Reisedistanz in der Schweiz höher als in Deutschland (Allgemeines Forum)

Aphex Twin, Samstag, 06.10.2018, 20:34 (vor 2745 Tagen) @ Henrik

Mit einem ITF lässt sich im Bereich des Regionalverkehrs sicher viel optimieren.
Im Fernverkehr sehe ich diesen jedoch skeptisch, denn aufgrund der Überlastung des Netzes gibt es nunmal eine Menge Verspätungen.
Dort wo heute bereits theoretisch gute Anschlüsse existieren, gehen diese meistens schief (z.B. ICE Knoten Mannheim).
Was nützt mir der ITF, wenn dann einfach alle Anschlüsse weg sind?

Daher wäre ich froh wenn im Fernverkehr man nicht den Fokus auf den ITF, sondern auf die Schließung der Lücken im HGV-Netz und Beseitigung von Engpässen legen würde (z.B. Münster-Lünen-Dortmund).
So, anstelle Reisen um 30 bis 60 Minuten durch bessere Umsteigeverbindungen (durch bessere Pünktlichkeit und passendere Anschlüsse) zu verkürzen, lieber 30 bis 60 Minuten durch zahlreiche VDE8-artige Strecken gewinnen? Bist Du sicher dass die zweite Lösung billiger ist?

Ich bin mir sicher, dass zwei, drei SFSen weniger kosten als eine landesweite Optimierung der Fahrzeiten, um überall schlanke Anschlüsse zu ermöglichen. Die Schweiz hat Milliarden Franken für das Bahn 2000 Programm ausgegeben. Für Deutschland wären die Kosten 10-mal so gross und somit höher als die für den Bau neuer schneller Bahnstrecken.

Und diese zwei bis drei SFSen helfen nur Bahnreisenden die (a) überhaupt mehr als 200 bis 300 km fahren (d.h. nur einer Minderheit) und (b) nur denjenigen deren Reisen über diese zwei bis drei SFSen führen. Also nur der Minderheit in einer Minderheit.

die durchschnittliche Reiseweite beträgt aktuell 291 km,
bei der Anzahl der Bahnreisenden mit einer Streckenlänge von mehr als 200 km handelt es sich gewiss nicht um eine Minderheit.

die allermeisten Reisenden, benutzen auf ihren Reisen SFS.

Gemäss der oben zitierten Litra-Statistik beträgt die durchschnittliche Reiseweite in Deutschland nur 34 km.

da geht's ja um Nahverkehr, nicht um den Fernverkehr.
Hier gings jedoch rein um den Fernverkehr - da liegt die Reiseweite bei 291 km, s.o.

Wo 'hier'? Der ganze Thread began mit dem Begriff ITF im Titel. Und ITF schliesst normalerweise immer den Regionalverkehr mit ein.

ja, eben - da beim Ausgangsposting ging es um den Regional-, um den Nahverkehr,
hier gings aber gewiss nicht um Nahverkehr

Wenn eine Veränderung des Bahnangebotes Menschen die z.B. wochentäglich eine Stunde im Zug unterwegs sind, jeden Tag 10 Minuten einspart, ist dies durchaus vergleichbar mit einer Veränderung die Menschen die einmal pro Woche fünf Stunden im Zug unterwegs sind diesen 50 Minuten einspart. Nicht 100% vergleichbar da Verkürzungen der Reisedauer nicht linear wahrgenommen werden, aber von der Grössenordnung durchaus.


ja, ganz toll,
nur reichlich albern & sinnlos, der ITF im Nahverkehr liegt vor und hier gings allein nur um den Fernverkehr,
auf den warst Du angesprungen, Zitat oben noch einmal eingefügt.

Die vorgebrachte Statistik von 34 km bezieht sich auf den gesamten Verkehr, Nah-, Regional- und Fernverkehr. Und einen ITF nur für den Fernverkehr will wohl keiner, wenn schon ITF dann muss der Regionalverkehr auch mit eingebunden werden. Die meisten Umstiege im Fernverkehr sind wohl eher der Umstieg von Nah- oder Regionalverkehr am Anfang und/oder Ende der Reisekette. Ich habe zum Beispiel eine Strecke die ich ab und zu fahre auf der ich in beiden Richtungen an einem Bahnhof beim Umstieg von Regional- auf Fernverkehr eine halbe Stunde Aufenthalt habe.

Mir geht es geht es aber auch garnicht darum zu sagen dass ein ITF die Lösung ist (Du wirst von mir keine derartige Aussage finden). Sondern dass man allen Stellschrauben drehen muss (Pünktlichkeit, dichtere Takte, mehr Kapazität auf gewissen Strecken, schlanke Umstiege, höhere Geschwindigkeiten).


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