Von Tälesbahn und IC2-Probebetrieb (m. 93 B.) (Reiseberichte)

TD, Samstag, 10.06.2017, 18:28 (vor 3213 Tagen)

Hallo zusammen,

am Ende meines letzten Reiseberichts zwischen Ostsee und Salzkammergut hatte ich angekündigt, dass es als nächstes weitergeht mit einer Auslandstour. Nun, ich habe es mir anders überlegt und möchte zunächst eine aktuelle Tagestour dazwischenschieben. Bekanntlich fand im Mai ein IC2-Probetrieb auf der Gäubahn statt, der mein Interesse geweckt hat.

Gut, ich hätte mich in Singen in den Zug setzen und die Strecke einmal abfahren können, dann wäre das Thema Probetrieb in einem halben Tag abgehakt gewesen. Aber das fand ich dann doch zu langweilig - und so habe ich mir eine kleine Rundfahrt zum Streckensammeln überlegt. So kann ich noch die Zollernalbbahn mitnehmen und auch zur Tälesbahn wollte ich schon immer mal, nachdem ich vor vielen Jahren einen Fernsehbericht über den Bahnverkehr rund um Nürtingen gesehen hatte.

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Und so sieht die Route für die erstklassige Tour aus: von Konstanz geht es mit dem Katamaran über den Bodensee nach Friedrichshafen, von dort nach Aulendorf und weiter über Sigmaringen und Reutlingen nach Nürtingen. Dann mit der Tälesbahn nach Neuffen und schließlich nach Stuttgart, wo der Intercity 2 zur Fahrt auf der Gäubahn auf dem Plan steht.

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Los geht’s: die erste Etappe legen wir auf dem Wasser zurück, im Hafen von Konstanz starten wir mit dem Katamaran nach Friedrichshafen.

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Hier der Blick zurück auf die Hafenausfahrt von Konstanz, in der Bildmitte die Imperia-Statue, rechts davon das Konzil-Gebäude. Dann geht es aus dem Konstanzer Trichter hinaus auf den Obersee, die Höchstgeschwindigkeit des Katamarans liegt bei 19 Knoten.

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Über dem schweizerischen Ufer ist der Säntis zu sehen, die Autofähre ist auf dem Weg von Friedrichshafen nach Romanshorn.

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Und dann ist auch schon bald Friedrichshafen erreicht. Rechts neben dem Aussichtsturm ist das Gebäude des ehemaligen Hafenbahnhofs zu sehen. Bis 1976 gab es einen Trajektverkehr nach Romanshorn, heute beherbergt das Gebäude das Zeppelin Museum. Der Bahnhof Friedrichshafen Hafen ist jetzt ein Bahnhofsteil des Bahnhofs Friedrichshafen Stadt.

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Mir fallen auf Anhieb drei Bahnen ein, die unter dem Kürzel BOB firmieren - wir nutzen nun jedenfalls die baden-württembergische BOB. Ein Regioshuttle der Bodensee-Oberschwaben-Bahn verkehrt vom Hafenbahnhof bis nach Aulendorf. In Anlehnung an das Lied von der schwäbsche Eisebahne wird die Bahn auch als Geißbockbahn vermarktet. Die BOB selbst hat übrigens kein eigenes Personal, der Betrieb wird von der DB abgewickelt, die Fahrzeugwartung erfolgt bei der HzL und die Verwaltung übernehmen die Technischen Werke Friedrichshafen.

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Vom Hafenbahnhof geht es nun zum Stadtbahnhof und nach dem Fahrtrichtungswechsel auf die Südbahn. Eine Dreiviertelstunde dauert die Fahrt durch den vom Obst- und Hopfenanbau geprägten Teil Oberschwabens.

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Und hier sind wir schon in Aulendorf angekommen. VT 70 und 71 sind die beiden jüngsten Fahrzeuge bei der BOB, die Triebwagen wurden 2013 ausgeliefert. Die BOB ist seit 1993 auf der Strecke zwischen Friedrichshafen und Ravensburg unterwegs, 1997 wurde die Verbindung verlängert nach Aulendorf.

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Jetzt geht es im Schnelldurchlauf durch Aulendorf. Die oberschwäbische Stadt hat knapp 10.000 Einwohner, die Zeit reicht für den Fußweg bis zum Maibaum auf dem Schlossplatz.

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Wahrzeichen der Stadt ist das Schloss Aulendorf. Die Ursprünge gehen auf eine Burganlage aus dem 12. Jahrhundert zurück, der Bau wurde während der Jahrhunderte immer wieder umgestaltet.

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In Aulendorf treffen sich die Südbahn, die Zollernalbbahn aus Sigmaringen sowie die württembergische Allgäubahn aus Leutkirch. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Aulendorf dadurch zu einer Eisenbahnerstadt. Mit dem IC-Zugpaar 118/119 kommt der Bahnhof zu Fernverkehrs-Ehren, ansonsten prägen Züge des Regionalverkehrs den Betrieb am Bahnhof.

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Mit einer Regionalbahn geht es nun von Aulendorf nach Sigmaringen, ein Regioshuttle der DB wartet bereits zur Fahrt auf der KBS 766. Während die DB die komplette Strecke von Aulendorf über Sigmaringen bis Tübingen als Zollern-Alb-Bahn bezeichnet, gehört der nun befahrene Abschnitt von Aulendorf bis Herbertingen historisch gesehen zur Württembergischen Allgäubahn.

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Von Oberschwaben fahren wir Richtung Donau, bei Herbertingen mündet die Strecke in die Donautalbahn von Ulm nach Immendingen; entlang des Flusses geht es nach Sigmaringen.

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Nachdem ich nach der Ankunft in Sigmaringen noch ein Innenbild nachgeholt habe, starten wir zu einer Sightseeingtour durch die Kreisstadt, den Anfang macht der Prinzenbau, der heute das Staatsarchiv Sigmaringen beherbergt.

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Über den Leopoldplatz mit dem Ständehaus...

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...geht es zum imposantesten und bekanntesten Bauwerk Sigmaringens: das Schloss auf einem Kalkfelsen über der Donau.

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Unweit des Schlosses verläuft die Donautalbahn durch einen Felseinschnitt, hier werden wir nachher die Fahrt fortsetzen.

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Und das Hohenzollernschloss noch einmal in der ganzen Pracht, wobei der Sonnenstand für ein Foto nicht ganz ideal ist – aber bisher richte ich die Reiseplanung nach dem Fahrplan aus und kann auf solche Faktoren nicht auch noch Rücksicht nehmen. Im 11. Jahrhundert gab es an dieser Stelle eine erste frühmittelalterliche Burg, auf die das heutige fürstliche Residenzschloss zurückgeht. Es ist seit 1535 Sitz der Grafen und Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen.

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Vorbei am Rathaus und dem Marktbrunnen...

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...und dem Denkmal von Karl Anton Joachim Zephyrinus Friedrich Meinrad von Hohenzollern vor der Kulisse des Schlosses...

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...habe ich jetzt noch ein Ziel auf dem Plan, nämlich die Josefskapelle auf einer Anhöhe am Rand der Altstadt.

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Und der Aufstieg zur Kapelle wird mit einem Panoramablick über die Dächer der Stadt und zum Schloss belohnt. So, jetzt wird es aber Zeit für den Rückweg zum Bahnhof.

Es geht gleich weiter...

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