Zwischenfazit (Allgemeines Forum)

Ludo, Niedersachsen, Sonntag, 08.05.2022, 14:04 (vor 11 Tagen) @ Ludo

Halten wir also vorerst folgendes fest:

Es gibt vereinzelt durchaus Fahrkarten, die sich zu einem Ziel im europäischen Ausland durchbuchen lassen. Diese werden allerdings nur angezeigt, wenn man sich gut auskennt und entsprechende Unterwegsbahnhöfe eingibt. Dies möchte ich an einem weiteren Beispiel aus Frankreich verdeutlichen:

In diesem Thread hatten wir einzelne TGV-Züge aufgelistet, die nicht über die deutsch-französische Grenze fahren, aber dennoch im Rahmen eines Sparpreis Europa buchbar sind. Hierbei handelt es sich nur um einzelne Zugnummern, nicht um komplette Strecken. Einer davon ist der TGV 5454, der von Strasbourg via Interconnection Est (also an Paris vorbei) direkt nach Bordeaux fährt.
Stellen wir uns nun also vor, dass wir mit einer durchgehenden Fahrkarte von Heidelberg nach Bordeaux reisen möchten. Die "einfache" Suche führt ins Leere; keine Verbindung bepreisbar, da die zeitlich schnelleste Variante über Paris geht. Wie kann man den durchgenden TGV erzwingen? Entweder gibt man Strasbourg als Via-Bahnhof ein und wählt nach Bordeaux die Direktverbindung oder man gibt Champagne-Ardenne oder Marne-la-Vallée-Chessy als Via-Bahnhof ein. Klappt es nun endlich? Fehlanzeige! Fehlersuche: Woran liegt es? Ach ja, der Grenzübertritt bei Kehl erfolgt mit dem Nahverkehr, nicht mit einem FV-Zug. Also nochmal separat Heidelberg - Strasbourg suchen und recherchieren, wann denn ein Fernzug über die deutsch-französische Grenze fährt. Daraus ergibt sich folgende notwendige Eingabe:
Heidelberg --> Bordeaux via Strasbourg (Aufenthalt 01:45) und via Champagne-Ardenne.
Und dann endlich: Hallelujah, ein Sparpreis Europa!

So, und nun verrate man mir: Welcher Gelegenheitsreisende soll das bitteschön hinkriegen?

Die Stellungnahme der DB halte ich in dem im Beitrag vorliegenden Fall für nicht zwingend erforderlich. Was hätte Achim Stauß hierzu Produktives beitragen können? In einer früheren Bahnreportage hat er sinngemäß gesagt, dass er sich ausdrücklich vor die Mitarbeiter im Reisezentrum stellt, da diese einen sehr anstrengenden Job hätten und das Tarifsystem ohnehin sehr komplex sei. Womit er nicht unrecht hat. Der oben beschriebene Fall mit den "besonderen buchbaren Zügen" in Frankreich ist so ein Nischenphänomen, ich würde auch nicht von einem Mitarbeit mit jahrelanger Berufserfahrung erwarten, dass er /sie sowas weiß (zumal bei den Zugnummern keine wirkliche Logik erkennbar ist). Was man aber erwarten könnte, wäre dass einem die DB-Reiseauskunft ohne die zusätzliche Eingabe von Suchparametern die buchbare Verbindung anzeigt.

Bei der fehlenden Buchbarkeit von Globalpreisen anderer Bahnunternehmen ist schwer zu sagen, wem dies anzulasten ist - der DB oder dem ausländischen Bahnunternehmen. Früher (2002) war dies möglich, wie ich weiter oben berichtete. Auch nach London muss jetzt gestückelt werden, es ist nicht nur komplizierter sondern auch teurer geworden. Vermutlich sind die Flüge inzwischen in den meisten Fällen die preisgünstigere Alternative.

Aus meiner Sicht muss sich dringend etwas ändern, wenn man auch bei Fahrten ins europäische Ausland mehr Leute auf die Schiene bekommen möchte.

Gruß, Ludo


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