Komplexe Tätigkeiten eines Zubs/einer Zubine (Fahrkarten und Angebote)

agw, NRW, Dienstag, 12.05.2015, 14:17 (vor 3982 Tagen) @ GUM

Den Rest der Zeit müsste er aber nicht mehr Fahrkarten abknipsen.
Für mich als Fahrgast ist das kein Mehrwert, dass kurz vor meinem Ausstieg noch mal jemand kommt und ich meine Fahrkarte rauskramen muss.

Für mich ist es ein Mehrwert. Denn der Zub kommt ja nicht immer "kurz vor Deinem Ausstieg", sondern an den Personalwechsel-Punkten.

Ja, genau. Das war bei mir immer kurz vor dem Ausstieg. Zwischen Hannover und Dortmund sieht man von den Zub nichts, nicht mal zur Verteilung der Kleinigkeiten in der 1.Klasse. Dann zwischen Dortmund und Bochum packt man grad seine Sachen zusammen und dann kommt noch mal "Personalwechsel!" und man muss sein Zeugs wieder rauskramen. Auf sowas kann man als Fahrgast echt verzichten.

Außerdem "kommt" er nicht an den Personalwechselpunkten, sonder da fängt er an. Wann er dann bei dir vorbeikommt, ist ja eher zufällig und nicht auf deine Bedürfnisse abgestimmt. Im Gegenzug kann in der Ananlogwelt der Zub auch nicht wissen, dass drei Wagen weiter jemand eine Frage hat, während er die nächsten 30 Minuten nur Fahrkarten abknippst.

Im Prinzip könnte man dann auch endlich Gratisgetränke an Comfort-Kunden verteilen! Im Bordsystem wird man als Comfort-Kunde erkannt und kann sein tägliches Freigetränk an seinen Platz bestellen.

Wird der derzeitige Bahn-Vorstand aber definitiv nicht tun. Wie Du am Redesign des ICE1, ICE3 siehst steht Kostensparen ganz im Vordergrund. Die komplexe Gleichung Umsatz * Gewinnrate = Gewinn wird nur in der Dimension der Gewinnrate bearbeitet.

Wenn das so klar wäre, würde man ja nicht im Pilotprojekt danach fragen. Dass das nicht für die Holzklasse kommt, dürfte klar sein.

Ach, und die ganzen Hotelfachleute wären trotzdem noch richtig im Zug, oder ist stupides Fahrkartenabknipsen so erfüllend?


Den letzten Satz weise ich mit Nachdruck von mir.

Verstehe ich nicht. Hast du was gegen Hotelfachleute bei der Eisenbahn?

Die Kundendienstaufgabe eines Zubs ist sehr komplex und auch anstrengend. Bei der Fülle an Fahrkarten ist es auch sehr anspruchsvoll, wenn man die berechtigten Einnahmeninteressen und Kundenfreundlichkeit unter einen Hut bringen will.

Ja, genau. Und diese Mischung geht völlig am Kunden vorbei. Deswegen kann man ja den einen Teil auslagern und sich ganz auf den Kundenservice konzentrieren.

Dies beginnt bei absichtlich länger/früher fahrenden Fahrgästen und geht hin bis zur verwirrten Person, die fahrlässig im falschen Zug sitzt.

Verstehe ich nicht. Das ist doch alles abgedeckt.

Zudem arbeitet der Zub mit Menschen und bekommt ein Feedback von den Kunden. Schaue Dir den unterschiedlichen Stil der Zugchefs an und Du weißt, dass viele Teams unterschiedlich arbeiten und einen nachhaltigen Eindruck bei den Kunden erschaffen.

Und um ein Feedback zu bekommen, muss er vorher die Fahrkarte einscannen, sich die Bahncard und den Perso zeigen lassen? Im Restaurant kann ich auch Feedback anbringen, ohne dass ich mitten beim Essen meinen Perso zeigen muss, oder?


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