Man darf die Strecken nicht isoliert betrachten (Allgemeines Forum)

Ösi, Montag, 21.05.2018, 13:17 (vor 2878 Tagen) @ Axel252525

Wie du selber schreibst, stehen aber auch sie unter einer Art Wettbewerbsdruck bzw. zumindest unter einem Druck, der die selben Antworten hervorgebracht hat wie ein Wettbewerbsdruck.

Das gilt allerdings für die Bahn genauso. Der Zuschuss soll möglichst gering sein und es gibt (abhängig von der Strecke) Auto, Fernbus, Flugzeug und Fahrrad als Mitbewerber.

Ansonsten ist VW aber kein gutes Beispiel für eine Quasi-Einmischung des Staates: F&E-Kosten, die im Vergleich zum Umfeld bescheuert hoch sind, Innovationskraft gering, die Motorentechnologie hinkt dem Markt hinter her und wenn ich mir von verwandten anhöre, wie das Management von Auslandswerken läuft...

VW ist allerdings auch der größte Autobauer der Welt. Ganz so katastrophal kann es also nicht sein.

Und kurz Off-Topic: auch in wesentlich privater aufgestellten Unternehmen gibt es Arbeitnehmer-Vertretungen mit sehr hohem Einfluss: Postbank, BMW usw.

Durch das VW-Gesetz gibt es Besonderheiten, die über die normale Mitbestimmung hinausgehen (keine Werkschließung ohne Zustimmung der AN-Vertretung). Als Sonderfall gäbe es noch die Montanunternehmen, die aber im heutigen Deutschland nur noch eine geringe Rolle spielen.

Das gab es ja schon mal: Eurofima. Hatte dort leider nicht zu den erhofften Ersparnissen geführt, da die einzelnen Bahnen doch recht viele Einzelanforderungen hatten.

Es gibt aber bereits jetzt viele Fahrzeugmodelle, die (leicht unterschiedlich) in verschiedenen Ländern fahren. FLIRTs fahren z.B. in Deutschland, der Schweiz, Estland, Belarus, Finnland, Slowenien und noch einer Menge anderen Ländern. Nur bestellt jede Eisenbahngesellschaft für sich alleine anstatt alle zusammen, wodurch man nicht einen Groß-, sondern viele Kleinaufträge vergibt, die nicht so effizient abgearbeitet werden können.

Die Tendenz in diesem Jahrzehnt ist eher umgekehrt: Einzelne Konzerntöchter werden wieder abgespalten, zum Teil verkauft oder erhalten sehr hohe Eigenständigkeit im Konzern, um besser agieren zu können.

Es geht um den Trend. Als der DAX 1988 zum ersten Mal berechnet wurde, hatten die im DAX vertretenen Unternehmen eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 17 Mrd. Euro. Heute sind es über eine Billion Euro, d.h. die dreißig größten börsennotierten Unternehmen sind heute mehr als sechzigmal größer als vor dreißig Jahren. (Klar ist in der Zeit auch die Wirtschaft gewachsen und es gab Inflation, aber nicht um den Faktor 60).

Beides nicht möglich: das erste wäre ein IT-Projekt, da es vorallem um die Software geht. Solche Projekte scheitern jedoch oft schon nur daran, dass eine neue Version der Software noch kompatibel mit der alten ist.

Im Stadtverkehr ist die Kombination neu+alt gelegentlich anzutreffen, gerade weil man dadurch Niederflur auf jedem Kurs günstig anbieten kann. Umbauten bzw. -programmierungen an den alten Fahrzeugen müssen natürlich vorgenommen werden.

Langfristig wäre natürlich eine einheitliche Schnittstelle sinnvoll.

Deswegen ist es die Stellschraube, von der ich als Unternehmer/Geschäftsführer erstmal die Finger weglassen würde.

Leider sind die echten Unternehmer/GF nicht immer so rücksichtsvoll.


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