Wieso keine SFS Köln-Ruhrgebiet-Hamburg? (Aktueller Betrieb)

Mario, Montag, 26.09.2011, 16:29 (vor 5408 Tagen) @ JumpUp

Ich bin auch der Ansicht, dass man gerade im Hinblick auf die früher oder später kommende Y-Trasse und wegen der stärkeren Bündelungseffekte sich nur auf Aus-/Neubauten auf Dortmund-Hannover konzentrieren sollte. Hierbei finde ich den Vorschlag von Lumi25 mit der Umgestaltung des Bahnhofs Hamm mit zwei Durchfahrgleisen für 200km/h sehr sinnvoll. So können dort auch weiterhin zwei ICE-Halbzüge geflügelt/zusammengekuppelt werden und es können gleichzeitig die neu dazukommenden Hamburger ICEs und mögliche weitere dort durchfahren.

Zwischen Hamm und Bielefeld sollte man so ausbauen, dass durchgehend 200km/h möglich wären. Die angedachten Bahnsteigverlagerungen und Gleisänderungen von Lumi wären hier sicher sehr hilfreich, um die Verkehre besser zu trennen.

Jedoch würde ich zwischen Bielefeld und Herford von der bestehenden Trasse ablassen, rüber zur A2 schwenken und entlang dieser eine NBS für 250km/h bauen (300km/h sind hier aus meiner Sicht nicht nötig). Diese sollte dann bis Bad Oeynhausen verlaufen, wo man dann zwei Varianten machen könnte:

Variante 1:
Niveaufreie Einfädelung in die Bestandsstrecke nach Minden, welche dann bis kurz nach Neesen für 200km/h ausgebaut werden würde. Dieser Abschnitt müsste dann zur Entflechtung zumindest dreigleisig ausgebaut werden, denn viergleisig geht hier aus Platzgründen nicht, oder?. Nach Neesen würde dann eine NBS niveaufrei ausfädeln und nach Nordosten zum Mittellandkanal rüber gehen. Aus Minden könnte man dann über die bestehende Ausfädelung bei der B482 eine kurze Spange zur NBS schaffen und dort Richtung Hannover einfädeln. Es wäre also ein Bypass für Minden. Dem Mittellandkanal würde die 250km/h-NBS dann bis östlich Wunstorf folgen, wo sie wieder niveaufrei in die Strecke nach Seelze einfädelt. Diese Variante hätte den Vorteil, dass sie sehr flexibel im Betrieb ist. Man könnte nördlich von Bielefeld nonstop schnell bis Hannover durchfahren (Nutzung beider NBS), man könnte noch in Herford und/oder Bad Oeynhausen halten und dann nonstop durchfahren (Nutzung südliche NBS), man könnte nur in Minden halten und dann nonstop durchfahren (Nutzung nördlich NBS) oder man könnte überall halten und dann entweder nach Minden auf der nördlichen NBS oder der bestehenden Strecke weiter nach Hannover fahren.

Variante 2: Die NBS aus Bielefeld geht nahtlos entlang der A2 weiter bis nach Seelze, wo sie niveaufrei einfädelt. Östlich von Bad Oeynhausen müsste dann zur parallelen Bestandsstrecke am besten eine Doppel-Spange gebaut werden (etwa in X-Form). Eine Spange ginge dann von Bad Oeynhausen nach Osten zur NBS und die andere von der NBS aus Süden nach Vennebeck. So könnte man ähnlich flexibel wie bei Variante 1 die Halte gezielt anfahren bzw. umfahren, jedoch müssten die Züge über Minden nach Hannover im Gegensatz dazu dann die Altstrecke nutzen.

So gesehen wäre die Variante 1 besonders für Minden wohl vorteilhafter, auch weil ich entlang des sehr gerade trassierten Mittellandkanals wesentlich weniger Raumwiderstand als entlang der A2 sehe. Zudem böte sich noch die Option an, bei Bedarf später ab Haste eine Anbindungskurve nach Wunstorf zu bauen, was vielleicht auch für schnelle REs oder ICs interessant sein könnte.

Für die weitere Zukunft böten sich dann noch weitere optional zubaubare NBS-Teile an, welche den Verkehr weiter beschleunigen und flexibilisieren könnten. Etwa könnte man südlich von Bielefeld eine 250er-NBS bauen, die langsam zur A2 rüberschwenkt, dieser dann bis Beckum folgt, von der A2 ablässt und dann südlich von Ahlen niveaufrei nach Hamm in die Bestandsstrecke einfädelt. So könnten auch Flügelzüge von Hamm bis Hannover nur mit Halt in Bielefeld fast durchgehend auf NBS fahren. Als weitere Option wäre dann noch ein Bypass von Bielefeld entland der A2 denkbar, so dass von nördlich Hamm bis östlich Bad Oeynhausen durchgehend 250er-NBS wäre. Und schließlich wäre dann auch noch die Südumfahrung Hamm von Beckum bis Kamen mit einer 250er-NBS denkbar.

Das soll selbstverständlich nicht heißen, dass man das alles in schneller Abfolge bauen soll – im Gegenteil! Die Strecke Dortmund-Hannover ist auf Grund ihrer Topografie, der bestehenden A2 und ihrer wie auf einer Perlenschnur aufgereihten Städte dazwischen ja gerade für solch eine schrittweise Realisierung einer immer schnelleren und vor allem flexibleren Verbindung ideal. Jeder Baustein bringt für sich immer gleich einen weiteren Vorteil. Und wenn alles mal gebaut würde, dann wäre diese NBS von typisch italienischem Charakter, denn dort gibt es auch einige Verbindungen von den NBS zu den Altsrecken. So können sehr flexible und schnelle Verbindungen – auch für schnelle REs – entstehen, von denen möglichst viele an der Strecke profitieren und somit nicht abgehängt werden. Und zudem hat man, wie schon gesagt, hier dann noch die Bündelung der Linien Ruhrpott-Berlin und Ruhrpott-Hamburg, was zusammen mit der mal kommenden Y-Trasse also eine Strecke Dortmund-Hannover mit viel Potenzial bedeutet.

Und wie gesagt reichen hier NBS-Abschnitte mit 250km/h völlig aus. Zum einen weil die ICx eh nur bis 249km/h schnell sind, die Trassierung vor allem entlang der A2 ist einfacher als bei einer 300km/h-Strecke und der Fahrzeitvorteil von 300 zu 250 km/h ist hier eh kaum relevant.

Lediglich das Kopfmachen in Hannover ist ein unschöner Punkt.


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