Hattersheimer Kurve (Allgemeines Forum)

sappiosa, Donnerstag, 18.06.2009, 20:47 (vor 6203 Tagen) @ NIM rocks

Hallo NIM rocks, hallo zusammen,

Und warum hat man diese Kurve nicht gebaut, weiß man dazu was? Schlichtweg aus Geldmangel? Oder gab es auch andere Gründe? Mit dieser Kurve würden sich ganz neue Perspektiven eröffnen, nur bräuchte man dazu auch deutlich mehr ICE 3.

Überschätz den Nutzen dieser Kurve nicht. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass bis dahin die Strecke schon so weit nach Süden "abgedriftet" ist, dass die Kurve kaum noch eine nennenswerte Abkürzung zum Frankfurter Hbf bietet. Außerdem müsste der ICE anschließend noch durch die relativ langsame Bahnhofsdurchfahrt Höchst, insbesondere auf der Westseite ist da eine ziemlich enge Kurve, die man recht aufwändig hätte ausbauen müssen.
Und dann stellt sich noch die Frage der Kapazität; auf Hattersheim-Höchst fahren zu Stoßzeiten stündlich immerhin 4 S-Bahnen und 2 RE, plus noch Güterzügen.

Da bliebe als einziger zeitsparender Faktor übrig, dass der Halt am Flughafen entfallen würde. Wäre das aber der DB wichtig, könnte sie es auch jetzt über die Kelsterbacher Kurve haben.

Eine wirklich deutlich schnellere Anbindung des Frankfurter Hbf an KRM hätte m.E. schon etwas mehr Aufwand erfordert, zum Beispiel so:

- Abzweig von KRM mit Weichen für Tempo 200 spätestens in Höhe von Breckenheim (wo jetzt die Spange nach WI abzweigt; ein noch früherer Abzweig brächte eine noch kürzere Strecke, wäre aufgrund der nötigen Taunus-Querung aber kaum realistisch)
- NBS für Tempo 200 (ggf. mehr) entlang der A66, ab dem Krifteler Dreieck entlang der Strecke Niedernhausen-Frankfurt; Einmündung in diese Strecke vor Höchst
- Umbau des Bahnhofs Höchst, die Durchfahrt mit 200 ermöglicht
- Tempo-Anhebung Höchst-Frankfurt auf 200 bis vor der Kurve am Abzweig Mainzer Landstraße (bis hierhin ist die Strecke praktisch gerade)

Dann wäre man von Köln kommend mit Tempo mindestens 200 nach Frankfurt hinein bis kurz vor den Hbf gekommen, zudem deutlich kürzer als jetzt über Mainport. Ich denke, so wären die 58 Minuten zu schaffen gewesen.

Aber hier spielt mit hinein: Zur Zeit, als KRM geplant wurde, ging man noch davon aus, dass über kurz oder lang Frankfurt 21 kommen würde. Deshalb hat man sich über die Streckenführung nach Frankfurt hinein wenig Gedanken gemacht.
Im übrigen war KRM alleine schon teuer genug...

Schöne Grüße
Daniel (aka Sappiosa)


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