Leider immer häufiger der Fall und auch problematisch (Allgemeines Forum)

GUM, Freitag, 23.05.2008, 11:12 (vor 4768 Tagen) @ bigbug21

Hallo ICE-Fans,

es gibt Tage, an denen frage ich mich schon, wie sich so manche Mitarbeiter bei der DB AG den Eisenbahnbetrieb eigentlich vorstellen. Kürzlich war es wieder soweit.

Dies ist leider immer häufiger der Fall. Die Welt des Vorstandsvorsitzenden in seiner internationalen Welt von Mobility, Networks and Logistics entfernt sich leider immer mehr von der realen, echten Welt der Eisenbahn und derer Kunden.

Ich habe auch ähnliche Beispiele erlebt, dass extremste war eine heruntergerissene Oberleitung eines vorherfahrenden Zuges bei dem dann für einen Zeitraum von 10-15 Minuten überhaupt niemand gewusst hat, welche Umwegstrecken zur Verfügung stehen.

Über einen dadurch beeinträchtigten Termin habe ich mich bei der Bahn beschwert und nur ein ähnliches Gelaber als Antwort bekommen. Für die Unannehmlichkeiten (66 Minuten Verspätung am Zielort) wurde mir lediglich ein Mini-Gutschein angeboten.

Da ging es um das Thema Anschluss-Sicherung.

Meine eigentlich ganz konkrete Frage, warum man einen Anschluß nicht sichert, der im neuen Fahrplan sowieso eine zusätzliche Fahrzeitreserve von 35 Minuten bekommen hat, wurde überhaupt nicht beantwortet.

Man hat vielmehr Aktivität vorgespiegelt und mir den Ablauf des Unfalls des vorhergehenden Güterzuges noch einmal nacherzählt, ohne auf das Problem einzugehen, dass

1.) die Verspätung bei "Vollgas" noch hätte aufgeholt werden können. Ganz konkret wurde die NBS München-Nürnberg dann aus Energiespargründen nur mit Tempo 200-215 befahren, statt 230 Km/h !

2.) das gesamte derzeitige Energiesparverhalten eigentlich ein Witz ist. Wenn ich als Die Bahn Die Bahn (Die Bahn DB !) nur zwei oder drei Autofahrer aus ihren (sorry!) Stuttgarter Stinktieren heraushole und sie auf die Bahn rüberbringe, dann kann ich mit der gesparten Energie JEDE Verspätung einfahren.

3.) Aufgrund der rein elektronischen Entscheidung, ob ein Anschluß gehalten wird, vom Zugchef keine individuellen Informationen mehr übermittelt werden können. Ich erinnere mich an ähnliche Vorkommnisse von vor 3 oder 5 Jahren, die damals anders abgearbeitet wurden.

Das wird auch das grosse Problem der Börsenganges der DB Bahn sein. Der Charakter des eigentlichen Transportunternehmens geht mehr und mehr verloren.

Und deshalb gibt es eine immer schärfere Trennung zwischen der realen Welt der Bahn und den Hochglanzbroschüren und der imagemäßigen Vorstellung, die sich vom reinen Produktnutzen zu einer immer mehr werbeorientierten Form ändert.

Dagegen müssen die Kunden etwas tun, z. B. an keinen Umfragen mehr teilnehmen und der Führungsetage auf die Füße steigen, wenn mal wieder eine Preiserhöhung kommt und dafür dann Pralinen und Erfrischungstücher gereicht werden.

@bigbug 21: Also ging leider nicht nur Dir so !


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