so katastrophal?

Und vor Allem:
Wie rechtfertigt man die andauernden Umsatzausfälle durch solche Fehler in Technik und Logistik?

Möglichkeit 1:
Dummheit im Management

Möglichkeit 2:
Ignoranz
(letztlich Möglichkeit 1 in anderer Verpackung)

Möglichkeit 3:
Ist gewollt im Sinne der mittelfristigen Auflösung des Gastrobereiches.

Dahingehend:
Stufe A: Ad absurdum führen des Angebotes durch Verflachung des Angebotes, zu wenig Ware im Zug, keine Lieferungen oder fehlerhafte Lieferungen mit dem Ziel, dass der KUNDE sich andere Wege der Verpflegung sucht, Ausfall der Wagen oder das wochenlange Fahren lassen von Wagen mit Kühlungsausfall etc. durch das Land...

Stufe B: Abstellen der Gastrowagen oder nur noch Getränkeangebot und Schokoriegelchen....

Oder ist alles gar GANZ GANZ anders?

--
Schöne Grüße aus den EC 6/7/8/9,
wo es Wein in Karaffen, keine Mikrowelle und kein in Schüsseln gepamptes Essen gibt.

https://adobe.ly/2PMZyEV


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum