Kein Bedarf mehr für alte Loks (Allgemeines Forum)

guru61, Arolfingen, Donnerstag, 25.08.2016, 13:22 (vor 3514 Tagen) @ ffz

Schau dir mal die Höllentalbahn im Winter an, inbesondere die hintere Höllentalbahn, da hat man zwischen zwei Züge teilweise bis zu 1 Meter hohe Schneeverwehungen auf den Schienen, selbst die 611er die nun keine wirklichen Leichtgewichte sind entgleisen regelmäßig im Winter auf der Strecke. Die Drehgestelle klettern einfach auf, weil der Bahnräumer den Schnee nicht mehr packt und schon hat sich das Thema erledigt. Die Österreicher haben in ihre Desiros und Talent I extra Stahlverstärkungen über den Triebdrehgestellen eingebaut um das Reibungsgewicht zu erhöhen. Die ganze Schrott Elektronik die das angeblich ausgleichen können soll kann man in den Mülleimer schmeißen, die ist absolut unfähig da auch nur irgendetwas Sinnvolles zu leisten.

Hallo
Sorry, aber da ist nicht die Elektronik Schrott, sondern der Winterdienst. Auch die RhB fährt nicht ohne Pflug in Meterhohe Schneemassen. Für das gibts Spurpflüge, die schon vor 40 Jahren den Triebwagen vorgespannt wurden.
Hier eine Exemplar eines solchen Pfluges: der ist so niedrig, dass er die Sicht nicht beeinträchtigt:
[image]

Die Höllentalbahn hat bereits heute einen 30 Min Takt in der HVZ mit 6 Dostos und 2 Loks, mehr geben die Bahnsteige und die Kreuzungsgleise nicht her, in der HVZ mit zusätzlichen Verdichtern.

Die Eisenbahn kennt da seit mehreren Jahrzehnten ein recht probates Mittel gegen das extreme Kurvenquietschen, nennt sich Spurkranzschmierung. Funktioniert gut und ist bezahlbar. Ich war gerade in der Schweiz, die Allegras der RhB und die modernen Triebwagen der MGB quietschen auch in engen Kurven. Die axiale Radverstellung oder auch andere Mittel sind zwar teuer aber bringen vom Effekt her nicht viel. Denn für das was die Systeme teurer sind kann man sehr viel Spurkranzfett und einige neue Spurkränze kaufen bei bereiften Rädern, bzw neue Räder bei Monobloc Rädern.

Die Spurkranzschmierung haben schon die alten Ae 4/7 nachgerüstet bekommen. Die dient nicht in erster Linie dem Quietschen, sondern der Begrenzung der Spurkranzabnützung und, ganz wichtig, der Erhöhung der Entgleisungssicherheit. Das ist auch explizit in den Netzzugangsbestimmungen gefordert:
http://www.sbb.ch/content/dam/sbb/de/pdf/sbb-konzern/sbb-als-geschaeftspartner/angebote...

Spurkranzschmierung ist in der Schweiz ein alter Hut: Schon die Rangiermaschinen aus den 20er Jahren hatten die eingebaut:
[image]
Hier mit dem gelben, runden Deckel siehst du die Pumpe, die durch ein Pendel angetrieben wurde:
[image]


Mindestens ein Fall ging teilweise auf die mangelnde Spurkranzschmierung zurück:
http://eisenbahn.egghof.com/2008/03/sbb-aufklrung-der-ic-entgleisungen-am.html

Im Übrigen möchte ich noch anmerken, dass sowohl die RhB als auch die MGB Schmalspurbahnen und teils Zahnradbahnen sind, deren Geometrie sehr von den Normalspurbahnen abweicht.

...., seit den Drehstrom 423ern und 430ern schaffen die Gleise noch 6-8 Jahre bevor sie wegen irreperabler Head-Checks gewechselt werden müssen.

Dann ist ebenfalls mangelnde Wartung schuld: Schienen müssen heutzutage regelmässig geschliffen werden. Im Moment macht die SBB gerade eine bittere Zeit durch, weil sie unter dem Weibel meinten, auf der NBS auf Schienenschleifen verzichten zu können. Nach 10 Jahren müssen die Gleise ausgewechselt werden.

Schienenschleifen nach gehört heute zur vorbeugenden Wartung:
http://www.l-und-s.de/Schienenschleifen.html

Ich empfehle dir die folgende Lektüre:
http://www.lehmanns.ch/shop/sachbuch-ratgeber/29662266-9783906055299-praxisbuch-fahrbahn

Gruss Guru


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