LCC-Kosten wichtiger (Allgemeines Forum)

Mario, Sonntag, 13.02.2011, 14:05 (vor 5548 Tagen) @ Jan

Die Züge können sowieso nicht mehr unendlich lange erprobt werden.

Unendlich lange verlangt ja auch keiner, aber zumindest so, dass jeder Hersteller ein Fahrzeug vorab liefert und der Betreiber diese dann jeweils im Alltag für ein paar Wochen oder Monate testen kann. So könnte sich der Betreiber vergewissern, ob das, was der Hersteller ihm verspricht, auch wirklich stimmt. Dies in Kombination mit der Fokusierung auf die Summe von Fahrzeugkosten plus LCC-Kosten, wäre der richtige Weg. Gut, es wäre zwar etwas teuerer als jetzt, aber wer sich das nicht leisten kann, der darf in meinem Augen auch kein EVU sein.

Die alten Loks (103,110,111 usw,) fahren/fuhren 25 Jahre und länger. Aber die neuen Züge werden so lange bei weitem nicht fahren. Gucken wir uns doch mal den 644 in Raum Köln an. Die fahren seit ende der 90er Jahre und fallen bald auseinander. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die so hoch gelobten neuen Fahrzeuge Flirt, Lint, Talent 2 und wie sie alle heißen 25 Jahre oder länger fahren. Nach 15 Jahren werden alle den Geist aufgeben.

Ich sehe das etwas weiter. Sie werden so billig gebaut, dass sie gerade so eine Ausschreibung und die Aufgaben schaffen können, aber die angegebenen 30 Jahre lassen sich nur durch eine sehr aufwändige und teure Generalüberholnung schaffen, die ja erst viel später in den Lebenszykluskosten auftauchen. Die immer aufwändigere Unterhaltung der immer billigeren Züge wird also einfach immer mehr auf die Zeit danach umgelegt. Das ist ja der Trick! Würde man hingegen die Ausschreibungen gesetzlich mehr in Richtung genau dieser LCC-Kosten gewichten müssen, dann würde sich hier plötzlich vieles relativieren.

Ich will damit aber nicht gesagt haben, dass das jeder in dem Maße so betreibt, da man hier sicher von Hersteller zu Hersteller unterscheiden muss. Bei der Kombination Bombardier/DB ist es halt in der letzten Zeit mit voller Wucht herausgekommen und ich denken auch deswegen, werden z.B. die neuen BR407 doch wieder etwas konservativer bestellt, was im Gegenzug aber wieder LCC-Kosten einspart. Wahrscheinlich brauchen Hersteller (und Betreiber) vielleicht mal so einen harten Schlag, damit sie sich wieder neu besinnen. Siemens schwamm früher auf der gleich Billigstwelle wie Bombardier, hat aber nach dem Combino-Desaster wieder einiges dazugelernt und umgedacht und das Ergebnis kann sich heute in Form von sehr zuverlässigen Zügen sehen lassen. Ob Bombardier sich nun ebenfalls neu besinnt und wieder etwas mehr Wert auf Qualität wert legt, muss man abwarten.


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