Wieso keine SFS Köln-Ruhrgebiet-Hamburg? (Aktueller Betrieb)

ice-t-411, Sonntag, 25.09.2011, 10:00 (vor 5408 Tagen) @ Lumi25

Hi!

Darüber gab es schon mehrfach Diskussionen. Die Strecke Köln - Hamburg hat etwas gemeinsames mit der Strecke Hamburg - Berlin. Auch bei Hamburg - Berlin gab es Diskussionen um die Streckenführung und eine NBS hätte dort nie und nimmer gelohnt. Dagegen wäre eine Führung der ICE via Uelzen - Stendal wohl besser gewesen.

Hätte man das Geld dann für einen viergleisigen Ausbau Stelle - Uelzen + Umfahrungen von Lüneburg und Uelzen nutzen können und zweitens hätte davon noch der Nord-Süd Verkehr profitiert. Da Uelzen - Stendal auch durch dünn besiedeltes Land führt wären hier auch 200-230 km/h drin gewesen ohne große Neutrassierungen. Auch die NBS Berlin - Stendal wäre dadurch besser ausgelastet gewesen.

Off-topic, aber was sprach dagegen die direkt Strecke auszubauen? Vor den Transrapid-Planungen musste man für Güter-/Regionalverkehr sowieso die komplette Strecke sanieren und zumindest wieder auf ihr Vorkriegsniveau bringen, dabei wurde einiges investiert (3,2 Mrd. DM). Der eigentlich Ausbau auf 230 km/h hat "nur" 650 Millionen gekostet, dafür kann man nicht viel NBS bauen.

Zum zweiten hätte man noch mehr Züge auf dem ohnehin schon völlig überlasteten Abschnitt Hamburg-Uelzen, den man jetzt schon ohne die zusätzlichen Züge für den Seehafenhinterlandverkehr ausbauen muss. Aber das wird noch Jahre dauern und erfordert viel aufwendigere Planfeststellungsverfahren als der Ausbau auf 230 km/h zwischen Berlin und Hamburg. Dort lagen zwischen Einstellung Transrapid und Freigabe gerade mal 5 Jahre.

Aber wieder zurück zu Köln - Hamburg

Zwischen Dortmund und Minden ist die Strecke bereits gut ausgebaut und mit 200 km/h befahrbar. Zwischen Dortmund und Hamm müsste man dafür allerdings einige BÜs beseitigen, da man dort früher eine Ausnahmegenehmigung hatte, die aber wohl ausgelaufen ist. Diese werden wohl irgendwann beseitigt.

Ab Hamm stehen immer vier Gleise zu Verfügung, Kapazitätsprobleme gibt es also hier weniger. Lediglich zwischen Minden und Hannover besteht ein Nadelöhr das teilweise auch Geschwindigkeitseinschränkungen bringt. Hier war eine NBS geplant, deren Kosten/Nutzen-Faktor war aber so schlecht, dass sie letztes Jahr aus dem BVWP viel. Ab Hannover ist die Y-Trasse geplant (was auch immer man davon hält, aber das soll jetzt nicht die Diskussion werden).

Wählt man die direkte Strecke über Münster und Bremen so ist auch diese ab Münster fast durchgängig für 200 km/h ausgebaut, lediglich zwischen Münster und Dortmund besteht das eingleisige Nadelöhr aber hier ist seid Jahren ein zweites Gleis (+ 200 km/h) geplant.

Die Strecke war seit den 1970er Jahren eines der Ausbauschwerpunkte der Bahn, daher muss im Moment nicht so viel gemacht werden. Prinzipiell wären auf vielen Abschnitten wohl auch 230 km/h möglich, wenn man tatsächlich die Reisezeit noch weiter verkürzen will. Das dürfte deutlich günstiger sein, als eine völlig neue Trasse zu bauen und auch in deutlich kürzerer Zeit zu realisieren. Deshalb gibt es hier keine NBS-Planungen.

Gruß
Johannes


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