HSL-Zuid: Systemintegration, Vergleich mit K-F. (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 11.01.2013, 09:33 (vor 4844 Tagen) @ Chrispy

Zudem erscheint mir der HGV in NL als eine Art Parallelangebot.

Die Situation ist vergleichbar mit Köln-Frankfurt (K-F) in Deutschland. Folgende Eigenschaften haben die Projekte gemeinsam:

1. es gibt parallel eine "schnelle" und eine "langsame" Strecke.
2. auf beiden Strecken verkehren Fernzüge.
3. der Fernzug auf der schnellere Strecke ist höherwertig als der der langsameren Strecke.
4. die "schnelle" Reise ist teurer als die "langsame" Reise.

Wenn man die Fyra besser ins System integrieren würde (ohne Aufpreis als IC300 mit demselben Takt wie der reguläre IC heute verkehrt), könnte man die alten Strecken entlasten. Auf diesen könnte man dann vielleicht den einen oder anderen Halt hinzufügen und die heutigen IC-Linien als IR weiterführen. Damit gibt es mehr Kapazität und mehr Bahn für jedermann.

Es gibt aber auch einige Unterschiede in Vergleich zu K-F:

1. bei uns betreibt NS Hispeed die schnellen Züge, NS Reizigers die langsamen. In Deutschland betreibt DB Fernverkehr beide Strecken K-F; demzufolge fahren auch ICEs durch das Mittelrheintal.
2. bei uns ist (wohl demzufolge) die Strecke nicht im Gesamtnetz integriert.

Der Grund, warum die HSL-Zuid damals separat vom Nationalnetz ausgeschrieben wurde, ist mir nicht klar.
Ein oft verwendetes Argument ist, dass die HSL-Zuid einen internationalen Komponent hatte und also nach EU-Gesetz konzessioniert werden mußte. Dann müßte aber auch K-F separat vom restlichen DB Netz konzessioniert werden, denn bei der Planfeststellung von K-F war schon klar, dass die Strecke gleich drei internationale Komponente hatte: Frankfurt-Amsterdam, Frankfurt-Brüssel und Dortmund-Basel. Nicht umsonst umfaßte das Projekt die Entwicklung und Beschaffung eines Mehrsystem-ICEs, damit man Amsterdam und Brüssel bedienen konnte.

Bern-Olten wurde auch deshalb zum erfolg, weil es danach einen wirklichen ITF im Schweizer Mittelland gab.
Diesen Netzeffekt wird es in NL nicht geben, da das Netz schon sehr gut funktioniert.

Lies: da das Bahnnetz schon sehr gut funktioniert.
Nur schade, dass das Busnetz nicht so gut funktioniert wie das Bahnnetz.
In der Randstad geht es noch, mit Bussen die im selben Takt wie die Bahnen verkehren, aber zumindest rundum Eindhoven sind die Regionalbusse in Vergleich zur Bahn dünn gesäht und meistens nicht mit dem Bahnnetz verknüpft.

In CH bilden Bus und Bahn dagegen ein System.


gruß,

Oscar (NL).

Beste Grüsse

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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