Limitfaktor: extra Kaufvorgang oder Aufpreis an sich? (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 11.01.2013, 09:04 (vor 4856 Tagen) @ Chrispy
bearbeitet von Oscar (NL), Freitag, 11.01.2013, 09:05

Hallo Chrispy,

Sind es denn mehr Schweizer die profitieren?

Absolut betrachtet wohl nicht, weil die CH-Einwohnerzahl kleiner als die von NL ist.
Absolute Zahlen sagen etwas über die Geldeinnahmen und die variablen Kosten. Zusammen mit den Fixkosten ergibt sich dann die Rentabilität.

Ich kann aber auch relative Zahlen verwenden (also Prozentzahl der Einwohnerzahl des Landes), und dann würde die Schweiz erheblich besser da stehen.
Relative Zahlen sagen etwas über die Produktakzeptanz. Wenn relativ viel Geld verdient wird, aber relativ wenig Leute das Produkt annehmen, werden zukünftigen Investitionen politisch schwerer verteidigbar.

Zudem bietet die HSL-Zuid eine weitaus grössere Fahrzeitverkürzung zwischen den Relationen als Bern-Olten. Demzufolge ist das Potential sicherlich da.

Die HSL-Zuid erbrachte etwa 25 Minuten, Bern-Olten 15, also fast doppelt so viel.
Dafür werden in CH aber (mehr als) doppelt soviele Relationen beschleunigt, noch mal abgesehen von ITF (mit dem ITF wurde die Sache sogar noch interessanter).

Leider hat man sich für ein Aufpreissystem entschieden. Damit fragt sich der Kunde natürlich ob er für die Zeitersparnis wirklich zusätzlich Zahlen will.

Man soll zwei Sachen unterscheiden:

a. der Fahrgast ist zu einem extra Kaufvorgang gezwungen;
b. der Fahrgast muss N Euro extra pro Fahrt bezahlen.

Auch wenn der Aufpreis 1 Eurocent wäre, ist der Fahrgast im Moment gezwungen, einen extra Kaufvorgang zu machen:

1. am Automaten angeben: Papierfahrschein mit Fyra-Benutzung, oder
2. Fyra-Aufpreis als Papierfahrkarte kaufen, oder
3. Fyra-Aufpreis auf die Chipkarte laden.

Ist alles Aufwand für Jan Normalniederländer, nicht für Roger Normalschweizer. Auch wenn Jan einen Aufpreisabo nimmt, lediglich ist die Frequenz des Kaufvorgangs kleiner.

Die Sache wäre vielleicht besser gewesen wenn man mit der OV Chipkaart nicht im Bahnhof, sondern im Zug ein- und auscheckt. Genauso wie beim Bus oder bei der Straßenbahn. Selbstverständlich mit dem Verfahren "Overstap OK" = kein Starttarif bei sofortigem Umstieg. Dann hätte man für den Fyra den Aufpreis mitberechnen können und der Fahrgast könnte sich den Kaufvorgang sparen.
Frage ist allerdings, wie das praktisch funktioniert mit diesen großen Fahrgastzahlen, daher "vielleicht".

Sehr interessant wäre zu erfahren, wieviel Prozent der Fyra-Reisende mit einem Einzelfahrschein reisen und wieviele mit einem Vielfahrerabo.
Wenn die Mehrheit ein Abo hat, dann ist der Kaufvorgang Limitfaktor des Erfolgs.
Wenn die Mehrheit eine Einzelfahrkarte hat, dann ist der Aufpreis an sich Limitfaktor.
Aber am besten soll dieser ganze Aufpreiskram natürlich nicht sein und erst recht nicht solange man inner-NL mit Surrogatzügen fährt. Ich bezahle doch auch keinen Aufpreis für die Utrechtkurve, weil diese mir wegen Direktverbindung Eindhoven-Schiphol 10 Minuten Zeitersparnis ermöglicht?


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum