Der Wandel (Allgemeines Forum)

Christian_S, Freitag, 09.10.2020, 10:56 (vor 2007 Tagen) @ Der Blaschke


Wenn man's nicht anders gewohnt ist ... ;-)

Glaub mir, so "einheitlich" in der DDR vieles war, so gab es trotzdem auch regionale Unterschiede. Diverse Produkte wie das Softeis aus DDR-Eismaschinen oder die Schaumstoff-Gummibärchen wurden vom Westen trotz aller Versuche nie erreicht. Nicht umsonst haben die Gewerbetreibenden, die eine DDR-Softeismaschine erhalten haben (u.a. in Jena und in Töppeln bei Gera) bis heute großen Erfolg damit.

Jau; daran erinnere ich mich in Weimar.

Den Abend zuvor gesoffen, bis der Arzt kommt. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ins KZ Buchenwald. Das reichte dann: ein paar von uns war so übel, dass wir uns in Weimar auf die Parkbänke um den Springbrunnen legten.

Mitgebrachtes Osnabrücker Bier?
Buchenwald sollte man aber nüchtern besuchen, dazu ist das Thema zu wichtig.


Irre war ja vor allem die Eisenbahn. Strecken, die hier jahrzehnte vorher stillgelegt worden wären, gab es da ja noch. 30 km in 50 Min mit der Blutblase. Lokführer, Schaffner, etliche Bahnhöfe noch besetzt, Wahnsinn.

Oder noch irrer mit Diesellok und Wagenzug.

Die völlig maroden Viadukte in Freiberg und Gotha. Unzählige 10 km/h-Weichen. In Nossen mit 232 und 4 Wagen drüber. Alles knarzte und quietschte und dann so die Überlegung: und das jede Stunde; wie lange soll das denn gut gehen?

Die Bahnhöfe allesamt marode.

Oja, daran erinnere ich mich ebenfalls. Durch die relativ niedrigen Durchschnittsgeschwindigkeiten entstand dem Reisenden aber der Eindruck, in einem großen Land zu leben. Man bedenke die nationalen Nachtzüge in der DDR ob der doch relativ geringen Entfernungen.


Nur der Trabbi gefiel mir immer. Das zeitverzögerte Anlaufen der diversen Lüfter klingt immer ein bißchen nach Raketenstart. Und vor allem beschleunigt die ruckelfrei im Gegensatz zur grausamen West-111.

Stimmt. In Sachen Elektrifizierung war man dem Westen langezeit sogar voraus, auch wenn es nicht immer logisch war.

Interessant ein Fahrplan-Phänomen, das sich im Gebiet der ehem. DDR teilweise bis heute erhalten hat: der sehr frühe Betriebsbeginn mit Zügen - vor allem im Regionalverkehr, die z.T. schon um 03:xx ihren Startbahnhof verließen. Früher Arbeitsbeginn war in der DDR recht normal und das hat sich in den Bundesländern zum Teil bis heute erhalten.


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