US: gibt es dort das Open-Access-Verfahren? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 31.07.2019, 09:00 (vor 2448 Tagen) @ oska

Hallo oska,

Der Staat? Die Eisenbahnen wurde in den USA zum beachtlichen Teil von privaten Firmen gebaut, teilweise mit öffentlicher Unterstützung.

Manche halten die Deutsche Bahn AG auch für ein privates Unternehmen. Stimmt auch irgenwie, ist eine Aktiengesellschaft.
Bei Amtrak ist das ganz ähnlich. Die können auch nur durch Zuschüsse vom Staat und/oder den Bundesstaaten überleben.

Kann es sein, dass die USA unbekannt sind mit dem in Europa üblichen Open-Access-Verfahren? (Privatunternehmen benutzen gemeinwirtschaftliche Infrastruktur und bezahlen eine periodische Gebühr für die Trassen die sie benutzen möchten)
Ich habe so den Eindruck, Infra ist in der Hand von denselben Unternehmen, die auch die (Cargo-)Züge fahren.

Autobahnen durch Österreich rechnen sich vor allem für Deutschland und Italien. Egal, ob sie sich durch den Maut finanziert oder nicht. Der alleinige Wert bemisst sich nicht durch den Betrieb der Straße. Der eigentliche Wert entsteht wo anders.

Bei uns in NL wird schon Jahrzehnte über eine Form von Strassengebühr geredet. Wie hoch sollte sie sein, welche Strassen werden gebührenpflichtig (alle, nur Autobahnen, nur bestimmte Autobahnen, nur Stadtmitten), welches Verfahren (Ein-/Auschecken, Vignette usw.) und vor allem: für wen sollte sie fällig sein: alle, nur LKW-Fahrer, nur Ausländer usw.?

So, wie Du es beschreibst, kann ich die Gegner verstehen. An die Infra ändert nichts, der Unterschied ist das man jetzt bezahlen muss während man die Infra vorher "kostenlos" hatte.
(dabei vergisst man gerne, dass man zuvor Strassensteuer bezahlte)

Jede Straße, jede Schiene, jeder Wasserweg hat einen Mehrwehrt für die Region. Ohne Infrastruktur kann dort niemand leben und arbeiten.

Aber gegen welchen Preis bzw. Nutzen/Kosten-Faktor? Was in den USA passiert wurde in einem Kommentar hervorragend beschrieben: "they are buying a Ferrari whilst most current roads cannot even cope with a Volkswagen".

Wenn auf einer Strecke nur Eisenerz transportiert wird, dann kann dort auch eine private Firma eine Eisenbahnstrecke wirtschaftlich betreiben. Wenn die Schienen ohnehin liegen, können auch Personen wirtschaftlich transportiert werden.

Bin ich mir nicht sicher.
Die Cargobahnen in den USA sind in der Regel nicht für personenverkehrstaugliche Geschwindigkeiten ausgelegt.
Als ich vor einigen Jahren einen Amerikaner im Zug getroffen hatte, stellte er folgendes fest:

1. europäische Güterzüge haben kleinere Tonnagen als amerikanische Güterzüge (dort sind fünfstellige Tonnagen eher normal), auch wegen Oberleitung
2. dafür sind europäische Güterzüge meist schneller (und auch energie-effizienter?) unterwegs als amerikanische Güterzüge
3. dafür verkehren europäische Güterzüge meist öfter als amerikanische Güterzüge

Inzwischen transportieren die Chinesen fast soviel oder sogar mehr Güter über deren Schienennetz als die Amerikaner. Wenn ich dieses Video angucke, sehe ich hier vor allem elektrifizierte Strecken und Güterzüge mit aufgebügelten Elloks und einfach gestapelten Containern. Es geht also auch "the European way"... vielleicht sogar besser?


gruß,

Oscar (NL).

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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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