ICE International / Ultra-HGV (Allgemeines Forum)

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Samstag, 09.04.2011, 17:33 (vor 5476 Tagen) @ fjk

Hallo fjk,

ICE International soll der beschleunigte zweiklassige TEE des 21. Jahrhunderts werden = eine europaweite Premiummarke.
So wie Frankfurt-Paris: dieser Zug hält doch auch nicht in Reims oder in Neustadt an der Weinstraße? Man soll sogar froh sein, dass der Zug in Kaiserslautern hält.

Eben nicht. Weil das in jedem der vielen Kaiserslauterns dieses Landes Begehrlichkeiten weckt.

Habe mich verschrieben (rot). Soll sein: Otto soll sogar froh sein, dass der Zug heute noch in Kaiserslautern hält.

Für ICE International hätten Mannheim und Saarbrücken als Halte gereicht; in Mannheim braucht man nicht unbedingt zu halten wenn die Strecke MA-KL-SB einen FV-Stundentakt erhält (na gut, das passiert wohl nicht, daher muss der ICE International in MA und KL halten und jammert NW dass sie abgehängt werden).
Anschluß in Mannheim aus Stuttgart oder München muss nicht sein; S/M haben ja eigene Züge nach Paris, und nach Saarbrücken kommt man auch mit Inlands-ICEs oder sogar mit IC (diese beiden halten dann selbstverständlich in Mannheim).
Auch für Metz und Nancy reichen IC250 locker aus, sei es in Mehrsystem.

Dann kam aber NS mit dem neuen Fahrplan und integrierte den Berlin-IC in den NL-Takt. Zwar hat sich die Fahrzeit mit den Extrahalten verlängert, dafür gibt es dann doppelt soviele Verbindungen, profitierten mehr Leute vom Angebot und wurden die Fahrzeitunterschiede zwischen den ICs weggenommen (vorher hatte der Berlin-IC recht oft gebummelt, das hatte sich danach erheblich verbessert). Insgesamt durfte die Maßnahme eine positive Auswirkung gehabt haben.

Kleine Korrektur meinerseits: NS hätte die Takt-Integration natürlich nur gemacht, wenn die NS-Züge massenhaft profitieren würden. Der Berlin-Zug fährt ja nur zweistündlich, bildet aber mit IC 16 einen Stundentakt Hengelo-Deventer-Amersfoort-Schiphol und mit IC 17 einen Halbstundentakt Hengelo-Deventer-Amersfoort. IC 28 Rotterdam-Utrecht-Amersfoort, der heute nur in der HVZ nach Deventer velängert wird, soll irgendwann immer nach Deventer fahren, damit entsteht auf Deventer-Amersfoort ein 15-Minutentakt.

Zu Amsterdam-Berlin, auch auf NL-Bahnforen gab es Ansätze, den IC durch einen "ICE International" zu ersetzen. Dabei musste der Zug wieder aus dem Takt und Hilversum, Apeldoorn und Almelo auslassen; in Deutschland sollte der Zug nur in Osnabrück und Hannover halten. Das wird aber wegen der zahlreichen langsamen Abschnitten nicht viel bringen und mit dem vorgesehenen 15-Minutentakt Amersfoort-Deventer würde die Situation erst recht heikel.

Blickpunkt kompromissloser ICE-Fan:

Wenn ICE International Amsterdam-Berlin, dann bitte via Duisburg und Hannover und keine weiteren Halte! In Duisburg hat man Anschluß an der HGV-Achse nach Basel-Zürich-Mailand oder nach München-Salzburg/Innsbruck; in Hannover nach Hamburg-Kopenhagen-Stockholm und Leipzig-Dresden-Prag-Wien; in Berlin nach Warschau, wenn nötig nach Vilnius-Riga-Tallinn.

Man soll groß denken, europaweit denken, grenzenlos denken, so wie die Chinesen ihren CRH ausdenken und betreiben. Die Chinesen können nur lachen um die HSL-Zuid Amsterdam-Rotterdam: "habt Ihr etwa eine Rennbahn innerhalb einer Stadt gebaut?"
Die Chinesen hätten die Strecke wohl an Rotterdam und Antwerpen vorbeitrassiert; ab Rotterdam und Antwerpen kommt man nach Brüssel ja auch mit dem Fyra = der belgisch/NLische IC250.

