(OT:) Diesellok in der Schweiz... ;-) (Allgemeines Forum)

Twindexx, St. Gallen (CH), Dienstag, 18.11.2014, 01:24 (vor 4159 Tagen) @ JeDi

Hoi,

Fragt sich nur, was passiert, wenn bei der SBB GmbH gestreikt wird.

Dann hat der SBB-Konzern so einige Möglichkeiten. Lokführer bei thurbo mit DB-Modul könnten die Strecke fahren. Die haben zwar eher keine Streckenkenntnis nach Erzingen, aber in der Schweiz ist es erlaubt, mit Einverständnis eine Strecke ohne Streckenkenntnis mit der gebotenen Vorsicht zu befahren (und sonst holt man sich die Cargo-Lf zum pilotieren mit dazu, die fahren da ab und zu mit Am 843 da hoch).

Der Kanton Schaffhausen hat jetzt die NVBW das MVI in Stuttgart angehauen, um eine Lösung für die Region Schaffhausen zu suchen: http://www.sh.ch/fileadmin/Redaktoren/Dokumente/Medienmitteilungen/2014/2014-11-05.pdf
Es war ja schon vorher bekannt, dass der Kanton Schaffhausen die S-Bahn Schaffhausen gerne aus einer Hand möglichst von den SBB betrieben haben möchte. Der Streik wäre dann wieder ein wenig Wasser auf die Mühlen des Kantons Schaffhausen.

Aber von der NVBW hört man ja auch, dass sie sich die aktuellen Streiks bei der DB bei den kommenden Vergaben im Hinterkopf behalten werden. Was das für die DB Regio in Baden Württemberg bedeutet, kann man sich nun ausrechnen. Die Streiks kommen da also auch denkbar schlecht an, der Kanton Schaffhausen dürfte da also offene Türen einrennen.

Aber wohl nicht auf Grund der Elektrifizierung - eher wegen der Taktverdichtung. Ob man da mit Diesel oder Strom fährt, ist dann auch schon egal.

Die Taktverdichtung und die bessere Ausrichtung von Busanschlüssen hat sicher Einfluss, aber die Wirkung des elektrischen Betriebs darf nicht unterschätzt werden. Erstens wird der elektrische Betrieb positiver wahrgenommen (vergleiche dazu auch die Aussage bezüglich normale Lok/Diesellok) und zweitens waren die Dieselzüge (Wale und 628) recht unzuverlässig. Technische Störungen waren da deutlich häufiger als bei den jetzigen elektrischen Fahrzeugen aufgetreten. Heute fahren die elektrischen Züge mit einer Pünktlichkeit nach Schweizer Norm von 98% (DB und SBB GmbH gemeinsam), was die DB mit ihren Dieselzügen vorher nicht im Ansatz schaffte. Und ein abgeranzter 628 ist sowieso eine Zumutung, da ist schon der 426 ein markanter Quantensprung.

Es war letztlich die Summe aller Verbesserungen, welche den Zuwachs brachte. Statt 1'600 fahren nun im Durchschnitt 2'050 Fahrgäste täglich in den elektrischen S-Bahnen. Und damit noch mehr vom Auto umsteigen und somit die Strassen entlastet werden (um auf einen Strassenausbau komplett verzichten zu können), wurde nun eine neue Werbekampagne ins Leben gerufen: http://www.sh.ch/S-Bahn-Schaffhausen.4453.0.html

Kostet sie das wirklich? Hier wird doch meines Wissens deutsch gefahren und abgerechnet?

Nö, die werden nach dem einheitlichen Trassenpreissystem des Bundesamtes für Verkehr verrechnet. Man untersteht der Schweizer Gesetzgebung. Nur Signalisation und Betriebsvorschriften sind deutsch.

Auf der SBB-Strecke Neuhausen-Rafz ist das umgekehrt leicht anders, da die Strecke keinen Anschluss ans deutsche Netz hat. Da gilt auch in Deutschland das BAV-Trassenpreissystem und das BAV ist auch die zuständige Aufsichtsbehörde (nicht das EBA). Aber deutsche Gesetze muss man in Jestetten trotzdem einhalten, wofür es dann beim Streckenausbau zusätzlich noch deutsche Gutachter brauchte.

Aber beide Fälle sind ja vor über hundert Jahren schön in Staatsverträgen vereinbart worden.


Grüsse aus der Ostschweiz.

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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.


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