NL: Gewinnt Bahn überhaupt Kunden von Auto/Flug? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 06.05.2022, 11:59 (vor 13 Tagen) @ Ludo
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 06.05.2022, 11:59

Hallo ICE-Fans,

für uns nichts bahnbrechend Neues: Dreifach gestückelte Fahrkarten, oftmals keine Fahrgastrechte, stundenlange Recherche.
Allerdings dürfte so manch einer, der überlegt, bei Europareisen vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen, hiervon abgeschreckt werden - leider.

Die Luftfahrt war schon ab Sekunde 1 international. Also hat diese Sparte mit der Start des Internets sich darauf eingestellt, während die Bahnen Europas sich mit unterschiedlich(st)en Strom-, Sicherungs- und Tarifsystemen aushelfen müssten.
Kommt noch dazu dass die Airlines gerne bereit sind, ihre Flugzeiten zu teilen und man somit mit skyscanner.com ein einziges Portal zu Flugreisen hat. Man sucht sich dort einen Flug aus und wird zur Webseite der Airline weitergeleitet und ein paar Klicks später ist das Ticket gebucht.

Schon alleine die Tatsache dass in Europa einerseits Railteam (viel Rail, wenig Team?) und andererseits Allrail (viel Rail, wenig All?) existiert, gibt zu denken.

Eine echte Verkehrswende muss anders aussehen.

Eine echte Verkehrswende wird nicht stattfinden. Zumindest nicht so.
Zumindest hier in NL glaube ich kaum noch dran; DE bin ich mit nicht sicher / gebe ich bessere Chancen.

NL tendiert bzgl. Verkehrsmittelwahl ziemlich konservativ zu sein. Einmal Autofahrer, immer Autofahrer. Auto, Fernbus, Bahn und Luftfahrt sind quasi vier getrennte Welte, wo man sich Eidgenossen / Schicksalsgefährten sucht. Auch die rezenten Ereignisse in Schiphol Airport (Personalstreik, Überlastung) werden Jan und Petra nicht Richtung Bahn bewegen. Es wird lediglich pro forma gemeckert (damit die Jungs von Twitter & Co sich nicht überflüssig fühlen), danach die Schulter gehoben und weiter geflogen.

Als Thalys anfing, via HSL-Zuid zu fahren, waren im Zug vor allem Fahrgäste, die zuvor Thalys via Altstrecke (Den Haag, Dordrecht, Roosendaal) reisten. Und einige reisten zuvor niemals. Aber es fuhren nach wie vor Kolonnen Autos über die Autobahnen und die Flüge Amsterdam-Paris gab es auch nach wie vor. Es wurde nur mehr gereist.
Als ICE International die ECs ablöste, sassen im ICE vor allem EC-Fahrgäste.

Vielleicht gab es eine Zunahme der Fahrgäste nachdem die Rennbahn K-F eröffnet wurde. Oder waren das vor allem Reisende, die zuvor linksrheinisch gereist hatten und danach ihren Zug vermissten?

Alle sagten, mit der Rennbahn wurden die Flüge Köln-Frankfurt eingestellt.
Keiner sagte, mit der Rennbahn wurden die damals eingesetzten Flugzeuge arbeitslos.
Denn die wurden anderswo eingesetzt.
So betrachtet kann ich sagen: es wurde nicht weniger geflogen; es wurde anders geflogen, längere Strecken geflogen. Und es wurde mehr Bahn gefahren.
Und wir trosten uns mit der Gedanke, wir sollen froh sein dass diese Neueinsteiger Bahn fahren, denn die hätten auch fliegen können.

Wenn schon Energiewende, dann muss das vielleicht dadurch stattfinden, dass man einen Teil des Einkommens in einer Art nachhältigen Digitalwährung (EN: "cryptocurrency") erhält. Wobei man entweder N km fliegen oder meinetwegen 10N km Bahn fahren kann.
Nur schade, dass "nachhältigen Digitalwährung" einander widerspricht. Wenn ich sehe, wieviel Energie heutzutage für die Erstellung von Bitcoins benötigt ist, sollte man sich doch aus Liebe unseres Planeten sich von Digitalwährungen fernhalten.


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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