Kein Bedarf mehr für alte Loks (Allgemeines Forum)

ACS64, Samstag, 27.08.2016, 21:14 (vor 3510 Tagen) @ guru61
bearbeitet von ACS64, Samstag, 27.08.2016, 21:15

Also die Flirts der SBB und SOB, von denen bereits für 2019 nachbestellt wurden, sind alle für 50 Promille zugelassen. Das Problem ist also gelöst. Was natürlich eingehalten werden muss, sind die Bremsverhältnisse und das Vorhandensein einer elektrischen Bremse. Ohne das gehts nicht.

Und wer nicht nach Zugreihe "O" fahren kann fährt halt nach Zugreihe "A". Zugreihe "O" benötigt R Bremse mit anderen, tieferen, Umschaltgeschwindigkeiten.
Und je nach Bremsgewicht, die entsprechenden Geschwindigkeiten.
Das sieht so aus:
[...]

Je nach Auslegung bekommt man den 4-Teiler noch gut hin, besonders wenn man auf A geht und/oder Bremshundertstel opfert. Meine Annahme war auch, dass die Steilstreckenzulassung für volle Geschwindigkeit angestrebt wird, die die Strecken hergeben. Wenn man bereit ist, nen Gang zurück zu schalten kann man natürlich das ganze mit JDG machen.

Insgesamt muss man aber auch beachten, dass das EBA in Teilen andere Standards hat, als die Schweizer Behörden, was die Steilstrecke angeht. Auch ist die Durchrutschwegberechnung bei der Bestimmung der zulässigen Geschwindigkeit in Deutschland anders. Das kann radikal andere Geschwindigkeiten bedeuten.


Und im Moment bestellt die SOB 8 teilige Flirts für den Voralpenexpress, der auf den 50 Promillen fahren wird.
http://www.voralpen-express.ch/news/neuer-voralpen-express.html
http://www.zsz.ch/obersee/Nur-Stadler-Rail-wollte--den-VoralpenExpress-bauen/story/1550...

Klar, Voralpenexpress ist eine Sonderanfertigung. Das tun sich die anderen Hersteller nicht freiwillig an. Stadler ist dagegen auf Sonderwünsche für Kleinserien spezialisiert. Wenn Stadler alleiniger Bieter ist, kann man dort die Hand auch etwas weiter aufmachen bzw. dann sind die Mehrkosten für zusätzliche angetriebene Drehgestelle halt eingerechnet. Ich zweifle zumindest vorsichtig an, dass man Steilstreckenfahrzeuge als Bo’(2)’(2)’(2)’(2)’(2)’(2)’(2)’(2)’Bo ausführen wird. Leider habe ich auf die Schnelle keine Achsformel finden könnnen. Die bisher einzigen 8-Teiligen Flirts sind welche für PKP-Intercity, die tatsächlich mit nur den Enddrehgestellen angetrieben sind. Die sind aber wegen der größeren Fußbodenhöhe nicht vergleichbar, da man dadurch die Motoren etwas aufmotzen konnte. Es verbleibt dann aber auch nur eine Beschleunigung von 0,6 m/s^2.

Es gibt also keinen teschnischen Grund, Jacobs Drehgestelle nicht auf Steilstrecken laufen zu lassen. Wenn du siehst, haben die Jacobs Drehgestelle dei Scheibenbremsen an den Rädern, die übrigens nicht wesentlich kleiner sind alsRadscheibenbremsen ausgebildet.
Hier zum Beispiel bei der Triebwagen der Uetlibergbahn für 79 Promille:
[...]

Technische Gründe gibt es nicht, machbar ist alles. Lediglich wirtschaftliche Gründe erschweren es teilweise.

Wesentlich kleiner ist relativ. Das ist bei 920 mm zu 760mm zwischen den Trieb- und Laufrädern von der Fläche ein Faktor von 1,7 (quadratisch).

Die Uetlibergbahn hat, wenn das auf dem Photo ein BE 510 sein soll, keine Jakobsdrehgestelle.

Die SOB Flirt sind 4 Teiler und fahren auf den 50 Promillen anstandslos:
[...]
Und nehmen wir den Flirt 8 Teiler, der dereinst, da bin ich mir sicher, anstandslos auf 50 Promillen verkehren wird.
Im Übrigen sind die Jacobs Drehgestelle auch leichter belastet, was es einfacher macht, die Bremsleistung unter zu bringen.

Wie gesagt, die Frage ist, welche Profil die fahren und ob das EBA das auch gut finden würde. Beim 8-teiler wäre die Achsformel wirklich interessant.


TL;DR: Es geht, ist aber deutlich aufwändiger als bei "normalen" Drehgestellen.


Es geht, mit mininal abgeänderten Normaldrehgestellen, wie in der Schweiz tagtäglich vordemonstriert wird.

Wenn die Abänderung so minimal wäre, hätten sicher auch andere als Stadler geboten.

Und immer daran denken, nicht alles, was in der Schweiz geht, kann man auf Deutschland ummünzen. Oder wie ein Kollege es mal so schön gesagt hat "Manche denken, in der Schweiz wäre alles so gut, dass die in Ostfriesland Bergstrecken bauen würden." ;-)

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