SBB: Offerten für neue EC-Triebzüge wurden abgegeben. (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Dienstag, 01.01.2013, 21:19 (vor 4852 Tagen)
bearbeitet von Twindexx, Dienstag, 01.01.2013, 21:22

Hoi zäme,

In der SER 1/2013 hat es einen Artikel über die Ausschreibung der 29 neuen Triebzüge für den internationalen Verkehr der SBB ( http://ice-treff.de/index.php?id=177402 ).
Mal eine Zusammenfassung der Fakten:


Der Abgabetermin für die Offerten war am 7. Dezember 2012. Die SBB selbst halten sich über die Offerten bedeckt. Es wurde nur bestätigt, dass mehr als zwei Angebote eingereicht wurden. Die Redaktion hat trotzdem einige Dinge recherchieren können.
So haben offenbar vier Unternehmen ein Angebot eingereicht, darunter Alstom, Siemens, Stadler und Talgo. Bombardier hat wegen den extremen SBB-Anforderungen wegen der Behindertengerechtigkeit auf ein eigenes Angebot verzichtet, nachdem Siemens den Alleingang gewählt hat.

Alstom
Das Angebot basiert auf dem ETR 610. Die extremen SBB-Anforderungen an die Behindertengerechtigkeit erfordern aber massive Eingriffe im mechanischen Teil. Alstom wird auch kaum den Stückpreis halten können, mit dem die acht von den SBB nachbestellten ETR 610 verkauft wurden.

Siemens
Das Angebot basiert auf dem ICx für die DB. Allerdings machen die SBB-Anforderungen es nötig, den Wagenkasten aus Aluminium (statt aus Stahl wie bei der DB-Version) komplett neu zu konstruieren. Wegen des Italieneinsatzes muss zudem die Hauptstromausrüstung auf eine Zwischenspannung von 3000 V geändert werden. Vom ursprünglichen DB-ICx bleibt so in der SBB-Spezialversion nicht mehr viel übrig.

Stadler
Wegen des Verzichts auf Neigetechnik wurde die Ausgangslage für Stadler massiv erleichtert. Ursprünglich wollte Stadler mit Siemens zusammen einen «Velaro light» mit Neigetechnik entwickeln. Stadler kann nun auf seinem Norwegen-Flirt aufbauen. Dieser gilt bei Insidern auch als Favorit.

Talgo
Talgo geht mit einem Triebzug-Konzept ins Rennen, dass nicht mehr die klassischen Triebköpfe enthält, wie sie auch noch der Talgo Avril besitzt. Dabei sind die Triebköpfe ebenfalls mit einem Fahrgastraum ausgestattet und die technischen Einrichtungen ober- und unterflur platziert. Zwischen den Endwagen bleibt aber alles wie beim Avril. Als Partner für die elektrische Ausrüstung könnte entweder ABB oder Bombardier zum Zuge kommen, ABB ist allerdings schon am Stadler-Angebot beteiligt.


Mein Kommentar:
Die Angebote klingen alle recht interessant. Meine Favoriten sind die Angebote von Siemens und von Talgo. Ob ein aufgebohrter ETR 610 das gelbe vom Ei ist oder eine Flirt-Bastellösung als hochwertiger internationaler Fernzug taugt, wage ich etwas zu bezweifeln.
Das Siemens-Angebot hätte den Vorteil, auf einem bereits erfolgreichen Fernzug-Konzept aufzubauen. Mit genannten Modifikationen könnte für die SBB was Brauchbares herauskommen. Das Talgo-Angebot hätte natürlich den ultimativen Vorteil, dass bis auf die beiden Triebköpfe die Wagenbodenhöhe durchgehend bei 55 cm zu liegen käme, was für einen stufenlosen Zustieg ab Perronkante und für einen bequemen Durchgang durch den Zug sorgen würde.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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