SBB HGV / Niederlande (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 25.02.2011, 00:44 (vor 5529 Tagen) @ Twindexx
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 25.02.2011, 00:46

Der Zug sollte auf Neubaustrecken 300 km/h erreichen und auf geeigneten konventionellen Strecken bogenschnell verkehren können.

Gefordert werden sieben Länderzulassungen, unter anderem für den Einsatz in die Niederlande.[/i]

Bei der Anzahl Zulassungen frage ich mich, wohin die SBB überall hin möchten;

Das Schienennetz Europas ist liberalisiert, also steht auch SBB nicht im Wege, ins Ausland oder sogar im Ausland Züge zu fahren, ggf. als Subunternehmen (wie NS als Abellio).
Was spricht dagegen, wenn SBB irgendwann selber von Zürich nach London fährt? Via LGV Rhin-Rhone und Paris-Umfahrung durfte das schneller sein als via Köln.

erwähnt wurde ja eine Zulassung für die Niederlande (Was wollen die SBB denn dort unten?).

...eh, die Jungs beibringen, dass sie auch die Busse genauso vertakten müssen wie die Bahnen? :)

Gut, mal ernst. In NL ist mehr los als Du denkst:

1. NS fährt als Abellio Dienstleistungen in Deutschland.
2. Arriva, ein DB-Unternehmen, fährt das Dieselnetz im Norden des Landes, sowie die Merwede-Linge-Linie Dordrecht-Geldermalsen.
3. conneXXion fährt die Hühnerlinie/Valleilinie Amersfoort-Barneveld-Ede.
4. Veolia betreibt fast den kompletten Regionalverkehr in der Provinz Limburg.
5. conneXXion und Veolia sind zusammengegangen und werden vom französische Staat unterstützt.
6. NS möchte Aachen, Köln und Düsseldorf an das Kernnetz hinzufügen und grenzüberschreitende ICs anbieten.
7. eurobahn, ein SNCF Unternehmen, ist auch in Schnellverbindungen Eindhoven-Düsseldorf interessiert.
8. mehr und mehr Cargoprivaten möchten über unsere Cargobahn (Betuweroute) fahren.
9. das NL-Kernnetz wird 2015 wohl neu ausgeschrieben, und wer möchte nunmal nicht voller Stolz sagen können: "wir fahren ICs in 10-Minutentakt!"
10. HSA steht vor die Pleite, der HSL-Zuid-Betrieb wird wohl auch neu ausgeschrieben.

Sozusagen: es entwickelt sich bei uns eine Bahnrevolution.

Die HSL-Zuid durfte von der ökonomischen Wert her wohl einer der am meisten lukrativen HGV-Strecken Europas sein, mit den beiden größten Städten der NL und dazwischen noch dem Nationalflughafen sowie drei weitere Hauptstädte (Brüssel, Paris, London) innerhalb 3 Stunden. Sollte HSA pleite gehen: was man auf die HSL-Zuid nicht alles verlagern kann:

- Inlandsverbindungen nach Rotterdam und Breda (ggf. darüber hinaus nach Eindhoven-Maastricht-Lüttich oder Eindhoven-Venlo-Düsseldorf, wo Anschlüsse an weitere HGV-Züge bestehen)
- ICE International Amsterdam-Brüssel, ab dort ggf. weiter nach Lüttich-Köln-... (so kann DB Rotterdam an das ICE-Netz anbinden)
- Amsterdam-Brüssel-Luxemburg wäre eine Idee für CFL
- Umstellung EC Vauban auf SBB-HGV-Zug mit Verlängerung von Brüssel nach Amsterdam
- Thalys Amsterdam-Paris
- Amsterdam-Lille via Gent wäre eine Idee für NMBS (die haben ja auch 3-4 V250 bestellt)
- ICE International und/oder Eurostar Amsterdam-London
- Verlängerung der jetzt in Brüssel endenden TGVs von Montpellier, Marseille und Bordeaux nach Amsterdam
- Amsterdam-Basel durfte via HSL-Zuid, Paris-Umfahrung und LGV-Rhin-Rhone vielleicht schneller sein als via Mannheim und K-F, und daher wohl eine Idee für SBB
- SBB-HGV-Zug Amsterdam-Genf
- DB Arriva Brüssel-Amsterdam-Groningen via Hanzelinie
- TGV La Poste International
- Cargo-Unternehmen mit Fracht-TGVs

Da ist sehr viel möglich, und es ist zu erwarten, dass viele Bahngeschäften versuchen werden, einen möglichst attraktiven Stück des Kuchens zu ergattern.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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