Komplexe Tätigkeiten eines Zubs/einer Zubine (Fahrkarten und Angebote)

GUM, Dienstag, 12.05.2015, 13:53 (vor 3985 Tagen) @ agw
bearbeitet von GUM, Dienstag, 12.05.2015, 13:55

In der Workflow-Analyse ist auch ein zweiter Schritt möglich:
Statt 4 oder 5 Zubs fährt nur noch ein Zub mit, der im "nicht elektronischen Check-In" Bereich kontrolliert. Ansonsten sind es nur vergleichsweise ungelernte Kräfte beispielsweise eines Security-Unternehmens. Mit einem geringeren Tarifvertrag.

Wie im Flugzeug auch könnte Zugbegleiter ja weiterhin für die Sicherheit der Fahrgäste zuständig sein.


Könnte er natürlich. Mangels einer Mindestvorgabe der Flugsicherheitsbehörden (1 Steward/Stewardess pro 50 Passagiere) steht aber bei der Bahn einer Änderung in nieder gruppierte Tätigkeiten leider nichts entgegen. Wenn es nur noch einen Haupt-Zub gibt und ansonsten das Sicherheitspersonals.

Den Rest der Zeit müsste er aber nicht mehr Fahrkarten abknipsen.
Für mich als Fahrgast ist das kein Mehrwert, dass kurz vor meinem Ausstieg noch mal jemand kommt und ich meine Fahrkarte rauskramen muss.

Für mich ist es ein Mehrwert. Denn der Zub kommt ja nicht immer "kurz vor Deinem Ausstieg", sondern an den Personalwechsel-Punkten.

Im Prinzip könnte man dann auch endlich Gratisgetränke an Comfort-Kunden verteilen! Im Bordsystem wird man als Comfort-Kunde erkannt und kann sein tägliches Freigetränk an seinen Platz bestellen.

Wird der derzeitige Bahn-Vorstand aber definitiv nicht tun. Wie Du am Redesign des ICE1, ICE3 siehst steht Kostensparen ganz im Vordergrund. Die komplexe Gleichung Umsatz * Gewinnrate = Gewinn wird nur in der Dimension der Gewinnrate bearbeitet.

Ach, und die ganzen Hotelfachleute wären trotzdem noch richtig im Zug, oder ist stupides Fahrkartenabknipsen so erfüllend?

Den letzten Satz weise ich mit Nachdruck von mir.

Die Kundendienstaufgabe eines Zubs ist sehr komplex und auch anstrengend. Bei der Fülle an Fahrkarten ist es auch sehr anspruchsvoll, wenn man die berechtigten Einnahmeninteressen und Kundenfreundlichkeit unter einen Hut bringen will.

Dies beginnt bei absichtlich länger/früher fahrenden Fahrgästen und geht hin bis zur verwirrten Person, die fahrlässig im falschen Zug sitzt.

Zudem arbeitet der Zub mit Menschen und bekommt ein Feedback von den Kunden. Schaue Dir den unterschiedlichen Stil der Zugchefs an und Du weißt, dass viele Teams unterschiedlich arbeiten und einen nachhaltigen Eindruck bei den Kunden erschaffen.

Dies geht schon bei den 1-Zub-Teams des Meridian los, die so ganz unterschiedlich sind. Da sind sicher welche dabei, die jede Fluggesellschaft in der Business oder einer anderen hochwertigen Reiseklasse einsetzen würde.

Erstaunlich finde ich auch dass sich die Zubs wirklich für die Reisenden und das Produkt interessieren. Und das trotz einer vergleichsweise geringen Betriebszugehörigkeit, da es sich ja um eine neue Firma handelt.

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