Lege einige europaweite HGV-Achsen / Schienenautobahnen fest und baue sie, Schritt für Schritt! An Kassel und Göttingen soll der Inlands-ICE nach wie vor halten, aber ein ICE International soll dort mit 250-300 km/h vorbeijagen. Frankfurt-Berlin gehört nonstop mit Vollgas. Es funktioniert: in Italien, in Spanien, in Frankreich. Mailand-Rom, Paris-Marseille und Madrid-Barcelona werden kaum noch geflogen.

Alternativen für die ausgelassenen Halte:

- inner-NL gibt es schon 15-Minutentakt mit IC
- ab Utrecht und Arnhem sollte man im Takt mit internationalen Mittelstreckenzügen nach Emmerich, Oberhausen und Duisburg reisen
- Essen, Bochum, Dortmund, Hamm und Bielefeld sind ab Duisburg (oder in der Gegenrichtung ab Hannover) mit weiteren Inlands-ICEs erreichbar
- Wolfsburg, Stendal und Berlin Spandau sind ab Hannover (oder in der Gegenrichtung ab Berlin) mit weiteren Inlands-ICEs erreichbar; für Stendal würde IC250 sogar reichen.

Blickpunkt pragmatischer Niederländer:

Sowas wird mit der heutigen Infra zumindest in Deutschland nicht möglich sein. De politische Lage Deutschlands macht es noch schwieriger (wenn man alleine schon an das Mannnheim-Bypass-Theater denkt... in FR/ES/IT wäre der Bypass schon längst gebaut).
Es muss also eine neue Infra her, und es ist die Frage, ob ausreichend Nachfrage für solche Schnellverbindungen besteht bzw. ob man diese Nachfrage erstellen kann; der internationale Markt ist ja relativ klein, soviele ICE Sprinter Frankfurt-Berlin gibt es (noch?) nicht und die Fliegerei kann es wohl noch einige Dekaden durchhalten (es ist allerdings zu hoffen, dass die Flugzeuge mit irgendwelchem Biotreibstoff fliegen können).

Das denke ich auch. Aber so gut abgestimmt/vereinheitlicht ist das Netz in D eben nicht (kann es auch nicht werden - Stichwort Entfernungen???).

Weiß ich nicht.
Von Maastricht nach Groningen (etwa 370 km) ist man auch einiger Zeit unterwegs; die Strecke gibt es halbstündlich.
Von Genf nach Chur ist auch eine lange Reise; hier soll der Halbstundentakt wohl irgendwann kommen.
Zwar durfte ein FV-Halbstundentakt auf Aachen-Köln wohl sehr übertrieben sein, aber wie wäre es schon mit einigen Fernzügen (IC250, ICE) pro Tag, pro Stunde 1-2 Mittelstreckenzüge (grenzüberschreitender NS-IC statt RE 1, belgischer IC) und 2-4 Regiozüge (euregiobahn, RE 9, S-Bahn DN-K)?

Und so lange Sprinter und Züge, die nicht in Montabaur halten (sinnvoll) unterwegs sein sollen, müßte man ja wohl die internationalen Starzüge auf (nationalen) Kernnetzstrecken so wenig wie möglich "belasten". An den Enden kann man dann zwischen München und Garmisch gerne an jedem Bärenmarketeddy halten.

So machen die Franzosen es. Von Paris mit dem TGV blitzschnell nach Chambéry, dan mittelschnell nach Albertville und als Regionalbahn mit Tempo 40 nach Bourg St. Maurice. Am Ende ist Jean-Pierre dennoch schneller als wenn er die ganze Strecke Paris-Bourg St. Maurice mit seinem Renault Megane gefahren hätte.

Mal sehen, was NS machen kann. Das Unternehmen möchte Aachen, Köln und Düsseldorf ans Kernnetz verknüpfen, Zieldatum sei 2015 wenn der neue Kernnetzauftrag gilt. Wie das dann konkret aussehen würde (Fahrplan, Fahrzeuge, Tarife), weiß ich nicht.

Wir sind seeeehr gespannt!

Ich halte Euch auf dem Laufenden!


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.


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