Kein Bedarf mehr für alte Loks (Allgemeines Forum)

numi, Donnerstag, 25.08.2016, 00:18 (vor 3515 Tagen) @ ffz

Das passende Fahrzeug zu finden ist in der Tat ein Problem. Wirklich von der Stange gibt es da natürlich nichts (da es zumindest in Deutschland ja auch kaum Einsatzgebiete mit solchen Steigungen gibt). Man bräuchte Fahrzeuge mit leichten Radsatzlasten, sehr gutem Kurvenverhalten, sehr gut verteiltem Antrieb und sehr hoher Bremsleitung bei gleichzeitig niedrigem Gewicht. Ich könnte mir eine Niederflurvariante eines Fahrzeuges auf Desiro City Basis vorstellen. Preiswert wird der Spaß natürlich nicht.

Die neuen Züge sollen die Nachfrage zur HVZ insbesondere durch einen kleineren Takt ermöglichen. So soll es zur HVZ Verstärkerzüge bis Kirchzarten geben und am Wochende sogar einen 20 Minuten Takt. Auch wird es Zugteilungen in Gottenheim und Titisee geben. Es sind also kleinere Züge nötig als heute, die dann gekuppelt den Berg hochfahren.

Dass die Drehgestelle in den Kurven quietschen ist eigentlich vllig normal bei den Radien, das würde aber auch ein Triebwagen tun, [...]

Bei ungeeigneten Fahrzeugen ist dies Korrekt. Es ist heutzutage jedoch möglich Züge zu bauen, die auch mit den engen Radien besser zurechtkommen. Hauptprobleme sind dabei das Kurvenverhalten des Fahrwerks selbst sowie die Lasten. Das Kurvenverhalten lässt sich durch geringe Radstände oder auch eine axiale Radverstellung, Hydraulische Achslenkerlager, usw verbessern. Die Industrie bietet da viele interessante Möglichkeiten an. Die Lasten sind in zwei Kategorien einzuteilen. Zum einen die Radsatzlast selbst, die durch eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und eine höhere Zahl an Drehgestellen ermöglicht wird. Wichtig sind jedoch auch die ungefederten Massen, die durch kleinere Räder, einen gut verteilten und gut gefederten Antrieb aber auch durch andere Bauarten, wie innengelagerte Drehgestelle, deutlich verbessert werden können.

In England gibt es ein verschleißabhängiges Trassenpreissystem was dazu führt, dass dort deutlich andere Züge eingesetzt werden als bei uns. So hat beispielsweise ein Desiro City einen deutlich geringeren Verschleiß als alles was bei uns in Deutschland fährt. Ich nehme diesen Zug gerne als Beispiel, schließlich ist er "Made in Germany", das Problem ist also nicht, dass wir deutschen es nicht könnten. Wir wollen es nur nicht bezahlen (bzw. die Besteller und EVU wollen die Kosten auf die EIU abwälzen).

Das Rückspeisen ist nur im S-Bahn Verkehr mit kurzen Halteabständen und viel Beschleunigen und Bremsen interessant, bei einem RE oder IRE ist das Rückspeisen vernachlässigbar, einfach weil ein Lokbespannter Zug mit einer schwerenn E-Lok viel besser beschleunigt bei weniger Leistung, weil die Antriebsachsen schwer belastet sind dadurch gibt es kaum Macroschlupf im Gegensatz zu den Triebwagen. Die leichten Triebwagen mit den hohen Leistungen führne zu Macroschlupf und sind durch die Headchecks wahre Schienenfresser.

Das ist mal wieder ein typischer Fall von "kommt drauf an". Je nach Art des Antriebs kann es natürlich zu Head-Checks kommen. Bei einer sehr hohen Reibwertausnutzung sind Head-Checks eine logische Folge. Es ist aber natürlich auch möglich, den Antrieb gleichmäßig zu verteilen und dann mit einer deutlich geringeren Reibwertausnutzung auszukommen. Ein Desiro ML oder auch ein Coradia Continental verursacht kaum Head-Checks, da der Antrieb gleichmäßig verteilt ist. Bei einem Flirt oder auch bei einem Talent 2 sind die Probleme deutlich größer, da hier mit wenigen Drehgestellen sehr viel Zugkraft traktioniert werden muss. Der Flirt wurde deshalb in Deutschland sogar schon runtergeregelt, während er im Ausland mist noch 200 kN Zugkraft aufbringen darf, sind es in Deutschland nur noch 175 kN.

Der Punkt mit der Leistung ist jedoch ein Märchen. Schlupf verursacht Schäden an Rad und Schiene, aber auf den Energiebedarf hat das kaum eine Auswirkung.

Abgesehen davon dass die neuen Triebwagen wie Talent 2 oder Coradia Coninental,... noch nicht mal eine vernünftig funktionierende Führerstandsheizung oder Klimatisierung haben, sodass an die Tf im Winter Heizdecken ausgegeben werden und im Sommer die Fenster mit Silberfolie abgedeckt werden, nein das ist kein Scherz.

Ja, die Qualität einiger neuer Schienenfahrzeuge ist bekannt *kotz*. Man bekommt halt was man bezahlt, wo wir wieder beim eigentlich Problem wären.


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