Wie gesagt: trotz zweier A fehlt das B... (Allgemeines Forum)

fjk, Freitag, 08.04.2011, 12:49 (vor 5484 Tagen) @ Steffen

Das ist dann wohl das wahre (starzugreisendenpsychologische) Problem. Wenn er ohnehin halten muss, können die drei Aachener auf dem Weg nach London natürlich gern auch zusteigen. Den "Regionalverkehr" nach Brüssel aber da jeweils mitzunehmen, das könnte doch schon störend sein. Zumal es dafür ja eben noch ICE und Thalys gibt. Letzterer löst genau das gleiche Problem mit der Reservierungspflicht...


Den (besherigen/"normalen") ICE nach Brüssel wird es dann nicht mehr geben (alle fahren durch bis London), und Thalys zieht sich aus Köln immer mehr zurück. Letztlich beleibt nur noch die zweistündliche Museumsbahn nach Lüttich - willkommen im vereinten Europa.

Ja,

ohne den ICE ist es etwas dünn in Richtung Westen. Und etwas weiter nach Osten eben auch: wie schon gesagt, es fehlt in Aachen wie an so vielen Stellen das B-Netz. Und wegen der (aus Sicht eines deutschen B-Netzes) peripheren Lage, wird am Aachener Beispiel auch gut sichtbar, dass dieses B-Netz nicht nach dem herkömmlichen Taktliniensystem funktionieren müsste, sondern viele (umsteigefreie:-) Punkt-zu-Punkt-Verbindungen realisieren. Konkret: aus Aachen um sechs einen Zug nach Dresden, um acht einen nach Berlin, um zehn einen nach Hamburg und um zwölf tut's dann auch einer "nur" nach Frankfurt. Abends das gleiche zurück und alle sind glücklich. Buchstäblich alle sogar, wenn (midestens ein) Zug auch noch ICE heißt. Die Frage, warum man nicht (zumindest zwei-)stündlich vernünftig nach Brüssel fahren kann, hat damit etwas weniger zu tun (wenn man allerdings Brüssel als die Peripherie des nicht vorhandenen B-Netzes begriffe, läge Aachen ja schon wieder an einem betakteten Teilast K-B) und ist natürlich ein Ärgernis - das mit der Frage "ICE-Halt" aber nur mittelbar zu tun hat, weil der Londoner Zug zufällig ein ICE ist.
Wahrscheinlich setzen sich aber ja ohnehin die Provinzfürsten durch und der Starzug hält in Aachen. Eigentlich auch nicht schlimm, wenn er ohnehin betrieblich pausiert. Nur wird das in den Kaiserslauterns der Republik und dem Frankfurter Fahkartenkäufermillieu wohl keiner begreifen (wollen).


Nach Köln gibt es in der Tat eine ordentliche Regionalverbindung, wobei ein bis Köln fahrender B-Verkehr die Reisezeit gut drücken könnte und auch für Lütticher (immerhin viertgrößte Stadt des Landes) und Südbelgier (Provinzhauptstadt Namur, Charleroi (drittgrößte Stadt des Landes) etc.) interessant ist. Wie wenige das wohl sind?

S.o.: auf K-B liegt offenbar so viel im Argen, dass ein (bis drei) Starzüge, die eigentlich ganz etwas anderes wollen, wohl kaum die Lösung sein werden... sondern vielmehr die gold-blauen Zeiten, die anbrechen, wenn Oscars Prophezeiungen, NRW ins NS-Kernnetz aufzunehmen, endlich Wirklichkeit werden. Denn das dann auch nach da auszudehnen, entspricht nur konsequent der angemahnten Verschiebung der Peripherie...

traumhaftes Wochenende!
fjk


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