Leider immer häufiger der Fall und auch problematisch (Allgemeines Forum)

bigbug21, Stuttgart, Samstag, 24.05.2008, 20:20 (vor 4768 Tagen) @ GUM

Hallo GUM,

so sehr auch ich mich über so manche Entwicklungen bei der DB AG ärgere, so sehr muss ich auch deinen Ausführungen widersprechen:

Die ICE-Linie München-Nürnberg-Berlin hat sowohl VOR, als auch NACH der Inbetriebnahme der NBS München-Berlin dieselbe Gesamtfahrzeit zwischen M und B.

Ja, das kommt gerade so hin hin. Allerdings setzt dies natürlich voraus, dass wirklich alles absolut glatt geht.

Es war irgendwie komisch, dass mit der Inbetriebnahme der NBS die Fahrzeit sich zwischen M und L und M/B überhaupt nicht veränderte.

Die Fahrzeit der ICE zwischen Berlin und München, über Leipzig Hbf, Nürnberg Hbf und Ingolstadt, liegt im aktuellen Fahrplan bei rund 5 Stunden 40 Minuten.

Vor Inbetriebnahme der NBS lag die Fahrzeit (Sommerfahrplan 2006), damals noch über Augsburg, bei rund 6 Stunden und 20 Minuten. Dies entspricht einer Fahrzeitverkürzung von rund 40 Minuten allein durch die NBS und schließt die Verkürzung durch die ABS zwischen Leipzig und Berlin sowie Maßnahmen im Knoten Berlin noch gar nicht mit ein.

Wie kommst du zu deinem Schluss?

Somit "rast" der Zug München-Nürnberg, um dann durch diverse LaFa, zusätzliche Halte und insbesondere den Energiesparwahn diese Zeit wieder zu verlieren. In der Summe geht es hierbei um 35 Minuten.

Als Wochenendpendler fahre ich die Strecke, zwischen Leipzig und Nürnberg, etwa einmal pro Woche in beiden Richtungen und kann deine Kritik an der Ecke nicht nachvollziehen. Wesentliche Langsamfahrstellen sind mir in letzter Zeit eigentlich nur einmal im Frankenwald (50?) sowie im Raum Erlangen aufgefallen. Für 327 Kilometer Strecke eigentlich eine gute Leistung.

Auf der NBS/ABS zwischen München und Nürnberg liegt eine "La" in Form der im Südabschnitt der ABS seit nunmehr mehr als einem Monat inaktiven LZB vor. Auf etwa 10 Kilometern wird damit statt 200 nur 160 km/h gefahren, entsprechend einem Fahrzeitverlust von wenig mehr als einer halben Minute.

Auch einen "Energiesparwahn" kann ich nicht erkennen. Da zwischen Leipzig und Nürnberg etwa eine Viertelstunde Puffer im Fahrplan liegt, ist es bei planmäßig verkehrenden Zügen nicht notwendig, voll aufzuschalten. Bei Verspätungen in Leipzig bzw. Nürnberg erlebe ich auf der Mehrzahl der Fahrten, wie die Verspätung durch ein Fahren am Limit um etwa eine Viertelstunde reduziert wird.

[...]
Wenn man eine echt schnelle Bahn haben will kann man theoretisch einen Sprinter M==>N==>L==>Berlin Hbf mit genau 4h59 "sprinten" lassen.
[...]

Ja, sicher. Wobei die Erfahrungen mit dem Sprinter gezeigt haben, dass etwa dreieinhalb bis vier Stunden hier die magische Grenze für ein attraktives Angebot sind. Mit einer Fahrzeit von etwa fünf Stunden müsste man schon stets am Limit und mit höchster Priorität fahren und hätte praktisch keine Puffer für Verspätungen mehr, wie sie auf einer Streckenlänge von gut 650 Kilometern beinahe unvermeidlich auftreten.

Inwieweit eine zur Hälfte mit aktiver Neigetechnik gefahrene Strecke darüber hinaus ein für anspruchsvolle Geschäftsreisende wirklich attraktives Angebot ist, würde ich bezweifeln.

[...]

Hat er mir aber anders erzählt. Problematisch bei diesem ganz konkreten Vorfall war, dass ich einen -ich nenne dies mal so- Zugchef neuer Generation hatte, der sich überhaupt nicht für den Kunden interessiert hat. Ausser (auswendig gelernte) Floskeln kam da wenig rüber.

Gut, die (wahrgenommene) Motivation des Personals lässt an vielen Stellen durchaus zu wünschen übrig, das kann ich unterstreichen. Inzwischen schreibe ich sogar schon ein ausdrückliches Lob, wenn Kundeninformation im Verspätungsfall wie vorgesehen -- zeitnah, akkurat, freundlich, ehrlich -- funktioniert...

Ich habe ihm gesagt, dass ich vor einiger Zeit innerhalb einer Woche schon 321 Minuten Verspätung im Fernverkehr hatte und aufgrund des S-Bahn-Chaoses im März in München über 5 Stunden und dass ich nur ein einziges Mal diesen Anschluss bräuchte. (Wer steht schon um 03.45 Uhr auf, um dann doch erst nach 12 Uhr in Berlin zu sein).

Okay, das ist schon krass. Ich hatte auf 472 ICE-Fahrten (96.248 km) zwischen März 2007 und März diesen Jahres insgesamt 29,03 Stunden Verspätung bzw. 3,69 Minuten je Fahrt oder 1,09 s/km. Das kann sich im Vergleich der Verkehrsträger, denke ich, durchaus sehen lassen.

Und so hat er wahrscheinlich nur die einstellige Anzahl an Reisenden weitergegeben und der Anschluss in Nürnberg war weg (wegen vielleicht 10 Minuten).
[...]

Wobei zehn Minuten Wartezeit schon eine Menge sind. Meist kommt -- so nehme ich es zumindest wahr -- noch dazu, dass Reisende nur die Zeit zwischen der Abfahrt des anderen Zuges und der Ankunft ihres Zuges sehen, ohne zu berücksichtigen, dass auf Knotenbahnhöfen da noch einmal fünf bis fast zehn Minuten Mindestübergangszeit aufgeschlagen werden müssen. Wie es in deinem Fall war, weiß ich allerdings nicht.

Viele Grüße
Peter

--
unterwegs für freie Eisenbahn-Geodaten


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