HSL-Zuid: Systemintegration, Vergleich mit K-F. (Allgemeines Forum)

GibmirZucker, Freitag, 11.01.2013, 14:11 (vor 4853 Tagen) @ Chrispy

Zumindest Heiri Normalschweizer will es mit den ICs so übersichtlich wie mit den S-Bahnen, d.h. einen Tarif pro strecke, keine Aufpreise oder Reservierungspflichten, einfach einsteigen und von A nach B fahren. Da gibt es halt verschiedene Mentalitäten. (Meine Meinung)

Sind es unterschiedliche Mentalitäten? Will Kevin Normaldeutscher nicht auch am liebsten eine Fahrkarte kaufen, einsteigen, fahren? Nur kann er das nicht, weil
- Drei Produktgattungen
- die Züge häufig so überfüllt sind, dass eine Reservierung sinnvoll ist, bzw. sie ihm bei Onlinebuchung oder am Schalter regelrecht aufgequatscht wird? Ich wurde noch nie in der Schweiz gefragt, ob ich reservieren möchte, selbst wenn ich von Genf nach Winterthur fuhr.
- das Normalpreis/Sparpreissystem. Problematisch besonders, dass der Normalpreis im Fernverkehr kaufkraftbereinigt viel höher ist als in der Schweiz.

Die DB hat mal entschieden, die verschiedenen Produktegattungen einzuführen, bzw. nicht abzuschaffen (IC/ICE-Zuschläge gab es ja schon immer). Sie hat auch entschieden, dieses flexible Preissystem einzuführen. Niemand konnte was dagegen ausrichten.

Wenn dies für die Bahn so günstig ist, warum tun die Schweizer das nicht? Nicht weil sie nicht auf die Idee kommen, dass man das einführen könnte (der jetzige CEO der SBB hat dies mehrmals als Idee in den Raum geworfen), sondern weil es einfach nicht durchsetzbar wäre. Tageskarten ab 9 Uhr verbilligt geht noch, Sparpreise für einige Verbindungen, ok, wird aber eher wenig genutzt und nur online erhältlich. Aber es muss sich nur mal ein Verantwortlicher der SBB dazu äußern, dass man flexible Preise einführen wolle, sei es auch nur das GA zeitlich oder quantitativ zu beschränken. Der Shitstorm der sich jeweil in den Medien ergießt ist gewaltig! Es ist nicht durchsetzbar. Ebensowenig ist es durchsetzbar mal auf eine Zugkategorie (IR) zu verzichten. Oder die Rentabilitätsstudie vor wenigen Monaten, da krebst jeder Politiker ganz schnell zurück. Die Furcht, dass dann eine beliebige politische Strömung daraus Kapital schlagen könnte, ist zu groß, das wäre politischer Selbstmord. Übrigens ist auch interessant zu sehen, wie Lokalpolitiker der wenig bahnaffinen SVP sich gegen Stillegungen/Angebotsausdünnungen engagieren, wenn das ihre Wähler betrifft. Dagegen scheint in Deutschland kein Verständnis vorhanden zu sein, dass die Bahn auch nur Teil des Staates, wenn auch scheinprivatisiert, ist. Die Bahn spielt so gut wie keine Rolle, maximal Schönwetterreden bei Streckeneröffnungen, mehr ist aber nicht drin. Daran liegt es, dass die DB dieses wenig kundenfreundliche System einführen konnte, nicht weil die Deutschen und Schweizer andere Bedürfnisse hätten.


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