Doppelstock bietet zu wenige extra Sitzplätze (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Dienstag, 18.08.2026, 20:44 (vor 17 Stunden, 15 Minuten) @ gsg

Wenn man den ICE4 7-teiler (444 Sitzplätze) mit einem Euroduplex (509 Sitzplätze) vergleicht, so erkennt man dass man mit Doppelstock im HGV gerade einmal um die 15% mehr Sitzplätze in den Zug bekommt. Demgegenüber stehen massive Einschränkungen bei den Stehplätzen, längere Fahrgastwechselzeiten, ein schlechteres Raumgefühl und weniger Platz für Gepäck. Für ein offenes Bahnsystem wie Deutschland zum Glück ist, lohnt sich das schlicht und ergreifend nicht - hier will man auch die Möglichkeit haben Fahrgäste stehend zu befördern.

- Stehplätze: Meiner Meinung nach sind hier Doppelstockzüge klar besser. Erstens gibt es mit den Treppen mehr ungenutzte Fläche und daher Platz für Stehende, zweitens sind die Treppen im Notfall als Sitzplatz verwendbar (immer noch besser als eine Stunde stehen)

- Fahrgastwechselzeiten: Wohl nicht berauschend, aber mit breiten Türen kann hat man nicht weniger Türspuren pro Reisendem. Wenn's so schlimm ist, warum setzt zum Beispiel der RRX mit sehr viel mehr Halten auf Dostos?

- Raumgefühl: Geschmacksache, ich finde Dostos vor allem im Oberdeck behaglich. Auf den Fall ist die Aussicht besser.

- Gepäck: Genügend Platz ist wohl bei Deinen Zahlen schon berücksichtigt, da die TGV-Dostos ja Racks haben. Die schweizerische Lösung ist vis-à-vis-Bestuhlung mit reichlich Platz unter und zwischen den stützenfreien Sitzen, aber die ist ja in Deutschland unbeliebt.

Demgegenüber hoffe ich, dass man in der nächsten grundlegend neuen ICE-Variante auf einzelne Niederflur-Wagen/Einstiege setzt, um den Ein-und Ausstieg an den Rollstuhl, Kinderwagen und Fahrrad-bereichen zu beschleunigen.

Tja, mit Dostos und der einzig wahren Bahnsteighöhe von 55 cm (oder halt 76 cm mit Rampen im Wagen) wären 100% der Einstiege barrierefrei. Allerdings sind einzelne Niederflurwagen schon sehr viel besser als die aktuelle Lösung; keine kaputtgehenden Lifte mehr und keine Notwendigkeit/Abhängigkeit von Personal. Aber kostet immer noch Zeit, weil man mit dem Rollstuhl erstmal den richtigen Wagen finden muss und die Vorteile des schnellen Fahrgastwechsels auch bei Nichtbehinderten entfallen.


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