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J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 20.11.2025, 08:43 (vor 106 Tagen) @ Der Blaschke
bearbeitet von J-C, Donnerstag, 20.11.2025, 08:45

Du erkennst also an, dass es in Serbien noch schlimmer zugeht als in Deutschland. Das kann ich bezüglich der politischen Situation durchaus bestätigen. Auch, dass die Korruption bereits zu Todesfällen geführt hat wie in Novi Sad. Anderseits ist es gar nicht so, als ob das Land völlig heruntergekommen oder verwahrlost wäre. Man hat durchaus moderne Infrastruktur, top ausgebaute Autobahnen, moderne Züge, Online-Ticketing... aber das tut ja nicht so viel zur Sache. Wenn du aber sagst, Deutschland ist ein Dritte-Welt-Land, was ist dann Serbien?

Und wenn man schon so eine hohe Latte hat, um überhaupt als Dritte-Welt-Land zu qualifizieren, dann müssen wir logischerweise davon ausgehen, dass diese Bezeichnung an Bedeutung gänzlich verloren hat und dementsprechend einfach keine Aussage ist.

Natürlich wirst du Mittel und Wege finden, versuchen, das in dein Narrativ hinzubiegen, du bist ein ausgesprochener Künstler darin. Nur, wenn man das so die ganze Zeit betreibt, ist natürlich eine sinnvolle Diskussion nicht zu erwarten. Dementsprechend habe ich mich jetzt zwar doch zu einer Antwort durchgerungen, aber weder lacht die ganze Welt über uns, noch sind wir der Welt komplett egal. Ich denke sogar, es ist ganz gut, wenn wir nicht der Nabel der Welt sind und man anderswo nicht so viele Gedanken drüber verschwendet, wie es uns geht.

Es ist zwar Volkssport geworden von einigen Menschen, Deutschland schlechtzureden, vielleicht, weil man dann besser den Held seiner Geschichte spielt, vielleicht, weil man hofft, so Mitleid zu erhaschen und mehr Zuwendung zu erhalten, die Motive kenne ich nicht, kann ich jeweils gar nicht kennen, die kennen wohl nichtmal die, die solche Narrative in die Welt setzen. Aber was ich weiß ist, dass das keine gute Einstellung ist.

Dabei hat Deutschland so viel zu bieten und ist keineswegs das große Sorgenkind in Europa. In Tschechien, wo ich lebe, nimmt gerade eine Regierung aus einem korrupten Oligarchen, einer AfD-Kopie angeführt von jemanden mit japanischen Wurzeln, der was gegen Ausländer hat und einer Motoristen-Partei, gegründet von einem rassistischen Autofreak, ihre Arbeit auf. Also ja, es ginge auch politisch noch schlechter und dafür muss man offensichtlich auch nicht weit schauen. Vielleicht braucht manch einer mal eine Auszeit vom Land und sollte wie ich mal eine Weile im Ausland verbringen, um mal den Blick von außen zu kriegen, den ich ja in gewisser Weise nun einnehmen kann.

Dem Bundeskanzler ist das ja nach 20 Stunden Aufenthalt in Brasilien bereits gelungen :)

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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